Weiter „gut auf Kurs“

Bilanz 2019: Sparkasse ALK knüpft an erfolgreiche Jahre an

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Heinz-Jörg Reichmann (r.) und Bernd Schablowski (l.) mit den Mitarbeitern aus dem Bereich Immobilienvermittlung/Baufinanzierung.

Attendorn – Die Wellen von Null- und Negativzins schlagen immer noch hoch, die Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem ist aber weiter „gut auf Kurs“. Das machten die Sparkassen-Direktoren Heinz-Jörg Reichmann und Bernd Schablowski bei der Vorstellung der Bilanz 2019 deutlich.

Wir konnten an die erfolgreichen Jahre 2011 bis 2017 anknüpfen, sind also ,back in the track’“, freut sich Heinz-Jörg Reichmann. Die Gründe sind unter anderem ein wachsendes Kreditgeschäft und ein steigender Provisionsertrag. Die Bilanzsumme der Sparkasse ALK ist stabil im Bereich von rund 1,1 Milliarden Euro geblieben, allerdings: „Wir haben die Bilanzsumme erneut leicht zurückgefahren, auf 1,075 Milliarden Euro“, so Reichmann. Der Bilanzgewinn beträgt 750.000 Euro, im Jahr 2018 lag er bei 625.000 Euro. Reichmann betont: „Stärke ist uns wichtiger als Wachstum.“

Wem sie diese Stärke zu verdanken haben, wissen die beiden Sparkassenvorstände: „Dafür haben wir hart gearbeitet. Das starke Ergebnis verdanken wir daher unseren Mitarbeitern und Kunden.“ Stichwort Kunden: Beim laut Reichmann „echten Kundengeschäft“, dem Kundengschäftsvolumen (Kredite, Kundeneinlagen, im Kundenauftrag verwaltete Wertpapieren), verzeichnet das Kreditinstitut einen satten Zuwachs von 200 Millionen auf über 2,6 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen stieg auf fast 580 Millionen Euro. Darin enthalten sind Kreditzusagen von 118,7 Millionen Euro (+34 Prozent). Allein 47,5 Millionen Euro der Zusagen entfielen auf die Baufinanzierung. „Die Menschen machen aus der Not eine Tugend und nutzen die Niedrigzinsen für Investitionen in Immobilien“, so Schablowski. Doch auch kurzfristige Finanzierungen durch Konsumentenkredite, beispielsweise für einen neuen Pkw oder Kühlschrank – erfreuen sich weiter großer Beliebtheit. So verzeichnet der Verbundpartner der Sparkasse im Bereich Konsumentenkredite, S-Kreditpartner, Neugeschäfte in Höhe von 9,5 Millionen Euro.

Kreditzusagen für die Wirtschaft

Die heimische Wirtschaft erhielt Kreditzusagen in Höhe von 71,1 Millionen Euro – ein Plus von 28,1 Millionen Euro (65,3 Prozent) im Vergleich zu 2018. Damit stieg im Firmenkundengschäft das Kreditvolumen um 4,2 Millionen Euro auf 205,6 Millionen. 

Kleiner Wehrmutstropfen beim Leasing: Nachdem die Sparkasse ALK fünf Mal in Folge den Deutschen Leasing Award gewonnen hatte, reichte es im vergangenen Geschäftsjahr nur für Rang drei. Dennoch verzeichnet das Institut 9,6 Millionen Euro Neugeschäft in diesem Bereich (-500.000 Euro). 

2019 hatte die Sparkasse ALK 770 Millionen Euro an Verbindlichkeiten gegenüber ihren Kunden – 572 Millionen bei Privatkunden (+12,6 Prozent) und 155,6 bei Firmenkunden (-39 Prozent). „Der Rückgang ist durch die Umschichtung der Einlagen in renditestärkere Anlagenformen zurückzuführen“, so Schablowski. Denn aufgrund von Null- und Negativzinsen kommt auch die Sparkasse nicht um Verwahrentgelte herum. „Wir gehen in konkreten Fällen, wenn Firmenkunden Summen über 250.000 Euro bei uns eingelagert haben, gezielt auf die Firmen zu, um mit ihnen alternative Formen der Geldanlage wie Fonds oder Wertpapiere zu besprechen“, erklärt Reichmann.

Provisionsüberschuss von 9,3 Millionen Euro

Beim Wertpapier- und Versicherungsgeschäft verzeichnet das Institut einen Provisionsüberschuss von 9,3 Millionen Euro. Somit verwaltet die Sparkasse im Kundenauftrag derzeit ein Wertpapiervolumen in Höhe von 330 Millionen Euro (+ 19 Prozent), 288 Millionen davon entfallen auf das Privatkundensegment. Denn dort, wo das Sparbuch keine Zinsen mehr bringt, suchen die Kunden Anlagemöglichkeiten, bei denen sie mehr Rendite erreichen. Bei den Firmenkunden stieg der Wertpapierbestand stieg um 18,3 Millionen auf 42,5 Millionen Euro (+ 75,5 Prozent).

19,8 Millionen Euro betrug das Gesamtvolumen der 2019 bei der Sparkasse abgeschlossenen Lebensversicherungen (+8,6 Prozent) – 470.000 Euro betrug das Neugeschäft bei den Sachversicherungen, 54.000 Euro bei Kranken- und Pflegeversicherung. „Beide Werte liegen unter dem Vorjahr – aber mit diesem Ergebnis sind wir die vertriebsstärkste Sparkasse in Westfalen-Lippe“, erklärt Reichmann. 

Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse 665.000 Euro in Baumaßnahmen investiert und dabei auch die Geschäftsstelle in Attendorn komplett modernisiert. „Es kostet Geld, wenn wir leistungsfähig und für unsere Kunden attraktiv bleiben wollen,“ sagt Heinz-Jörg Reichmann. Zum Ende des Geschäftsjahres hatte die Sparkasse 2019 199 Mitarbeiter, davon 17 Auszubildende – von denen mittlerweile sechs ihre Prüfung bestanden haben.

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