1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Attendorn

Margareten-Stube: Ein neues Schmuckstück für Ennest

Erstellt:

Von: Andrea Vollmert

Kommentare

Einweihung Margareten-Stube Ennest
Symbolischer Akt: Schützenkönig Wilhelm Kamp, MdL Jochen Ritter, Dechant Andreas Neuser, 1. Vorsitzender Christian Busch und Jungschützenkönig Noah Koch (v.l.) beim Zerschneiden des Bandes. © Werner Klammer

Mit einem kleinen Festakt wurde jetzt die neue Margareten-Stube in der Schützenhalle in Ennest offiziell eingeweiht. Die neue Dorfkneipe soll ab sofort ein sozialer Treffpunkt und der lebendige Dorfmittelpunkt für alle Ennester sein. Zur Eröffnung hatte der Schützenverein „St. Margareta“ Ennest zunächst alle Förderer, Sponsoren, Helfer und Handwerker eingeladen und nur einen Tag später konnte die gesamte Bevölkerung, am Tag der offenen Tür, die neuen Räumlichkeiten besichtigen.

Ennest - Beide Veranstaltungen wurden unter der 2G-Plus- Regelung durchgeführt. Das DRK hatte Testmöglichkeiten vor der Halle angeboten und die erforderlichen Nachweise wurden im Eingangsbereich von den Jungschützen sorgfältig kontrolliert.

Verein will Schützenhalle erhalten

Der im Jahr 1899 gegründete Schützenverein „St. Margareta“ Ennest hat über 700 Mitglieder und leistet nicht nur einen sehr wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der „Sauerländer Schützenfesttradition“, sondern hat sich auch der verantwortungsvollen Aufgabe gestellt, die 1914 erbaute und stetig modernisierte Schützenhalle an der Ritterlöhstaße zu erhalten. Die Räumlichkeiten stehen den Dorfbewohnern für vielfältige Veranstaltungen wie Schützenfeste, Karneval, Konzerte, Sitzungen, aber auch kleineren Familienfeiern zur Verfügung.

Hilfe beim Bau der Margareten-Stube Ennest
Unterstützung aus den eigenen Reihen: ein großer Teil des Vorstands, des Jungschützenvorstands und tatkräftige Hilfe von MdL Jochen Ritter. Das Foto ist entstanden, als die Coronaschutzverordnung solche Treffen ohne Masken noch erlaubt hat. © Privat

Da es in Ennest schon seit rund zehn Jahren keine Dorfkneipe mehr gab und die örtliche Gemeinschaft schnell wieder gestärkt werden sollte, wurde nur wenige Tage nach dem positiven Förderbescheid über 136.000 Euro zum Programm „Dorferneuerung 2021“, der am Karsamstag, 3. April 2021 eingegangen war, mit großer Vorfreude, hoher Motivation und viel Tatkraft ans Werk gegangen. Nach nur neun Monaten Umbauzeit und über 900 Stunden ehrenamtlicher Arbeit entstand aus dem alten Speisesaal und einem Teil der alten Küche das neue Schmuckstück, wo auch einmal monatlich Dorfabende als offene Kneipe mit wechselnden Wirten stattfinden sollen.

Videobotschaft von Dr. Jan Heinisch

Nach einem kleinen Sektempfang begann der offizielle Teil der Veranstaltung. Schützenhauptmann Christian Busch berichtete unterhaltsam über die Durchführung des Projekts und bedankte sich bei den vielen freiwilligen Helfern.

Bevor er neben Bürgermeister Christian Pospischil auch den Landtagsabgeordneten Jochen Ritter (CDU) offiziell in der mit Abstand bestuhlten Schützenhalle begrüßen durfte, gab es eine kurze Videobotschaft von Dr. Jan Heinisch: „Es ist uns ein besonderes Anliegen das bürgerliche Engagement in den Dörfern und dörflich geprägten Gemeinden zu unterstützen. Unser Ziel ist es, ländliche Orte als Lebens-, Arbeits-, Erholungs-, Kultur- und Naturraum zu sichern und zu entwickeln. Ich wünsche eine gute Zeit und viel Spaß in der neuen Margareten-Stube“, so der Staatssekretär des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.

Jochen Ritter, der sich in Düsseldorf für die Förderung eingesetzt hatte, gratulierte persönlich zur tollen Umsetzung: ,,Das große Projekt war von der Antragsstellung bis hin zur Fertigstellung durchgehend eine runde Sache. Ich werde mich auch in Zukunft weiterhin um den Erhalt von verschiedenen Einrichtungen in unserem ländlichen Raum bemühen, denn für solche Zwecke bin ich sehr gerne im Landtag unterwegs.“ Ritter wurde erst kürzlich als CDU-Kandidat für den Kreis Olpe für die Landtagswahlen am 15. Mai 2022 wiedergewählt.

Austausch in geselliger Runde möglich

Auch Christian Pospischil zeigte sich begeistert und freut sich über das Ende einer langen Durststrecke: ,,Seit langer Zeit gibt es hier keine Dorfkneipe als Treffpunkt mehr. Aber der Mensch braucht Treffpunkte. Früher hatten wir in Ennest fast zehn Kneipen, in denen alle Schichten und unsere vielen Vereine Kontakte knüpfen und sich in geselliger Runde austauschen konnten. Die neue Margareten- Stube ist eine zeitgemäße Form des Zusammenkommens.“

Übergabe Heimatpreis an Schützenverein Ennest
Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil (l.) überreicht die Urkunde für den zweiten Platz des Heimatpreises 2021 an den 1. Vorsitzenden Christian Busch. © Werner Klammer

Danach nutzte Attendorns Bürgermeister den festlichen Rahmen auch dazu, dem Ennester Schützenverein als einen der Preisträger des Heimat-Preises 2021 der Stadt Attendorn zu gratulieren. Mit dem Heimat-Preis, der erstmals im Jahr 2019 vergeben wurde, werden Vereine, Institutionen oder auch Privatpersonen prämiert, die sich für die Stadt engagieren und die Region zu etwas Einzigartigem machen. Das Projekt ,,Margareten-Stube“ hat den zweiten Preis erhalten, der mit 1000 Euro dotiert ist.

Dechant Andreas Neuser segnete die neue Margareten- Stube.
Dechant Andreas Neuser segnete die neue Margareten- Stube. © Werner Klammer

Anschließend wurde das grün-weiße Band zerschnitten und die neugierigen Besucher durften erstmals die neuen Räumlichkeiten bestaunen. Den kirchlichen Segen erhielt der neue Treffpunkt durch Pfarrer Andreas Neuser, Dechant des Dekanates Südsauerland.

Nach den offiziellen Programmpunkten wurde für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt.

Großzügige Sponsoren und Förderer

Die Kosten für die Umbaumaßnahmen in der Schützenhalle belaufen sich auf fast 250.000 Euro. Neben der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen gab es eine großzügige Unterstützung der Gerhard Rosenberg Stiftung und zudem gingen viele Spenden von den heimischen Banken, von Wirtschaftsunternehmen und einigen privaten Personen ein. Der Schützenverein „St. Margareta“ Ennest sieht die beiden Festtage nicht nur als einen gelungenen Abschluss der aufwendigen Renovierungs- und Baumaßnahmen, sondern auch als Startschuss in ein neues fröhliches und geselliges Jahr.

Der Vorstand hofft, dass jetzt auch viele tolle Veranstaltungen in den neu gestalteten Räumlichkeiten stattfinden können.

Auch interessant

Kommentare