„Nicht Mitleid, sondern Respekt verdienen“

St.-Ursula-Gymnasium entlässt 92 Abiturienten in gemeinsamen Wortgottesdienst

Schulleiter Markus Ratajski gratuliert den Jahrgangsbesten Apostolos Siskou, Jonas Selter und Luisa Frey zu den herausragenden Leistungen.
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Schulleiter Markus Ratajski gratuliert den Jahrgangsbesten Apostolos Siskou, Jonas Selter und Luisa Frey zu den herausragenden Leistungen.

Attendorn – „Schlechtes Ohmen Ken wa nich“: Als die Abiturientia des St.-Ursula-Gymnasiums im Herbst 2019 so optimistisch ihr Motto, angelehnt an die Namen ihrer Stufenleiter Doris Kennemann und Sebastian Ohm, wählte, konnte keiner ahnen, wie ihr letztes Schuljahr enden würde. Nicht nur, dass die Corona-Pandemie für Unsicherheit bezüglich der Durchführung der Abiturprüfungen sorgte. Sie machte zudem alle traditionellen Feierlichkeiten wie die Mottowoche, das Bäumchensetzen, die Entlassfeier und den Abiball unmöglich.

Die Jahrgangsstufe zeigte sich trotz der schwierigen Umstände kreativ und entschied sich bewusst zur Feier ihrer Entlassung für einen gemeinsamen Wortgottesdienst mit Zeugnisübergabe in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, den ihre Angehörigen aufgrund der begrenzten Platzzahl als Livestream verfolgen konnten. Der Gottesdienst stand unter dem Thema „To be human – Einfach Mensch sein“. Dies mache deutlich, dass der Mensch verwundbar und nicht alles planbar sei, wie die zelebrierenden Schulseelsorger Diakon Sebastian Springob und Wolfgang Dröpper eingangs ausführten. 

Symbole für den jeweiligen Lebensabschnitt

Auch die Stufensprecher Luisa Frey und Jonas Selter betonten in ihren Begrüßungsworten, dass ihre Stufe sich durch die Corona-Pandemie nicht entmutigen ließ und nach Lösungen gesucht habe. Damit seien sie einzigartig und benötigten kein Mitleid. Gemeinsam mit den drei anderen Stufensprechern Clara Lück, Maximilian Epe und Apostolos Siskou ließen sie ihre Schulzeit an St. Ursula immer unter der Perspektive des „Mensch Seins“ Revue passieren. Dazu hinterlegten sie vom Klassenmaskottchen aus der Unterstufe bis zur kleinen Tanne für das Bäumchensetzen ein Symbol für den jeweiligen Lebensabschnitt am Altar. Die Elternpflegschaft, die Schülervertretung, der Konvent der Ursulinen, das Kollegium, der Ehemaligenverein und die Abiturientia selbst hatten passend zum Thema Fürbitten formuliert, die von den Stufensprechern vorgetragen wurden. 

Zusammen mit Musiklehrer Christoph Schulte übernahmen Feleknaz Aldadak, Amelie Grote und Simon Groll aus dem Abiturjahrgang die musikalische Gestaltung. Auch eine Abordnung des Vokalpraktikums der Jahrgangsstufe Q1 schickte mit einem Kanon per Video Grüße. 

Keine Angst vor der Zukunft

Schulleiter Pastor Markus Ratajski, der den Gottesdienst aufgrund der integrierten Zeugnisübergabe auch als Erntedankfest charakterisierte, betonte in seiner Ansprache, dass dieser Jahrgang in der Tat einzigartig sei und anstelle von Mitleid eher Respekt für die Bewältigung der Herausforderungen verdient habe. Das Motto „Schlechtes Ohmen Ken wa nich“ fasse alles zusammen, was „Mensch Sein“ bedeute: der Glaube als persönliche Bindung an Gott, ein positives Grundvertrauen und gelebte Solidarität. Wer nach diesen Prinzipien lebe, brauche keine Angst vor der Zukunft zu haben. 

Anschließend überreichte Ratajski den 92 Abiturienten ihre Zeugnisse, bei denen 25 Mal die Eins vor dem Komma steht. Als Jahrgangsbeste wurden Apostolos Siskou mit einem Durchschnitt von 1,0 sowie Luisa Frey und Jonas Selter mit 1,1 geehrt. Sobald wieder Veranstaltungen in einem größeren Rahmen erlaubt sind, werden die Abiturienten ihren Schulabschluss auch gemeinsam mit den Familien im Forum des St.-Ursula-Gymnasiums gebührend feiern.

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