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Unbekannte protestieren mit kreativer Idee gegen die Schließung der Geburtsstation der Helios Klinik

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Von: Andrea Vollmert

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Protest Aktion Helios Klinik Attendorn
Diese Leine mit Sprüchen und Stramplern war auf dem Rathausplatz zu finden. © Privat

Rund ums Attendorner Rathaus, in der Wasserstraße, auf dem Feuerteich und in einigen Bäumen der Innenstadt hingen am Mittwochabend und am frühen Donnerstagmorgen Wäscheleinen mit Protestschildern – mit niedlicher Babywäsche dekoriert.

Attendorn - Die Aussagen waren eindeutig: „Wenn Geburten sich nicht mehr lohnen“, „In Attendorn landet kein Storch mehr“, „Attendorner müssen in Attendorn geboren werden“, „500 Kinder im Jahr sind zu wenig“ oder „Keine Attendorner Mariechen mehr“.

In weiten Teilen der Innenstadt haben sich Unbekannte damit zur geplanten Schließung der Geburtenstation der Helios Klinik (der Kurier berichtete) geäußert – und ihrem Unmut Luft gemacht. „Unsere Gesundheit soll nicht gewinnbringend sein“ ist eine der Forderungen, genauso wie „Familien in Planung, wehrt Euch!!“.

Die Urheber der Aktion haben sich viel Mühe gegeben, ihren Standpunkt öffentlich zu machen. Das aber nur für kurze Zeit: Die Schilder wurden wohl nach Sonnenuntergang am Mittwoch aufgehängt – und bereits am frühen Donnerstagmorgen vom Attendorner Ordnungsamt wieder entfernt.

Für die Stadtverwaltung ist es eine Gratwanderung. „Wir stehen ja grundsätzlich hinter der Aussage“, erklären Bürgermeister Pospischil und Pressesprecher Tom Kleine unisono. Speziell an einem historischen Denkmal, wie dem Portal der Franziskanerkirche, sei es aber zumindest bedenklich, dort so etwas aufzuhängen.

„Es zeigt, dass die Station vielen Bürgern wichtig ist“, sind sich Pospischil und Kleine sicher. „Daher haben wir den Initiatoren angeboten, ihre Protestaktion im Rahmen des Wochenmarktes noch einmal zu präsentieren – dann aber nach Absprache und nicht direkt am Franziskanerportal befestigt.“

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