Reichlich Informationen in der Waldenburger Bucht

Wanderausstellung „Flusskrebse in NRW“

Peter Lange, Vorsitzender der Sportfischergemeinschaft Waldenburg-Biggesee und Ulrich Kesten freuen sich in ihrem Vereinshaus die Wanderausstellung Flusskrebse in NRW zu präsentieren. Foto: Anette Leusmann

Attendorn. Die Wanderausstellung „Flusskrebse in NRW“ ist vom 23. bis 29. Mai im Vereinsheim der Sportfischereigemeinde Waldenburg Biggesse zu besichtigen. Die Ausstellung steht unter der Trägerschaft vom Naturschutzbund (NABU), NRW und Fischereiverband NRW.

Ausstellungseröffnung ist am Dienstag, 23. Mai, um 10.30 Uhr. Danach ist die Ausstellung täglich von 9.45 bis 17.45 Uhr geöffnet.

Es gibt in Europa verschiedene Krebsarten. Die ursprünglich heimischen Flusskrebsarten, die Edelkrebse und die Steinkrebse sind mittlerweile vom Aussterben bedroht und stehen unter Naturschutz. Im 19. Jahrhundert setzte man in Italien amerikanische Flusskrebse aus. Es bildeten sich verschiedene Arten, welche sich europaweit ausbreiteten.

Im Spätsommer des vergangenen Jahres saßen sie Sportfischer in ihrer Stammtischrunde im Vereinsheim in der Waldenburger Bucht zusammen. „Dort kam dann die Frage auf, wie man die verschiedenen Krebsarten unterscheiden kann“, erinnerte sich Ulrich Kesten. Er ist bereits seit Gründung der Sportfischergemeinschaft Mitglied des Vereins. Er begann daraufhin zu recherchieren und stieß auf der Seite des Landesfischereiverbands auf das Edelkrebsprojekt NRW. Dieses informiert neben der Erfassung der Flusskrebsbestände die Öffentlichkeit auch über die spezielle gefährdete Situation der heimischen Flusskrebse.

Die amerikanischen Flusskrebse tragen Krankheitserreger in sich. Sie selbst können sich dagegen schützen, doch für die heimischen Flusskrebse ist der Erreger tödlich.

Das dadurch ausgelöste Massensterben des früher häufig vorkommenden Edelkrebses brachte der Krankheit den Namen „Krebspest“ ein. Diese Erkrankung stellt die mit Abstand größte Bedrohung für die heimischen Flusskrebse, aber auch für die in der Aquakultur gehaltenen Edelkrebse dar. „Der heimische Edelkrebs ist ein erschreckendes Beispiel dafür, welche Folgen das unbedachte Aussetzen von nicht heimischen Arten haben kann“, erklärte Projektleiter Harald Groß.

Neben den sich natürlich ausbreitenden amerikanischen Flusskrebsen gibt es ein weiteres Problem: Wenn sich Flusskrebse in Aquarien gut vermehren, werden sie häufig aus falsch verstandenem Tierschutz ausgesetzt. Dadurch werden tausende heimische Flusskrebse getötet. Eine weitere Quelle sind Gartenteiche, aus denen Flusskrebse aktiv abwandern. Sie sind in der Lage, bei feuchter Witterung längere Stecken über Land zu laufen, um so andere Gewässer zu erreichen.

Die Wanderausstellung bietet den Besuchern reichlich Informationen über die unterschiedlichsten Flusskrebse und die bestehende Problematik. Neben informativen Schautafeln gibt es ein 2000 Liter Schau-Aquarium mit Edelkrebsen.

Die Sportfischergemeinschaft Waldenburg Biggesee möchte mit der Ausstellung in Kooperation mit dem Edelkrebsprojekt NRW seinen Beitrag zum Schutz der heimischen Flusskrebse leisten. Besonders interessant ist die Ausstellung für Schulen. „Im Rahmen des Edelkrebsprojektes gibt es im Internet für Schulen ein komplettes biologisches Projekt“, so Kesten.

Für Rückfragen zur Wanderausstellung und Terminabsprache steht Ulrich Kesten unter Ulrich.Kesten@web.de zur Verfügung.

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