Kreis wartet auf Ergebnis einer Untersuchung

Gerissenes Reh am Bikepark gefunden - war es möglicherweise ein Wolf?

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Attendorn/Schönau. Grausiger Fund in Attendorn: In unmittelbarer Nähe des Bikeparks (Hubertushütte) wurde am Nachmittag des 3. Januar ein Reh tot aufgefunden. Weil das Tier fürchterlich zugerichtet war, gehen Experten davon aus, dass ein größerer Hund es gerissen hat - aber auch ein Wolf könnte es gewesen sein. Es ist nicht der einzige rätselhafte Fall.

Ein markanter Kehlbiss und der Zustand des Rehs lassen vermuten, dass ein größerer Hund für den Tod des Rehs verantwortlich sein muss. Allerdings gehen die Verantwortlichen auch der Möglichkeit nach, dass es ein Wolf gewesen sein könnte. 

"Leider kommt es immer wieder vor, dass gerade Rehe von freilaufenden Hunden gehetzt und gerissen werden. Verantwortungslose Hundeführer schätzen ihre Hunde falsch ein", erklärt Ulrich Keine, der Jagdausübungsberechtigte im betroffenen Bezirk. "Mein Hund macht das nicht, der bleibt auf dem Weg", sei die häufige Aussage der angesprochenen Hundeführer, so Keine. "Sie sind in dieser Hinsicht absolut beratungsresistent. Sie reagieren eher sehr genervt und gereizt, wenn sie dazu angesprochen werden." 

Nicht eindeutig einem Hund zuzuordnen

Da bei dem aufgefundenen Reh aber ein sehr markanter Kehlbiss von einem größeren Beutegreifer erkennbar war und auch die Art und Weise, wie es angefressen war, nicht eindeutig einem wildernden Hund zuzuordnen ist, wurde der Wolfsbeauftrage des Kreis Olpe, Antonius Klein vom Fachdienst Umwelt, informiert und zu Rate gezogen. Antonius Klein hat das Reh eingehend untersucht und mit Fotos dokumentiert. Aus dem sehr markanten Kehlenbiss in dem Bereich, wo die Eckzähne zugepackt haben, wurde ein Abstrich genommen, der zur genetischen Bestimmung an ein Prüfinstitut weitergeleitet wird. 

Ob es ein großer Hund oder aber tatsächlich doch ein Wolf war, der das Reh gerissen hat, werde erst das Ergebnis der gentechnischen Untersuchung zeigen. Bis das Ergebnis vorliegt, könnten allerdings einige Wochen vergehen. In diesem Zusammenhang ergeht die wiederholte Bitte an die Hundebesitzer, ihre Hunde doch an der Leine zu führen. „Auch Hundeführer haben eine Verantwortung gegenüber den Wildtieren und der Natur“, appelliert Ulrich Keine an die Vernunft der Hundebesitzer.

Kommentar: Der obligatorische Ruf nach dem Hund an der Leine ist völlig unsinnig

Das tote Reh aus Attendorn ist alledings nicht der einzige Fall, in dem der Wolfsbeauftragte Antonius Klein zuletzt tätig werden musste. Auch in Schönau gibt es Mutmaßungen, dass ein Wolf ein Tier gerissen haben könnte: Dort machte ein junger Mann vor einigen Wochen, als er nach seinen Rindern schauen wollte, eine grausige Entdeckung. Nur ein Hinterbein fand er, als er ein Kalb suchte. Der Rest der Tiers: spurlos verschwunden. 

Beunruhigung in der Bevölkerung 

Da dieses aber aus seiner eigentlich zu groß war, um von einem Fuchs oder Dachs weggeschleppt worden zu sein, verständigte er den Kreis Olpe, woraufhin sich Antonius Klein auf den Weg nach Schönau machte. "Wir haben zunächst vermutet, dass es eher kein Wolf war", so Annika Schulze Forsthövel vom Fachdienst Umwelt des Kreises. Das Kalb habe auch aus anderen Gründen verendet sein können und kleinere Raubtiere hätten sich am Kadaver zu schaffen gemacht. 

Dennoch sei Klein vor Ort gewesen, um sich das Ganze anzuschauen - und er machte einen Abstrich von den Überresten, um diesen ebenfalls in ein Labor zu schicken. "Vor Ort sprach nichts dafür oder dagegen, dass es ein Wolf gewesen ist“, begründete Schulze Forsthövel diesen Schritt, den Sachverhalt eindeutig abklären zu lassen. Denn machen erstmal Gerüchte über einen Wolf die Runde, ist die Beunruhigung in der Bevölkerung groß - gerade in einem Ort wie Schönau, in dem es ja unter anderem eine Kindertagesstätte gibt. Doch auch in diesem Fall liegen dem Kreis noch keine Ergebnisse der genetischen Untersuchung vor.

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