Fußballerin wechselt vom SC Drolshagen zur neuen Damenabteilung des BVB

Für Fußballerin Ann-Katrin Lau wird ein Kindheitstraum wahr

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Für sie geht ein Kindheitstraum in Erfüllung: Ann-Katrin Lau wechselt vom SC Drolshagen zum BVB.

Viele fußballbegeisterte Jungs und Mädels träumen davon, einmal die Farben ihres Herzensvereins zu tragen und ihn auf dem Feld zu repräsentieren. Auch Ann-Katrin Lau hatte diesen Traum, der durch die Neugründung eines BVB-Damenteams nun in Erfüllung geht.

Drolshagen - „Wenn ich groß bin, will ich auch bei Dortmund spielen.“ „Aber Schatz, das geht nicht, beim BVB spielen doch nur Männer.“ Schon früh wusste Ann-Katrin Lau aus Drolshagen, wo es sie einmal hinführen würde, denn aufgewachsen in einer absolut Fußball- und BVB-verrückten Familie war klar, dass sie irgendwann das schwarz-gelbe Trikot überstreifen würde. Mit der Neugründung einer Mädchen- und Frauenfußballabteilung des BVBs rückte dieser Traum nun vor Kurzem in greifbare Nähe.

Doch machte sich die 27-Jährige anfangs gar keine großen Hoffnungen. „Nachdem ich im Herbst vergangenen Jahres von der Gründung einer Mädchen- und Damenabteilung beim BVB hörte, habe ich natürlich immer wieder nachgeschaut, was sich da entwickelt.“ Lange Zeit gab es aber keine neuen Infos. Dann, Mitte des Jahres, lud der BVB interessierte Spielerinnen ein, ein kurzes Video von sich zu machen: „Hier sollten wir uns kurz vorstellen und ein paar Passübungen, Schussübungen und Dribblings zeigen“, erläutert sie das Vorgehen.

Anderthalb Wochen nach Einsendung des Clips erhielt sie die Einladung zum Probetraining. „Von insgesamt fast 150 Bewerberinnen wurden knapp 50, aufgeteilt in zwei Gruppen an zwei verschiedenen Tagen, zum Probetraining eingeladen.“ Nachdem ihr die Ärzte nach ihrer langwierigen Verletzung pünktlich zum Probetraining „grünes Licht“ gaben, zeigte sie gemeinsam mit 23 anderen Mädels beim ersten Probetraining ihr Können. „Da ich aber anderthalb Wochen nichts gehört habe und Mädels aus dem näheren Einzugsgebiet von Dortmund favorisiert wurden, dachte ich, dass sich die Sache erledigt hätte.“

Am 23. Juni dann die große Überraschung: „Als ich den Anruf von Marcel Merkel, der für die BVB-Damen zuständig ist, bekommen habe, wusste ich gar nicht, wo oben und unten ist. Ich war einfach total baff“, versucht sie ihre Emotionen in Worte zu fassen, unter die besten 23 Mädels gekommen zu sein. Ebenfalls völlig aus dem Häuschen waren auch ihre Brüder und ihre Mutter. „Ich glaube, mein Bruder, der lange Vorsitzender der Bigge-Borussen war, hat sich fast noch mehr gefreut als ich“, lacht sie. Und auch ihr Vater, der verstarb, als sie gerade einmal 14 Jahre alt war, wäre mächtig stolz auf sie, ist sich Anka sicher: „Er hat mich schon als kleines Mädchen immer ins Stadion mitgenommen. Wegen ihm bin ich überhaupt Borussin geworden.“

Abschied vom „zweiten Zuhause“

Doch neben all der Freude und all den Glückwünschen, die die Spielerin erhalten hat, liegt auch ein wenig Wehmut in der Entscheidung für den BVB. Denn für die Borussia verlässt sie den SC Drolshagen, der mehr als 22 Jahre lang ihr „zweites Zuhause“ war. Seit 1998 kickt die 27-Jährige für den SC. Von den Minikickern bis zur D-Jugend spielte sie bei den Jungs, im D-Jugend-Alter wechselte sie dann bereits in die neu gegründete B-Juniorinnen Mannschaft des SC und erzielte das allererste Tor für diese.

In der verlängerten Zeit, die ihr dadurch in der B-Jugend zur Verfügung stand, hatte sie maßgeblichen Anteil an den Aufstiegen in die Bezirks- und Westfalenliga. Im Damenbereich krönte sie ihre Laufbahn dann mit dem Durchmarsch von der Kreisliga bis zur Landesliga und dem Pokalsieg 2016 auf dem heimischen Buscheid. Daher falle es ihr nun nicht leicht das Team zu verlassen. „Nachdem ich morgens den Anruf bekommen habe, stand ich abends beim SC-Training auf dem Rasen und dachte: ,Das kann nicht das Ende sein.‘ Ich glaube, es wird künftig schon komisch für mich sein, hier nicht mehr täglich auf dem Platz zu stehen. Immerhin hab’ ich den ganzen Schrank voll mit SC-Sachen“, grinst die Drolshagenerin. Doch wie es so schön heißt, geht man ja nie so ganz. Deswegen bleibt Anka dem SC in ihrer Funktion als E-Jugend-Trainerin erhalten. „Klar kann es sein, dass ich jetzt nicht mehr bei jeden Training dabei sein kann, aber ich denke, dafür finden wir im Trainerteam eine Lösung.“

Für sie selbst beginnt das Abenteuer BVB voraussichtlich am Mittwoch, 21. Juli, in der Fußballakademie an der Strobelallee. Dort wird das Damenteam während der Vorbereitung auf die Saison künftig dreimal und während der Saison zweimal trainieren. Die Heimspiele finden im Stadion „Rote Erde“ statt. „Der Trainingsauftakt ist abhängig vom Saisonstart. Leider wissen wir aber noch nicht, wann genau es losgeht.“

Ihre erste Saison beginnt die neu gegründete Mannschaft in der Kreisliga, was eigentlich ein Rückschritt für die Landesligaspielerin ist. „Ziel ist es, so schnell es geht, möglichst hoch zu spielen“, erläutert Anka den Weg der Borussia. „Mit den Spielerinnen, die wir im Team haben, sollte das aber möglich sein.“ So bestehe das Team aus einer „gesunden Mischung“ aus jungen und alten, erfahrenen und hungrigen Spielerinnen. „Ich finde das Konzept wesentlich sympathischer, ein eigenes Team ,unten‘ starten zu lassen, als sich einfach die Lizenz eines anderen Vereines zu kaufen“, freut sie sich nun auf die bevorstehenden Aufgaben.

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