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Veranstaltungsreihe „Shalom Attendorn 2018“ vorgestellt

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Von: Anette Leusmann

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Die Initiatoren Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine stellten das Programm gestern im Rathaus der Stadt Attendorn vor. © Anette Leusmann

Attendorn. Unter dem Titel „Shalom Attendorn 2018“ wird es in diesem Jahr eine Reihe von Veranstaltungen in Attendorn rund um das Judentum geben. Am Montag stellten die Initiatoren Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine im Rathaus der Stadt Attendorn diese Veranstaltungsreihe vor.

„Ich bin überwältigt von dem Interesse, was hier besteht“, freute sich Bürgermeister Christian Pospischil bei dem Blick in den gut gefüllten Ratssaal. „Es ist eine Veranstaltungsreihe, die nicht so gewöhnlich ist“. Hintergrund ist der 80. Jahrestag der Novemberprognome 1938, von denen auch Attendorn stark betroffen war. Aus diesem Anlass soll eine Gedenkstelle für die unbestatteten Juden auf dem jüdischen Friedhof errichtet werden. Die Idee dazu kam von dem ehemaligen Stadtdirektor Hans-Joachim Sperling. Im Jahr 2015 schrieb er einen Brief an Hartmut Hosenfeld und berichtete das in Soest eine Gedenkstele auf dem jüdischen Friedhof errichtet würde. Er fragte, ob das nicht auch eine Möglichkeit für Attendorn wäre, den unbestatteten Juden zu Gedenken. Hosenfeld nahm die Idee auf und am 13. April 2016 fand ein erstes Treffen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung statt. Alle Beteiligten stimmten dem Vorhaben zu. Auch der Jüdische Landesverband als Besitzer des Jüdischen Friedhofs gab seine Einwilligung. Den Zuschlag für die Erstellung der Stelle bekam der heimische Steinmetz Joachim Esslinger. „Wir wollten die eine oder andere Veranstaltung um dieses Thema anbieten und durch die große Beteiligung von Attendorner Schulen und Vereinen ist dass Ganze durch die Decke gewachsen“, erklärte Tom Kleine lächelnd.

Fest geplant sind nun 20 Veranstaltungen im schulischen, kulturellen, kirchlichen und sportlichen Bereich, doch es werden immer mehr. „Dadurch was wir hier in Attendorn tun, bekommen die verstorbenen jüdischen Mitbürger die Würdigung die sie verdient haben“, bekräftigte Hartmut Hosenfeld. Den Auftakt bildet eine Fahrt zur Gedenkstätte Bergen Belsen am Sonntag, 15. April. Anlass ist die Befreiung des Konzentrationslagers. Organisiert wird die Fahrt durch den AK „Eine Welt“. Im September beginnt der Veranstaltungsreigen dann anlässlich des Tag des Friedhofs am 16. September mit einem Gang über den jüdischen Friedhof mit Hartmut Hosenfeld und Tom Kleine. Es folgen weitere Veranstaltung, doch im Zentrum steht die feierliche Gedenkveranstaltung und Errichtung der Gedenkstele am 8. November auf dem Jüdischen Friedhof. Am Samstag, 10. November, findet dann ab 10 Uhr in der Wasserstraße eine Gedenkfeier aus Anlass des 80. Jahrestages der Novemberprognome in Attendorn statt. Um 11 Uhr folgt im Südsauerlandmuseum die Eröffnung der Ausstellung „Mazel Tov – Jüdisch im Kreis Olpe“. Eine Übersicht aller Veranstaltungen sind im Internet unter www.juedisch-in-attendorn.de zu finden. Das die Durchführung von Shalom Attendorn 2018 in diesem Rahmen möglich ist, geht nur auf Grund der Unterstützung der Stadt Attendorn, der Axel Springer Stiftung und Attendorner Unternehmen. Zur großen Freude von Hosenfeld und Kleine kam auch eine Spende aus Amerika von dem Enkel von Julius Ursell, der auch auf dem jüdischen Friedhof seine Ruhe gefunden hat.

Doch die beiden Initiatoren sind trotzdem noch auf Unterstützung angewiesen. Ideen und Anregungen, helfende Hände bei den Veranstaltungen und auch über Gegenstände aus der Zeit bis 1938, die in der Ausstellung gezeigt werden können (Leihgabe). Wer die Veranstaltungsreihe finanziell unterstützen möchte, kann das durch eine Einzahlung auf das Stadtkassenkonto „Shalom Attendorn 2018“ machen.

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