Suchtprobleme in JVA

Wie gehe ich mit Menschen außerhalb unserer Gesellschaft um? Was ist zu beachten, wenn ich mit Häftlingen mit Drogenproblemen zusammenarbeiten möchte? Sind wir Menschen 2. oder 3. Klasse? Diese und noch mit vielen anderen Fragen beschäftigen sich die Gruppenleiter und Stellvertreter(in) von Sucht-Selbsthilfegruppen aus Attendorn, Dortmund und Schwerte, die seit vielen Jahren die JVA-Betreuung ausüben.

Um sich mit Erfahrungswerten und fachlichen Unterstützungen permanent auszutauschen, wird seit 1. Januar 2008 eine neue Selbsthilfegruppe in Attendorn gegründet.

Die Mitglieder dieser Selbsthilfegruppe mit der Bezeichnung: S - H - S (Selbst - Hilfegruppe für Menschen mit Suchtproblemen in Attendorn - Dortmund- Schwerte) treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und Schulungen in Attendorn. Nach Rücksprache mit den Leitern der jeweiligen Justizvollzugsanstalten wurde diese Gruppierung akzeptiert und anerkannt. Es geht in erster Linie bei den Aufgaben der Selbsthilfegruppe darum, nach dem Arbeitsauftrag des Ministeriums für Frauen, Familien, Jugend und Gesundheit des Landes NRW zu handeln: Haftvermeidung - Haftverkürzung - und Haftverschonung. Daher steht die Vermittlung in stationäre oder ambulante Therapie im Vordergrund jeder Beratungs- und Betreuungstätigkeit. Dem inhaftierten, abhängigkeitserkrankten Straftäter sollen die Möglichkeiten aufgezeigt werden, ein abstinentes-straffreies und zufriedenes Leben führen zu können. Das soziale Netzwerk, auf das der abhängige Inhaftierte zurückgreifen kann, soll aus Bewährungshilfe, Suchtberatungsstelle, Selbsthilfegruppe und Betreuung bestehen.

Zur Unterstützung hat die Selbsthilfegruppe folgende Verbindungen: Fachklinik für Suchterkrankte in Bad Fredeburg sowie LOTSE (DBH-Bildungswerk zur Förderung und Unterstützung von Freier Hilfe im Arbeitsfeld von Sozialer Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik).

Permanenter Austausch geplant

In einem ersten Tagesseminar in Attendorn wurde durch den Therapeuten von der Fachklinik Bad Fredeburg, den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe S-H-S die Grundlagen der Betreuung suchtkranker, inhaftierter Straftäter vermittelt.

Geplant ist ein permanenter Austausch mit und ohne Unterstützung der Fachklinik Bad Fredeburg bei den Betreuern. Ein Austausch mit den Betreuern/Ansprechpartner in den jeweiligen JVA's ist angedacht und wird bei den nächsten Terminen erfolgen. Rückfragen bei Eckehard Borschdorf, Tel.: 02722/51585.

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