Schüler: "Nein" zu "Cyber-Mobbing"

Die Schüler der Klasse 5b an der St.-Ursula-Realschule Attendorn folgen dem Aufruf gegen 'Cyber-Mobbing'.

Die St.-Ursula-Realschule folgte dem Aufruf der EU-Initiative "klicksafe" zur Teilnahme am "Safer Internet Day". Große Pause: ein Pulk von Schülern, lautes Gelächter. Ein Handyfoto macht die Runde und sorgt für schadenfrohe Stimmung. Gezeigt wird eine Fotografie, die einen Mitschüler nach einem Alkoholexzess präsentiert — für den Betroffenen ausgesprochen peinlich und selbstverständlich ohne sein Einverständnis fotografiert.

Solche Vorfälle gehören inzwischen zum Alltag der Jugendlichen. Gedankenlos und widerrechtlich wird gefilmt, fotografiert, im Internet veröffentlicht, werden Mitschüler und Lehrer kompromitiert, lächerlich gemacht, bloßgestellt. "Cyber-Mobbing" heißt dieser Missbrauch neuer Medien. Die Folgen für die Opfer sind unschwer vorstellbar. Selten wird der Peiniger bekannt, er handelt anonym und deshalb kann sich ein Betroffener kaum gegen ihn zur Wehr setzen, das Internet sorgt für eine schnelle und weite Verbreitung der Beleidigungen und Bloßstellungen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, verpflichten sich die Schüler der St.-Ursula-Realschule zu fairem, respektvollem, offenem Umgang miteinander und mit allen, die zum Umfeld Schule gehören. "Das lassen wir an unserer Schule nicht zu", lautet das Motto im Kampf gegen "Cyber-Mobbing".

Alle Jahrgangsstufen beschäftigen sich mit dem Problem. Die Jahrgangsstufen 5, 6 und 8 überprüfen mit Hilfe ihrer Klassenlehrer Nutzungsgewohnheiten von Handy und Internet, decken unfaire Umgangsweisen auf und überprüfen eigenes und fremdes Verhalten kritisch auch im Hinblick auf Vorschriften zum Datenschutz. Die Jahrgangsstufe 7 arbeitet an der Thematik im Rahmen eines neuen Unterrichtsfachs, dem Projekt Verantwortung. An Projekttagen wird die Problematik Gewalt in Zusammenarbeit mit der Polizei Olpe thematisiert. Auch der Englischunterricht in den Jahrgangsstufen 9 und 10 leistet seinen Beitrag auf der Grundlage des Kurzfilms "Let´s fight it together" von der britischen Initiative "childnet".

Zur Informationsbeschaffung werden die Eltern der Jahrgangsstufe 7 am 3. März zu einem Vortrag zum Thema "Internet und Handy" in die Realschule eingeladen. Zudem beschäftigt sich die nächste Ausgabe der Schülerzeitung mit "Cyber-Mobbing". Ziele sind die Sensibilisierung der Schüler für das Erkennen eines missbräuchlichen Umgangs mit neuen Medien, das Aufdecken der Motive der Mobbing-Täter und Ratschläge zum Umgang mit dieser Form von Mobbing.

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