Weihnachtswunsch erfüllt sich zu Ostern

"Danke, danke, danke": Spenden ermöglichen gemeinsamen Familienurlaub für Danil 

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Heilpädagogin Franca Gerbe, Schwester Palina Schwabecher, Torsten Röcher (Ford Weil), Martin Schäfer (St. Elisabth Hospiz) und Bernhard Hombach (toopex, hinten v.l.) bei der Übergabe des Autos an Familie Schwabecher (vorne v.l. Mutter Oksana, Danil und Vater Alexej).

Drolshagen/Kreis Olpe. Ein verspäteter Weihnachtswunsch hat sich nun – pünktlich zu Ostern – erfüllt: In seiner Ausgabe vom 29. Dezember 2018 hatte der SauerlandKurier über das Schicksal von Danil Schwabecher berichtet und zu Spenden für ein dringend benötigtes behindertengerechtes Auto aufgerufen. Am vergangenen Mittwoch konnte Familie Schwabecher das Auto bei „Ford Weil“ in Olpe endlich entgegen nehmen.

„Danke, danke, danke“, war Familie Schwabecher aus Drolshagen die Freude über so viel und so große Unterstützung ins Gesicht geschrieben, „damit hätten wir niemals gerechnet.“ 

Zur Erinnerung: Danil ist aufgrund eines schwerwiegenden medizinischen Fehlers seit seiner Kindheit an einen Rollstuhl gefesselt, der ihm zwar ein Mindestmaß an Mobilität ermöglicht, aber nicht mehr in das Familienauto der Eltern passte. Gemeinsam mit Martin Schäfer, Geschäftsführer des St. Elisabeth Hospiz in Altenhundem, und Heilpädagogin Franca Gerbe hatte sich die Familie an die heimische Presse gewandt, um Spenden für ein neues, auf Danils Bedürfnisse abgestimmtes Auto zu sammeln

Mehr als 700 Spenden sind eingegangen

Mit riesigem Erfolg: Insgesamt kamen 66.148 Euro zusammen. 16.148 Euro mehr als für die Finanzierung und den Umbau des neuen Familienautos benötigt. Dennoch „kommen 100 Prozent der Spendengelder behinderten und kranken Menschen zu Gute. Niemand wird sich an dem Geld bereichern“, so Schäfer. Die übrigen 16.148 Euro erhält das St. Elisabeth Hospiz. 

„Vom Taschengeld bis zur Firmenspende sind mehr als 700 Spenden eingegangen“, freut sich Martin Schäfer über die rege Hilfsbereitschaft, „daran sieht man, dass die Gesellschaft doch noch nicht so abgestumpft ist. Wenn die Leute auf Probleme hingewiesen werden, lässt die Unterstützung – besonders im ländlichen Raum – nicht lange auf sich warten.“ 

Persönliche Dankschreiben für Spender

Aus Dankbarkeit für so viel Beistand hatte die Familie persönliche Dankschreibungen an mehr als 200 Spender, die ihre Adresse angegeben hatten, gesendet. Statt eines einheitlichen Schreibens, fassten Mutter Oksana, Vater Alexej, Schwester Palina und Danil ihre Verbundenheit handschriftlich immer wieder neu in Worte und veröffentlichten ebenso ein Dankesgedicht: „Selbstlos bist du eingesprungen, der Einsatz ist dir gut gelungen. Danke für deine Hilfsbereitschaft, allein hätte ich das nicht geschafft.“ 

Zur Übergabe des individualisierten Autos erklärte Torsten Röcher von „Ford Weil“: „Auch wir bereichern uns nicht an dem Verkauf des Autos. Das Auto wird zum 0-Faktor übergeben.“

Danil und Schwester Palina freuen sich nun auf den ersten gemeinsamen Familienurlaub.

 

Bernhard Hombach, Geschäftsführer von „toopex“, erläuterte die Umbauten: „Neben dem Lift für Danils Rollstuhl wurde der komplette Fahrzeugboden durch einen Aluminiumsystemboden ausgetauscht. In den Schienen des Bodens sind die Sitze verankert. Danils Rollstuhl kann in den Schienen mit sogenannten Retraktoren gesichert werden. Zusätzlich haben wir eine 220 Volt Anlage eingebaut, an denen die verschiedenen Geräte angesteckt werden können.“ 

Im Mai für drei Tage nach Holland

Besonders Danil und seine 16-jährige Schwester Palina freuen sich nun auf den ersten gemeinsamen Urlaub. Ende Mai geht’s nämlich dank des neuen Autos für drei Tage mit der ganzen Familie nach Holland. „Wir waren bisher noch nie im Urlaub, deswegen fahren wir erst einmal noch nicht so weit weg“, sah Vater Alexej der Zukunft positiv entgegen. Martin Schäfer wies darauf hin, dass auch rückwirkend noch Spendenquittungen ausgestellt werden können, falls die gewünscht ist.

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