Neuausrichtung der Klinik bedeutet auch Personalabbau

Umbruch in St. Barbara

Einsparungen gibt es in Zukunft im Krankenhaus St. Barbara – auch beim Personal. Das erklärt die Geschäftsführung der Klinik. Foto: Andrea Vollmert

Attendorn. Das Krankenhaus St. Barbara wird neu aufgestellt. Seit März gehört das Krankenhaus zu den Helios Kliniken, die den bisher wirtschaftlich verlustreichen Standort durch eine umfangreiche Neustrukturierung erhalten wollen.

Dabei werden sowohl die Kosten der Klinik reduziert, als auch in neue medizinische Angebote investiert, die der Klinik mehr Patienten bringen sollen.

Klinikgeschäftsführer Tobias Hindermann hat das geplante Konzept am Freitag vorgestellt. Die Planungen wurden, nach Angaben von Helios, vorab mit dem Wirtschaftsausschuss des Betriebsrates besprochen.

„Die Klinik Attendorn schreibt seit mehreren Jahren rote Zahlen – trotz nachweislich guter Medizin und Pflege. Die wirtschaftliche Lage der Klinik ist so schlecht, dass auch für dieses Jahr mit einem deutlichen Verlust gerechnet wird. Wenn wir den Standort mit hoher Qualität erhalten wollen, müssen wir reagieren“, erläutert Tobias Hindermann die Ausgangslage.

Das geplante Konzept soll auf zwei Säulen ruhen: Einerseits will Helios in die Ausweitung von Leistungen an der Klinik investieren und damit auch die Versorgungsqualität weiter steigern, andererseits muss die Kostenstruktur angepasst werden, um dauerhafte Verluste abwenden und Schulden tilgen zu können.

Die Personalkosten der Klinik werden aktuell nicht durch die Einnahmen gedeckt. Daher muss auch Personal reduziert werden. Gleichzeitig sollen die schlecht ausgelasteten Stationen reduziert und neu strukturiert werden, so dass die Mitarbeiter weniger Stationen versorgen werden, die dann aber besser ausgelastet sind. Ohne diese Einsparungen kann, nach Angaben von Helios, der Klinikstandort nicht dauerhaft erhalten werden.

Rund 70 Entlassungen geplant

Insgesamt werden in der Klinik zukünftig etwa 60 und bei Dienstleistern etwa 12 Vollzeitstellen wegfallen und damit etwa 70 der ungefähr 430 Klinikmitarbeiter von den Maßnahmen betroffen sein. Nach den aktuellen Planungen wird sich der Personallabbau über alle Personalbereiche erstrecken. Details werden erst in den folgenden Verhandlungen herausgearbeitet.

„Ich bedauere sehr, dass es zum Abbau von Arbeitsplätzen kommen muss, um den Klinikstandort insgesamt erhalten zu können. Die Wirtschaftlichkeit der Klinik und damit die Erhaltung einer qualitativ hochwertigen Krankenhausversorgung für die Menschen der Region hat für uns höchste Priorität. Je besser sich unsere Einnahmen dabei entwickeln, desto weniger müssen wir an Personalkosten sparen“, erläutert Tobias Hindermann.

Im Zentrum der Planungen stehen die medizinischen Neuerungen. Zur Verbesserung der Notfallversorgung in der Region und zur Zukunftssicherung der Klinik soll bis Mitte 2015 ein modernes Herzkatheterlabor aufgebaut werden, das rund um die Uhr betrieben werden könnte. Zudem ist noch in diesem Jahr der Aufbau einer neuen Abteilung für stationäre Schmerztherapie geplant. Auch die Geriatrie soll weiter ausgebaut werden. Ergänzend sind im Bereich von Komfort und Service Neuerungen geplant. Helios investiert hierfür in den Bau einer Wahlleistungsstation, die zusätzliche Patienten mit gehobenen Service und einer Komfortunterkunft ansprechen soll.

„Unsere Mitarbeiter leisten gute Arbeit und wir erhalten positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Klar ist aber auch, dass die Kosten nicht höher sein dürfen als die aktuellen Einnahmen des Hauses. Das ist eine Grundbedingung, um am Standort wieder etwas aufbauen zu können. Dann werden die Qualität der Medizin und neue Angebote auch mehr Menschen in die Klinik bringen“, fasst Tobias Hindermann zusammen.

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