Die Suche nach „Opfern“

THW-Ortsverband nutzt Abrissgelände zur Übung

Auf dem Abrissgelände der ehemaligen Bäckerei Kemmerich in Attendorn übte der THW-Ortsverband Olpe mit seinen Rettungshunden.
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Auf dem Abrissgelände der ehemaligen Bäckerei Kemmerich in Attendorn übte der THW-Ortsverband Olpe mit seinen Rettungshunden.

Attendorn. Viel wurde geplant und diskutiert – jetzt laufen die Abrissarbeiten der Immobilie der ehemaligen Bäckerei Kemmerich im Kreuzungsbereich „Torenkasten“ und „Breite Techt“. Viele alteingesessene Attendorner beobachteten in der vergangenen Woche etwas wehmütig und mit vielen Erinnerungen, wie der Gebäudekomplex nach und nach in sich zusammenfällt. Auch dieses Mal gab es wieder einige Schaulustige.

Diesmal galt das Interesse der Fachgruppe Ortung des THW-Ortsverband Olpe mit ihren Rettungshunden. Für die Hunde bietet das Trümmergelände optimale Trainingsbedingungen. Der Schwerpunkt der THW-Rettungshunde liegt bei der Trümmerarbeit und deshalb sind solche Abrissgelände wie in Attendorn sehr gefragt. Das Gelände bietet Möglichkeiten für jeden Ausbildungsstand. Die Fachgruppe Ortung hat zwei geprüfte Rettungshunde für Trümmer- und Fläche, einen geprüften Rettungshund für Trümmer und vier Hunde in der Ausbildung. Für die Hunde in Ausbildung stellt bereits das Begehen der Trümmer eine große Herausforderung dar. Hier wird mit offenen Versteckpersonen gearbeitet. Wenn der Hund diese erreicht hat, gibt es als Bestätigung etwas Leckeres zu fressen. 

Die nächste Stufe ist die Anzeige von Versteckpersonen. Auf den Trümmern geht das nur mit Verbellen, da die „Opfer“ ja im Ernstfall auch verschüttet sein können. Das Verbellen wird nach und nach aufgebaut, bis es für den Rettungshund absolut selbstverständlich ist. Für die geprüften Hunde sind die Versteckpersonen außer Sichtweite. Hier wurde auch die ehemalige Bäckerei mit einbezogen. Über die Trümmer drangen die Hunde ins Gebäude ein und durchsuchten dort den Keller und die ehemaligen Wohnräume. 

Zeitintensive Arbeit mit hoher Verantwortung

Die Rettungshundearbeit funktioniert nur im Team. Der Hundeführer leitet den Hund und muss immer die Kontrolle behalten. Andererseits beruht der Erfolg eines Teams auch darauf, dass der Hund einhundertprozentiges Vertrauen zu seinem Hundeführer hat. Er ist dafür verantwortlich, die Lage im Ernstfall für alle Beteiligten richtig einzuschätzen. Ein Rettungshundeteam muss regelmäßig trainieren. Jedes Jahr muss ein Einsatztest auf einem Trümmergelände absolviert werden. Alle drei Jahre gibt es eine Wiederholungsprüfung, sowohl in den Trümmern als auch in der Fläche. „Die Rettungshundearbeit ist sehr zeitintensiv und die Hundeführer tragen eine hohe Verantwortung“, erklärte Sebastian Solbach, Ortsbeauftragter des THW Olpe. 

Doch die Helfer der Fachgruppe Ortung sind sich einig: „Es macht großen Spaß, vor allem wenn man die Entwicklung seines Hundes sieht“. Die Fachgruppe Ortung trainiert mit ihren Hunden zweimal in der Woche. Trainingsgelände, egal ob in den Trümmern oder in der Fläche werden immer gesucht. „Es ist sehr wichtig, dass wir ständig wechselnde Übungsgebiete haben“, so Ausbilderin Birgit Stracke. 

Wer der Fachgruppe Ortung etwas zur Verfügung stellen will, kann sich mit dem THW Ortsverband Olpe in Verbindung setzen.

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