„Schützenfeste sind Orte der Begegnung"

„Addi“ Müller sichert sich Königswürde in Wegeringhausen

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Das neue Königspaar in Wegeringhausen: "Addi" und Anke Müller.

Wegeringhausen. Traditionsgemäß fand das Schützenfest der St.-Hubertus-Schützen in Wegeringhausen statt. Nach eisigem Wind am Samstag schien der junge Mai für die Proklamation der neuen Majestäten und Jubilare doch noch ein Stück Sonne übrig zu haben – was zwar keinen Wetterregen, aber einen Endorphinregen bei den grün-weißen Schützen zu begünstigen schien.

Sie war kurz, die Lebenszeit des Holzvogels im Kugelfang beim Samstagsschießen. Zuerst ging es seinen Insignien an den Kragen. Während sich Jonas Ehses den Apfel sicherte, schlug Noah Schürholz gleich zwei goldene Fliegen mit einer Klappe – das Zepter und die Krone. Und auch die Bewerber um das Königsamt machten kurzen Prozess: Jannik Huperz, Gerd Ehses und Adolf alias „Addi“ Müller sprenkelten nach und nach immer mehr schwarze Einschusslöcher in das braun-weiß gepunktete Vogelvieh. Die Königsschärpe verdiente sich am Ende Adolf Müller mit dem 72. Schuss und wurde bei gutem Wetter Sonntagmorgen proklamiert. Der 68-Jährige regiert nun zusammen mit seiner 19 Jahre jüngeren Frau Anke Müller. 

Damit ist er zum ersten Mal in seiner Familiengeschichte in den Schützenhofstaat aufgestiegen. Unterstützt wird er dabei von seinem 14-jährigen Sohn Maximilan als Unteroffizier. Der Wegeringhausener König kommt gebürtig aus Köln, wohnt allerdings seit 2013 im Drolshagener Land und hat seitdem seine Liebe für das dörfliche Schützenfest entdeckt. Auf die Frage, ob er noch anderweitige Hobbys neben des Schützenvereines pflege, reagiert er schmunzelnd: „Nun ja, ich weiß nicht, ob man das als Hobby bezeichnen kann, aber ich helfe einem Freund Wildwasserbahnen auf- und abzubauen.“ 

Alle neuen Könige im Kreis gibt es in unserem Schützenfest-Ticker

Des Weiteren waren der Schützenverein Schreibershof mit Königs- und Kaiserpaar sowie der Schützenverein Berlinghausen zu Gast. „Schützenfeste sind Orte der Begegnung. Sie pflegen das Brauchtum, stärken Kultur und Gemeinschaft. Etwa weil man sich außerhalb der Stadtteile kennenlernt oder ‚Fremde‘ integrieren kann“, so Dieter Vollmer, Vorsitzender des Schützenvereins.

Ehrungen langjähriger Mitglieder

Neben der Proklamation der Majestäten wurden auch langjährige Mitgliedschaften ausgezeichnet. Seit 40 Jahren sind so Martin und Walter Bock dem Verein treu geblieben, 10 Jahre oben drauf legen Gerd und Peter Feldmann sowie Bernd Kappestein. Über 60 Jahre kann sich Hubert Clemens freuen, während der Rangälteste Paul Halbe mit 70 Jahren bleibt. Und weil „Schützen auch Schützer von kollektivem Frohsinn“ seien, wurde dem langjährige Offizier Sven Scholemann für sein vielfältiges Engagement die Ehrennadel in Bronze verliehen. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung des Oberbergischen Schützenbundes. 

Das frische Kinderkönigspaar war bereits Freitag ermittelt worden und musste nur noch mit silbernem Krönchen und grünem Hütchen ernannt werden. Mirna Kabalan und Moritz Weuste lösten Madita Neu und Timo Schröder ab. Nicht zu vergessen blieben die Jubelkönigspaare. Achim und Steffi Feldmann hatten vor 25 Jahren das Königsamt errungen. 15 Jahre früher durften Gerd und Sigrid Feldmann regieren. Das Schlusslicht bildete Günther Czymmek mit einem Jubiläum von einem halben Jahrhundert. Neben dem leiblichen Wohl war für die Unterhaltung der Kleinen mit einem Kinderkarussell gesorgt- oder der Nachwuchs konnte sich beim Dosenschießen üben. 

Schützenfest in Wegeringhausen

Um 16 Uhr war es dann soweit: Das neue Königspaar zeigte sich dem Schützenvolk in einem schillernden Festumzug durch das idyllische Grün und Fachwerkhausgebilde Wegeringhausens. Thomas und Dagmar Pfeifer regieren als Kaiserpaar noch bis 2023. Die musikalische Unterstützung lieferte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Drolshagen – und das seit bereits 25 Jahren.

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