Mauer aus dem 13. Jahrhundert entdeckt?

Überraschender Fund bei Bauarbeiten am Wassertor in Attendorn

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Das l-förmige Fundament im zukünftigen Rohrgraben ist nur noch teilweise erhalten und schon durch ältere Leitungen gestört. Im Hintergrund sieht man seitlich vor den Stromkästen die Torzwingermauer unterhalb der obertägig gleich verlaufenden Gartenmauer auf der Westseite des Wassertors.

Attendorn - Bei den Bauarbeiten rund um das Wassertor in Attendorn hat es erstaunliche Funde gegeben, die in der Form nicht erwartet worden waren.

Die LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe, begleitet seit Mitte Juli die Ausschachtungsarbeiten am Wassertor in enger Abstimmung mit der Stadt Attendorn und der Baufirma Kebben. Zunächst kamen wenige Reste des Tores in seiner jüngeren Ausbauphase des 14. Jahrhunderts zutage. Dabei handelte es sich vor allem um die westliche Begrenzungsmauer des Torzwingers.

Überraschend war allerdings in der vergangenen Woche der Fund eines äußerst massiven, mehr als einem Meter breiten weiteren Fundaments mittig im Torbereich gelegen. Es konnte mit seiner Ausrichtung und Positionierung mit keinem von den überlieferten Ansichten bekannten Gebäudeteilen in Einklang gebracht werden. Die LWL-Archäologie vermutete deshalb, dass es sich hierbei um eine Mauer der ersten Steinbauphase des Wassertores aus dem 13. Jahrhundert handelt, die bislang archäologisch noch nicht nachgewiesen war und deren genaue Gestaltung auch aus anderen Quellen, wie Bild und Schrift nicht überliefert ist.

Es könnte sich bei dem Fundament eventuell um das Widerlager einer über den Wassergraben reichenden Zugbrücke handeln, so vermutete Dr. Eva Cichy von der LWL-Archäologie. In den kommenden Tagen hoffen die Archäologen noch auf datierende Funde, die diese ersten Ideen untermauern könnten.

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