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Corona und die Schulen: Wie läuft‘s im Kreis Olpe?

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Von: Sebastian Schulz

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Corona und Schulen
Die Maskenpflicht ist an den Schulen zwar aufgehoben worden, doch viele Schüler tragen die Masken weiterhin. © Uli Deck/dpa/Symbolbild

Die Corona-Lage spitzt sich zu und an den Schulen ist die Maskenpflicht aufgehoben worden. Wie funktioniert das im Alltag? Wie hoch sind die Infektionszahlen? Und wie klappt der Präsenzunterricht? Fragen, mit denen sich der Sauerlandkurier an alle weiterführenden Schulen im Kreis Olpe wandte und Antworten bekam.

Olpe/Attendorn/Wenden/Finnentrop/Lennestadt/Kirchhundem/Finnentrop - Während sich die Menschen in vielen Bereichen des Lebens wegen der Corona-Pandemie nun wieder stark einschränken müssen, gilt in den Schulen noch eine Regel, die zumindest Fragezeichen hinterlässt: Die Schüler müssen seit einigen Wochen keine Maske mehr tragen. Tragen sie dennoch den Mund-Nasen-Schutz im Unterrichtsalltag? Und wie hat sich an den Schulen im Kreisgebiet das Infektionsgeschehen entwickelt? Mit diesen Fragen wandte sich der SauerlandKurier in dieser Woche an die Verantwortlichen aller weiterführenden Schulen. Das Ergebnis: Es gibt gute Nachrichten.

Corona und die Schulen im Kreis Olpe - Thema Infektionszahlen

Neun von zehn Schulen haben uns geantwortet – sie alle berichten, dass es nur vereinzelte Coronafälle gab und gibt, die in den meisten Fällen nicht in der Schule, sondern nachweislich im privaten Umfeld entstanden sind. Die Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop hatte in diesem Schuljahr 18 positiv getestete Schüler plus 17, die selbst nicht infiziert waren, aber als Kontaktpersonen in Quarantäne mussten. An der Gesamtschule Wenden spüre man einen leichten Anstieg, berichtet Schulleiterin Julia Cruz Fernandez. Zwei Schüler sind in dieser Woche als infiziert gemeldet worden, dazu eine Lehrkraft. Auf der anderen Seite gab es aber auch Schulen, die seit dem Sommer komplett verschont geblieben sind – die Sekundarschule Hundem-Lenne in Kirchhundem hatte zum Beispiel nach eigenen Angaben in diesem Schuljahr noch keinen Coronafall. Holger Köster, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Olpe, an dem derzeit zwei Schüler wegen einer Corona-Infektion ausfallen, sagt: „Es bestätigt sich in meinen Augen, dass Schulen keine Infektionstreiber sind.“

Corona und die Schulen im Kreis Olpe - Thema Maskenpflicht

Zwar ist die Maskenpflicht an den Schulen offiziell aufgehoben, trotzdem: Ein sehr großer Teil der Schüler trägt weiterhin freiwillig Maske – selbst, wenn die Jugendlichen bereits geimpft sind, berichten die Schul-Verantwortlichen unisono. „Diese Schutzmaßnahme ist weitgehend akzeptiert“, berichtet Manuel Cordes vom St.-Franziskus-Gymnasium Olpe.

Zu Wochenbeginn ist zum Beispiel an der St.-Ursula-Realschule in Attendorn seitens der Schulleitung appelliert worden, die Masken freiwillig auch am Sitzplatz zu tragen und sich auch testen zu lassen, wenn man schon geimpft oder genesen ist, wie Rektorin Christiane Eickhoff berichtet. Gleiches berichtet Markus Ratajski vom St.-Ursula-Gymnasium Attendorn. Hier sind die geimpften und genesenen Schüler zwar mit einer Karte ausgestattet, trotzdem mögen sie bitte wenn möglich Maske tragen und sich testen lassen, lautete der Appell.

Mark-André Vogt, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums der Stadt Lennestadt, hält zum vielfachen freiwilligen Masketragen der Schüler fest: „Eine freiwillige Schutzmaßnahme, die wir als Schulleitung natürlich begrüßen, auch wenn sich alle nach einem normalen Schulalltag sehnen. In der jetzigen Situation die Maskenpflicht aufgehoben zu haben, war aus unserer Sicht ein falsches Signal, sind die Masken doch neben den anderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen wie Lüften und Testen mit Sicherheit ein Garant dafür gewesen, dass an unserer und den meisten Schulen im Kreis das Infektionsgeschehen gering geblieben ist.“

Corona und die Schulen im Kreis Olpe - Thema Präsenzunterricht

„Klappt alles gut in Präsenz oder sollte Online-Unterricht wieder eine vermehrte Alternative sein?“, wollte der SauerlandKurier abschließend von den Schul-Verantwortlichen wissen. Und auch hier gab es eindeutige Antworten. Sie alle wünschen sich weiterhin den Präsenzunterricht. „Die persönliche Ebene zwischen Schülern, aber auch zu den Lehrkräften, kann man mit keiner digitalen Lösung gleichwertig ersetzen“, meint beispielsweise Thorsten Vietor, kommissarischer Schulleiter der Finnentroper Bigge-Lenne-Gesamtschule. Daniela Greitemann vom Rivius-Gymnasium Attendorn ergänzt: „Der Kontakt zu unseren Schülerinnen und Schülern ist uns sehr wichtig, dementsprechend präferieren wir natürlich den Präsenzunterricht.“ Und Sabine Tigges (Hundem-Lenne-Sekundarschule) sagt: „Online-Unterricht ist für unsere Schüler nur im äußersten Notfall eine Alternative.“

So sieht es auch Julia Cruz Fernandez von der Gesamtschule Wenden, an der trotz eines hohen Krankenstandes wegen einer Erkältungswelle und damit verbundenem Unterrichtsausfall der Präsenzunterricht „trotzdem gut klappt“, wie sie sagt. „Online-Unterricht sollte nur eine Alternative bleiben.“

Vorbereitet für einen notgedrungenen Umstieg auf Distanzunterricht seien sie alle, erklären die Verantwortlichen. Teilweise werden die digitalen Systeme und Plattformen schon in den normalen Unterricht integriert – zum Beispiel an der Bigge-Lenne-Gesamtschule für länger erkrankte oder Schüler in Quarantäne, am Gymnasium der Stadt Lennestadt, an dem nun vier digitale Tage, die „Digi-Days“, für alle in das Schuljahr integriert werden, oder am St.-Franziskus-Gymnasium in Olpe, an dem die Office-365-Plattform auch im Präsenzunterricht im Einsatz ist. Franziskus-Schulleiter Cordes: „Da bei uns an der Schule das Lernen auf Distanz im letzten Schuljahr gut gelaufen ist und wir diese Erfahrungen im Sommer reflektiert haben sowie unser Konzept fortgeschrieben haben, sind wir auf Online-Unterricht vorbereitet.“

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