Skiläufer in der Erfolgsspur

Sorgten beim Deutschen Schülercup wieder einmal für Furore: Melina Schöttes und Benjamin Selter.

Es glich schon einer kleinen Olympiade. Mehr als 300 Schüler der Jahrgänge 1996 bis 1998 hatten sich für das große Event im Allgäu qualifiziert. Die besten Nachwuchslangläufer aus ganz Deutschland traten zu spannenden Rennen im Deutschen Schülercup an, darunter auch Melina Schöttes und Benjamin Selter.

Erfreulich aus heimischer Sicht war sicherlich die Tatsache, dass nach dem bisher hervorragenden Abschneiden des Attendorners Benjamin Selter mit der Oberhundemerin Melina Schöttes ein weiteres Talent aus der gemeinsamen Trainingsgruppe den Sprung auf die nationale Ebene geschafft hat.

Die nach den bisherigen Rennen der Saison berechtigten Erwartungen an die beiden gingen am ersten Wettkampftag jedoch bei Weitem nicht in Erfüllung. Auf einem steilen und vereisten, 600 Meter langen Kunstschneehang war ein anspruchsvoller alpin Parcours, unter anderem mit Schanze und Buckelpiste, gesteckt worden, der mit Langlaufski durchfahren werden musste.

Nach Stürzen von Melina und Benjamin, sowie einem Fahrfehler, der Benjamin noch zusätzlich eine Zeitstrafe einbrachte, war an vordere Platzierungen nicht mehr zu denken. Beide landeten am Ende im vorderen Mittelfeld ihrer Altersklassen. Vielleicht spielte die Wut im Bauch eine Rolle, denn was beide am darauf folgenden Tag in den Schnee zauberten, war mehr als beachtlich. "Ich hatte ihr schon eine Top-ten-Platzierung zugetraut", bemerkte ein sichtlich stolzer Landestrainer Stefan Kirchner.

Dass in Melina jedoch noch mehr Potenzial steckt, bewies das Ausnahmetalent eindrucksvoll auf der sehr anspruchsvollen Loipe im österreichischen Sulzberg, die wegen Schneemangels kurzfristig als Ausweichort genutzt wurde. Im Feld der mehr als 50 Gleichaltrigen ging die Oberhundemerin das Rennen über fünf Kilometer in der klassischen Technik von Beginn sehr beherzt an und machte schnell deutlich, dass sie zur absoluten Spitze in ihrer Altersklasse in Deutschland gehört.

Am letzten schweren Anstieg musste Melina, unter den Anfeuerungen der Trainer und Betreuer des Westdeutschen Skiverbandes, noch einmal alle Kräfte mobilisieren, denn sie wussten, dass sie ganz vorne mitläuft. Als sie nach nicht einmal 20 Minuten die Ziellinie passierte, kannte der Jubel der mitgereisten Fans und Betreuer keine Grenzen.

Trainingsaufwand hat sich gelohnt

Ein stolzer fünfter Platz stand auf der Anzeigetafel, was das für den SC Oberhundem startende Nachwuchs-Talent selbst erst nicht glauben konnte. Doch bis zum Ende blieb Melina auf diesem hervorragenden, nicht erwarteten Platz und konnte bei ihrem ersten Wettkampfwochenende auf nationaler Ebene bei der feierlichen Siegerehrung freudestrahlend den Pokal des Deutschen Skiverbandes für Platz fünf in Empfang nehmen.

7,5 Kilometer lautete die Zielvorgabe für den für den TV Attendorn startenden Benjamin Selter, der allerdings mit zum Teil heftigem Schneetreiben und aufgeweichter Loipe zu kämpfen hatte. Auf der sehr anspruchsvollen Strecke lief der Attendorner rasch unter die Top 20 und konnte am Ende mit Rang 17 weitere wertvolle Punkte für die Deutsche Meisterschaft einfahren. "Nur drei Zehntelsekunden auf Platz 16 und nicht einmal drei Sekunden auf Rang 15 machen die unglaubliche Leistungsdichte in der Spitze der Schüler deutlich", war Stefan Kirchners Kommentar zum Rennverlauf.

Auch die beiden Heimtrainer, Andreas Schöttes und Uli Selter, zogen ein positives Fazit des Wochenendes: "Wir haben gesehen, dass Melina und Benjamin auch mit den starken Sportlern aus Bayern und Ostdeutschen mithalten können und sich auf Deutschland-Ebene nicht verstecken müssen. Der enorme Trainingsaufwand über das ganze Jahr hat sich ausgezahlt." Für Melina Schöttes war das Wochenende altersbedingt der einzige Einsatz auf nationaler Ebene. Benjamin Selter kann sich schon auf das Finale der Deutschen Meisterschaft der Jahrgänge 1996/97 in Ruhpolding vorbereiten. Vorher steht allerdings für beide Athleten der zweite Teil der westdeutschen- und hessischen Meisterschaft in Willingen an.

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