Von- und miteinander lernen

Unternehmensnetzwerk feiert in Burg Schnellenberg 20-Jähriges

+
Veranstalter Dr. Hartmut Neckel (3.v.r.) moderierte die Podiumsdiskussion zwischen (v.l.) Arndt G. Kirchhoff, Dr. Martin Kurpjoweit, Thomas Degen, Dietrich Alberts und Dr. Sarah Schniewindt.

Kreis Olpe. „Menschen brauchen andere Menschen, um sich (weiter) zu entwickeln, Unternehmen brauchen andere Unternehmen“ – getreu dieser Prämisse von Dr. Hartmut Neckel, der den Firmen beratend zur Seite steht, kamen am vergangenen Mittwoch heimische und auswärtige Geschäftsführer, Personalleiter und Ideenkoordinatoren zum 20-jährigen Bestehen ihres Unternehmensnetzwerks auf Burg Schnellenberg zusammen.

„Was vor 20 Jahren vor dem Hintergrund der damals hohen Arbeitslosigkeit als Verbundprojekt zur Stärkung des Automobil-Standorts NRW begann, hat sich mittlerweile zu einem stabilen informellen Netzwerk entwickelt, an dem über 30 Unternehmen verschiedenster Branchen aus Südwestfalen in unterschiedlicher Intensität mitwirken, um mit- und voneinander zu lernen“, begrüßte Dr. Hartmut Neckel die anwesenden Unternehmer. Zielte die Zusammenarbeit vor 20 Jahren noch darauf, sich gegenseitig beim Aufbau eines funktionierenden Ideenmanagements zu unterstützen, so hat sich das im Netzwerk bearbeitete Themenspektrum längst auf fast alle relevanten Querschnittsthemen wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement, Arbeitsattraktivität und Führung, Personalentwicklung und Qualifizierung, Veränderungs- und Innovationsmanagement erweitert. Vorteile für die teilnehmenden Unternehmen: sie können Themen bearbeiten, für die ihnen im Alleingang die Ressourcen fehlen, und sie profitieren zusätzlich vom Erfahrungsschatz der anderen Partner. „Keiner muss das Rad zum zweiten Mal erfinden.“ 

Als besonderen Ort des Treffens wählte er die Burg Schnellenberg, wo auch schon die Abschlussgespräche des ersten Treffens sowie das zehnjährige Bestehen gefeiert wurden. In seiner Zeit- und Themenreise durch die vergangenen 20 Jahre hob Neckel hervor, dass es viele Berührungspunkte zwischen den einzelnen kleinen sowie großen Unternehmen gebe und ein Erfahrungsaustausch mit anschließender Reflektion zum Erfolg aller beitragen könne. Zudem unterstrich er die Wichtigkeit von Vertrauen, Integrität und Anstand innerhalb eines Unternehmens und zwischen den Unternehmen. 

„Ideenprozesse einfach gestalten“ 

Dietrich Alberts von der „Gust. Alberts GmbH Co.KG“ in Herscheid erklärte, dass die Institutionalisierung der gemeinsam erarbeiteten Ideen Früchte trage. „Wir versuchen, schon Azubis dafür zu begeistern, uns aktiv Verbesserungsvorschläge zukommen zu lassen.“ Er erläuterte: „Wir müssen Ideenprozesse einfach gestalten, sodass die Hemmschwelle für Mitarbeiter, uns Verbesserungen mitzuteilen, nach unten geht.“ Zudem hätte man im Unternehmensnetzwerk während der Wirtschaftskrise gemeinsam gelitten und sich gemeinsam Hoffnung gemacht. „Betroffene wurden zu Beteiligten.“ 

Dirk Alte von „Wilhelm Alte GmbH“ in Plettenberg pflichtete ihm bei: „Nicht die Prämie steht bei den Mitarbeitern im Vordergrund, sondern die Anerkennung und Wertschätzung motivieren Mitarbeiter zu Verbesserungsvorschlägen.“ Auch sei der Austausch im Verbund des Netzwerks „sehr befruchtend“. 

Thorsten Cramer von der „Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH“ hierzu: „Niemand ist sich hier zu Schade, auch zunächst unkonventionell anmutende Ideen zu präsentieren. Somit eröffnen sich ganz andere Blickwinkel auf das eigene Unternehmen.“ 

Arndt G. Kirchhoff mahnte in seinem Festvortrag vor uneindeutigen, herausfordernden Zeiten. „Durch Globalisierung und Digitalisierung wird die Wirtschaft immer komplexer.“ Dem technischen Fortschritt sieht er jedoch positiv entgegen: „Viele Mitarbeiter haben Angst, dass Roboter ihnen ihre Arbeitsplätze streitig machen. Es hat sich jedoch bei jeder technischen Revolution herausgestellt, dass es hinterher mehr Beschäftige gab als vorher. Dies führt wiederum zu noch mehr Wohlstand.“ Im Hinblick auf die Unternehmen betonte er, dass nicht die Größe, sondern ihre Nachhaltigkeit entscheidend sei. Er empfahl den Anwesenden, „eine aktive Kommunikation nach innen: Die Sicherstellung gegenseitigen Vertrauens und Wertschätzung war, ist und bleibt die Grundlage für ein erfolgreiches Unternehmen.“ 

„Das höchste Gut ist die Verlässlichkeit“ 

Der einheitliche Konsens der sich anschließenden Podiumsdiskussion zwischen Dr. Sarah Schniewindt, Dietrich Alberts, Thomas Degen, Arndt G. Kirchhoff und Dr. Martin Kurpjoweit war, dass die Wirtschaft aktuell im Umbruch ist, sich daraus gleichermaßen Risiken wie auch Chancen entwickeln. Zudem werden weiche Faktoren wie Vertrauen, gegenseitiger Respekt und die Wertschätzung von Mitarbeitern in den einzelnen Unternehmen immer wichtiger. 

Thomas Degen: „Das höchste Gut in familiengeführten Unternehmen ist die Verlässlichkeit. Wir müssen Vertrauen schaffen, Schulungen und das lebenslange Lernen ermöglichen, unsere Blickwinkel öffnen und Beratung entgegen nehmen.“ Dietrich Alberts und Arndt G. Kirchhoff ergänzten: „Unsere Mitarbeiter, wie auch wir, müssen uns trauen, uns gegenüber neuen Techniken, Methoden und Vorschlägen zu öffnen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare