Orchester und Chöre liefern grandioses Konzert ab

Philharmonie und Chöre spielen "Carmina Burana"

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Lutz Rademacher hatte die musikalische Gesamtleitung.

Attendorn. So ein imposantes Konzert erlebt man nicht alle Tage. Nahezu einhundert Musiker im ersten Teil und dann dazu noch zweihundert Chormitglieder sorgten für ein Musikerlebnis der besonderen Art bei der "Gala der Volksbanken".

Die Philharmonie Südwestfalen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen an die Musik zu führen und Laienmusikern die Möglichkeit zu geben, in einem großen Orchester zu musizieren. Fortgeschrittene Instrumentalisten spielen gemeinsam mit den Profis, dazu kommen noch etwa 200 Sängerinnen und Sänger aus vier Chören – ihr gemeinsames Ziel: „Carmina Burana“ von Carl Orff aufzuführen.

Dass ihnen das eindrucksvoll gelungen ist, konnten die Gäste in der Stadthalle Attendorn erleben. Die musikalische Gesamtleitung lag an diesem Nachmittag in den Händen von Lutz Rademacher. Er dirigierte mit Hingabe, Präzision, Neugier und Leidenschaft. Er dirigierte bereits bei mehreren Symphonieorchestern und war auch in Freiburg und Basel tätig. 

Ein Geburtstagsständchen gab es für Jochen Ritter (Landtagsabgeordenter in Düsseldorf), das Symphonieorchester spielte „Happy Birthday“. 

Jochen Ritter bekam ein musikalisches Geburtstagsständchen.

Im ersten Teil des Konzertes hatten die Orchestermusiker ihren Auftritt. Den Auftakt bildete die Südwestfalen-Fanfare vom Komponisten Andres Reukauf. Dem jungen Musikschaffenden ist es gelungen die Schönheit der Natur sowie die Wirtschaftregion ins musikalische Licht zu rücken. Diese Hymne ging sofort ins Ohr und sorgte für Beifallsstürme. Extra für diese Konzertreihe hatte ihn die „Musikwerkstatt Südwestfalen“ mit diesem Werk beauftragt. So kam der Kreis Olpe in den Genuss der Uraufführung. 

Das zweite Musikstück stammte aus der Feder von Johannes Brahms: Akademische Festouvertüre c-moll op.80. Er hatte dieses Werk extra für den Breslauer Konzertverein geschrieben, das ganz im Gegensatz zu seinem eigentlich recht zurückhaltenden Wesen steht. Brahms komponierte eine wilde Hommage an das Studentenleben. Die einzelnen Passagen aus dem Werk kamen so manchem Zuhörer bekannt vor.

 Den Abschluss des ersten Teiles bildete die Fantasie – Ouvertüre „Romeo und Julia“ von Peter Iljitsch Tschaikowsky; Shakespeares Drama bedeutete ihm viel und sah er sich aufgrund einer Anregung eines Freundes dieses Themas an, und packte die ganze Bandbreite der Geschichte der Liebe zweier junger Menschen aus verfeindeten Familienclans in ein zwanzigminütiges Orchesterwerk. Eine Meisterleistung für die Musiker. Schnelle Passagen wechselten sich im Flug mit melancholischen Einlagen ab. 

Nach einer kurzen Verschnaufpause folgte der zweite Teil. „Carmina Burana“ stand auf dem Programm. Nun hatten auch die zweihundert Sänger ihren Auftritt. Besonders interessant war, dass die Gesamtleitung weiter bei Lutz Rademacher lag, unterstützt jedoch von zwei Chorleitern. Jeweils einer für die Sängerinnen und einer für die Sänger. Da sie nicht mehr auf die große Bühne passten, hatten sie sich jeweils links und rechts platziert. 

"Carmina Burana" in der Stadthalle Attendorn

Im Einzelnen waren dabei: der Chor „Forum Vocale“ aus Arnsberg. Einstudierung durch Angelika Ritt-Appelhans. „Just for Fun“ Attendorn – Einstudierung: Siegfried Knappstein, „Singstation Bad Berleburg“ – Einstudierung: Christoph Haupt und die „Chorgemeinschaft Pro musica“ – Einstudierung: Michael Busch. Als Solisten dabei waren May Boog (Sopran), Ulrich Cordes (Tenor) und Detlef Roth (Bass).

 Bei der Carmina Burana handelt es sich um Gesänge einer mittelalterlichen Handschrift aus dem Kloster Benediktbeuren. Orff entdeckte diese Sammlung von über 250 weltlichen Liedern im Jahr 1934. Er war so begeistert, dass er umgehend mit einer Komposition für Solisten, Orchester und Chor begann. Die Uraufführung am 8. Juli 1937 war ein riesiger Erfolg, obwohl es keine Oper, kein Tanz und kein Ballett war. Es zeigt das Leben auf den Dorfplätzen, das derbe Treiben in der Dorfschänke und letztendlich behandeln die Texte die Liebe und die Erotik. Über allem thronte Fortuna, die Herrscherin über Unglück und Glück. Nach dem zweiten Weltkrieg trat die Carmina Burana ihren Siegeszug um die Welt an. 

Das Chorwerk war in lateinischer und mittelalterlicher Sprache verfasst. Die Besucher in der Attendorner Stadthalle konnten die Texte mitlesen. Freundlicherweise stand die hochdeutsche Übersetzung direkt daneben. Zum Abschluss gab es stehende Ovationen für die Musikschaffenden. 

Möglich gemacht hatten dieses Großereignis auch die südwestfälischen Volksbanken sowie Gelder des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein Westfalen.

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