Großer Einsatz der Gemeinde

Chronik zum 125. Geburtstag der St.-Aloysius-Kapelle Wegeringhausen

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Stolz präsentieren Thorsten Scholemann (erster Vorsitzender des Kapellenvorstandes und Hauptverfasser) und der zweite Vorsitzende Peter Stamm (r.) die neue Chronik.

Wegeringhausen – „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es um es zu besitzen.“ Mit diesem Faust-Zitat leitet Pfarrer Markus Leber sein Grußwort in der neuen historischen Chronik der St.-Aloysius-Kapelle Wegeringhausen ein. Ein Zitat, das zeigt: Um zu wissen, wer man ist, muss man wissen, woher man kommt. Das gilt auch für die Wegeringhausener St.-Aloysius Gemeinde. Mit einem Dorffest am Sonntag feierte die Gemeinde den 125. Geburtstag der Kapelle.

Ein Anlass mehr als genug, diesem „Zeitzeugen“ eine überarbeitete Chronik zu widmen – so entstand durch Thorsten Scholemann und Hubert Clemens ein mehr als 150 Seiten langes Geschichtsdokument zum Anfassen. 

Wegeringhausen am 25. März 1894: Am Mariä Festtag wird feierlich der Grundstein für die St.-Aloysius-Kapelle gelegt. Eine Kapelle, die nun eine hiesige Kirchengemeinde schaffen sollte. Die Innenausstattung war damals noch bäuerlich, alt. Dunkelbraune Holzbänke in einem kleinen Messeraum, in den kaum Licht hinein trat. Bevor 1980 das kleine Gotteshaus in einem lichten weiß von Grund auf neu renoviert wird, sollten 86 Jahre voller Tradition und Dorfgemeinschaft vergehen. 

Ob der Neuaufbau des Turmes nach einem Blitzeinschlag 1967 oder die Glockenerweiterung 1991 – das neue Buch des Kapellenvorstandes erzählt lebendig, was die St.-Aloysius-Kapelle zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Mit eingescannten Originaldokumenten, -zeitungsartikeln und schwarz-weiß Bildern wird der Leser auf eine Zeitreise durch die Geschichte seiner Dorfväter mitgenommen. 

In sechs Kapiteln thematisiert der Hauptautor und erster Vorsitzende Thorsten Scholemann neben den Baumaßnahmen auch die Geschichte der Messdiener- und Jugendarbeit in der St.-Aloysius-Gemeinde, Prozessionsbräuche und Ehrungen von Ehrenamtlichen oder Pfarrern und Ordensschwestern. Die wurden nämlich reichlich gebraucht, um Wegeringhausen in Krisenzeiten, etwa der Nachkriegszeit, auf Trab zu halten: Nur mit ihrer Hilfe konnte der große Anstrom an Schülern in der neuen Dorfgemeinschaftsschule bewältigt werden. 

Engagement der Bewohner ist unverzichtbar

Aus Spenden wurde 1952 ein Erweiterungsbau de Kapelle finanziert, damit die frisch gewachsene Gemeinde gemeinsam glauben konnte. Nur 14 Jahre später sollten die Namen gefallener Soldaten im steinernen Ehrenmal vor der Kirche verewigt werden. „In der ganzen Geschichte unserer Kapelle ist immer wieder erkenntlich, wie unverzichtbar das finanzielle und arbeitsleistende Engagement der Bewohner Wegeringhausens gewesen ist. Man nehme die Dorferneuerung 1995 bis 1997: 2400 Arbeitsstunden und 40 Prozent der Gesamtkosten für eine verbesserte Dorf-Durchgangsstraße sowie eine Erneuerung der Außenlager der Kapelle hat die Gemeinde eigenständig geleistet“, wie Thorsten Scholemann betonte. 

„Und damit wurden auch Traditionen, wie man sie nur in der Sauerländer Umgebung findet, aufrechterhalten. Zum Beispiel der Sendschotter ‘Ümmegang’, der jährlich im Juli betrieben wurde. In einer Prozession wanderten die Bürger von Wegeringhausen nach Sendschotten zu einer Ehrenpforte, wo das Hochamt unter freiem Himmel gehalten wurde.“ Eine weiteres, zuerst sogar 1416 dokumentiertes Brauchtum stelle das Böllern unmittelbar vor den Prozessionen dar. 

Für 11,50 Euro ist die neue Kapellenchronik nun erhältlich. Sie ist der Nachfolger des Buches von Thomas Feldmann zum 100-jährigem Jubiläum. Bereits 2021 ist eine Neuauflage mit noch mehr interessanten Archivbildern geplant. Zusätzlich soll zum Abschluss des Jubiläumsjahres im Herbst eine „Helfer-Feier“ mit Bildern aus dem Gemeindeleben stattfinden. Viele Projekte der Kirchengemeinde, die zeigen: Wegeringhausens Kapellengemeinde lebt. Denn wie Markus Leber am Ende der Chronik zusammenfasst: „Die Kapelle bleibt solange im Dorf, wie das Dorf zur Kapelle kommt.“

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