Projekt „Alter Bahnhof“ erhält endgültig „grünes Licht“

Dritter Stern für Hützemert

Der „Alte Bahnhof“ in Hützemert: Mit dem 3. Stern der Regionale steht der Umsetzung der Ideen nichts mehr im Wege.

Hützemert. Das Projekt „Alter Bahnhof Hützemert“ hat am Mittwoch den 3. Stern der Regionale-Bewertungskommission und damit „grünes Licht“ für die endgültige Realisierung erhalten.

Die offizielle Übergabe findet am Mittwoch, 24. Juli, um 9 Uhr vor Ort am „Alten Bahnhof“ in Hützemert statt.

Von der Bezirksregierung Arnsberg kommt Andreas Pletziger (Dezernat ländliche Entwicklung), Bürgermeister Theo Hilchenbach vertritt bei der Übergabe die Stadt Drolshagen, ebenso vor Ort sind Mitglieder des Dorfvereins Hützemert.

Die Gesamtinvestition: 63.000 Euro für Dachprojekt „Land Leben Heimat – Bürger machen Dorf“ (Förderung NRW-Umweltministerium in 2013); 437.000 Euro Baustein Hützemert (davon 215.000 Euro Förderung Dorferneuerung).

Einwohnerverluste, Überalterung, weg brechende Infrastruktur: Viele Dörfer in Südwestfalen stehen vor großen Herausforderungen. Oftmals sind es ehrenamtlich tätige Bürgerinitiativen und Dorfgemeinschaften, die versuchen, Antworten und Lösungen vor Ort zu erarbeiten. Mit Hilfe des Projektes „Land Leben Heimat – Bürger machen Dorf“, gibt es Unterstützung für Hützemert: Erste geförderte Arbeit ist der Umbau des Bahnhofs. Die Dorfgemeinschaft hat ein ambitioniertes Ziel: das alte Bahnhofsgebäude zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen.

Nach Stilllegung der Bahnstrecke im Jahr 1970 hat das Gebäude seine Funktion als Dorfmittelpunkt verloren. Höchste Zeit, dies zu ändern. Kulturzentrum, Vereinshaus und Treffpunkt, Gastronomie, Info- und Tourismus-Station: Der alte Bahnhof bietet viele neue Perspektiven für Hützemert.

Projekt wird durch Agentur begleitet

Vor dem Gebäude wird ein Dorfplatz mit Spielfläche für Kinder sowie eine Boule-Bahn errichtet. Für Radler und Wanderer soll der Bahnhof künftig Anlaufstelle werden, immerhin ist eine „Päusken-Station“ vorgesehen. Hützemert liegt direkt an der „Agger-Bigge-Runde“ und dem „Bergischen Panorama Radweg“.

Aber in welchem Ort in Südwestfalen auch immer: Vor Bauprojekten steht eine Planungsphase. Gute Ideen sind die eine Seite, umfangreiche und belastbare Pläne für eine nachhaltige Trägerschaft und für die Wirtschaftlichkeit die andere. An diesen hohen Hürden scheitern viele ehrenamtliche Projektideen – ob es nun um die neue Nutzung von leerstehenden Gebäuden, den Aufbau von Mehrgenerationenhäusern oder die Einrichtung von Dorfläden und anderen Nahversorgungseinrichtungen geht. „Ausgeprägtes bürgerschaftliches Engagement ist DAS Potenzial in den Dörfern. Wir möchten Menschen unterstützen, die Projekte für ihre Dörfer entwickeln“, sagt Projektleiterin Dr. Stephanie Arens.

Beispielhaft sollen bis zu zehn bürgerschaftliche Ideen – darunter auch der „Alte Bahnhof“ aus der gesamten Region durch das Projektbüro „startklar.projekt.kommunikation“ und die Südwestfalen-Agentur mit Fachwissen unterstützt, weiterentwickelt und umgesetzt werden.

„Es geht aber nicht nur um zehn beispielhafte Ideen, sondern auch um langfristige Perspektiven und neue Möglichkeiten für die Dorfentwicklung in Südwestfalen. Die Begleitung und Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements soll in das ,Entwicklungsprogramm für den Ländlichen Raum in NRW 2014-2020 (ELER)‘ aufgenommen werden. Was es für den Städtebau bereits seit einiger Zeit gibt, soll jetzt in ähnlicher Form auch für die Dörfer eingerichtet werden. Das hätte einen entscheidenden Vorteil: Auch weitere Projekte außerhalb der Regionale könnten dann Unterstützung erhalten – nicht nur in Südwestfalen, sondern im gesamten Bundesland. Denn gute Ideen gibt es genug“, so Arens.

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