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Gesundheit beginnt im Kopf: Wie die eigene mentale Stärke helfen kann

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Von: Christine Kluge

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Madeleine Neuhaus hilft Menschen dabei ihre mentale Gesundheit zu stärken. © Privat

Lernen mit Stress umzugehen, sich nicht von kleinen Dingen aus der Ruhe bringen zu lassen und die Hürden des Alltags zu überwinden, fällt manchen Menschen schwer. Madeleine Neuhaus aus Drolshagen möchte genau diesen Menschen helfen und hat ein paar Tipps, um mentale Stärke zu gewinnen.

Drolshagen - Erst war es nur ein Hobby, doch nun ist es viel mehr: Mental Coaching. Madeleine Neuhaus ist 26 Jahre alt und möchte nun anderen Menschen zu einem besseren Leben verhelfen. Die Drolshagenerin hat selbst „auf der anderen Seite“ gesessen und „schwierige, nicht so schöne“ Zeiten in ihrem Leben durchgemacht. Doch eines Tages kam der Wendepunkt. „Da war dieser Klick-Moment, in dem ich mir gedacht habe: Wenn ich jetzt nichts in meinem Leben ändere, weiß ich nicht, ob ich noch aus diesem Loch herauskomme“, erzählt Madeleine Neuhaus, die mittlerweile in Düsseldorf lebt und als Talent Acquisition Managerin im Bereich HR  arbeitet. Mehr und mehr habe sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt und begonnen, ihre mentale Stärke aufzubauen.

„Das Selbstwertgefühl zu stärken, ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen, sich weniger mit anderen zu vergleichen und einfach mein eigenes Ding durchzuziehen, egal wie viele Leute auch gegen mich waren“, berichtet sie weiter. Bei ihrer Ausbildung zur Fitnesstrainerin sei sie dann auf das Mental Coaching aufmerksam geworden und hat schließlich die Ausbildung begonnen. „In erster Linie für mich, weil ich für mich neuen Input aus der Ausbildung wieder auf mein Leben anwenden wollte.“ Doch damit auch wirklich anderen Menschen zu helfen, stand erst einmal nicht auf ihrem Plan.

„Was macht mich wirklich glücklich?“

Aber was ist Mental Coaching eigentlich genau? „Es geht darum, wieder mehr in sich zu hören, auf seine Wünsche und Bedürfnisse zu hören, zu überlegen ,Was macht mich wirklich glücklich?’ und darauf aufbauend neue Ziele zu definieren und neue Wege einzuschlagen“, erklärt Madeleine Neuhaus. Das Mental Coaching soll die mentale Stärke trainieren und dazu führen, dass man sich nicht mehr durch Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen lässt, lernt mit Stress besser umzugehen. „Genauso gehört ein achtsamer, liebevoller und bewusster Umgang mit dir selbst, also das Thema Selbstliebe und Achtsamkeit, mit zu Bereichen, die mental gecoacht werden können.“

Die Idee, sich mit dem Mental Coaching wirklich selbstständig zu machen, hatten die Freunde von Madeleine Neuhaus. Viele Freunde und Bekannte habe sie selbst schon begleitet und die Reaktionen waren eindeutig: „Madeleine, kannst du dir nicht auch vorstellen, das beruflich zu machen? Du kannst das einfach!“ Das brachte die Drolshagenerin zum Nachdenken. Sie hat die Zeit der Corona-Pandemie genutzt, um ihre „Gedankenkreation“ aufzubauen, eine Homepage erstellt, Social Media-Kanäle ins Leben gerufen und schließlich ihr eigenes Gewerbe angemeldet.

Doch leicht hat sie es nicht. Der Markt für Mental Coaching wird immer größer und es sei schwer, aus der Masse herauszustechen, wie sie berichtet. Außerdem gäbe es noch immer Menschen, die die mentale Gesundheit nicht ernst nehmen würden. Sie musste lernen, auch mit negativen Kommentaren und Feedback umzugehen und sich nicht entmutigen zu lassen. „Genauso wie Fragen zu meinem Alter in Verbindung zum Mental Coaching. Hier bin ich der Meinung, dass das Alter nicht immer eine Rolle spielt, sondern die Erfahrungen, die man bereits gemacht hat, die Vergangenheit, wie auch damit verbunden die Perspektive, mit der man die Welt wahrnimmt.“

Lieber kleine, realistische Ziele setzen und die kleinen Erfolge feiern.

Madeleine Neuhaus

Auch die aktuelle Zeit sei eine Herausforderung für viele Menschen: „Viele fühlen sich momentan einsam, müde, unmotiviert und es herrscht eine gewisse Unsicherheit in einem. Wir Menschen brauchen das Gefühl von Sicherheit, die wir aktuell durch Corona leider nicht haben. Wir brauchen soziale Kontakte und den Austausch mit Menschen, der für diejenigen, die auch jetzt wieder seit Wochen im Home Office arbeiten, wegfällt und so auch belasten kann“, erklärt Madeleine Neuhaus. Und genau da hilft Mental Coaching.

Doch der Schritt, nach Hilfe zu fragen ist oft nicht einfach, aber dennoch wichtig. Ein Mental Coach kann helfen, wenn man es nicht mehr schafft, zur Ruhe zu kommen, wenn die Gedanken abends im Bett noch immer rasen und einfach nicht aufhören wollen. „Wenn man das Gefühl hat, man funktioniert nur noch, aber die Seele und das Herz einfach nicht mehr dabei sind“, nennt Neuhaus ein paar Gründe, sich für ein Mental Coaching zu entscheiden. „Wenn man seine Ziele aus den Augen verloren hat und wieder mehr zu sich selbst finden möchte. Wenn man nicht sieht, was in einem steckt, was man alles kann und was für ein toller und einzigartiger Mensch man ist, ist eine Arbeit am Selbstwertgefühl super hilfreich.“

Kleine Ziele setzen, statt sich zu übernehmen

Madeleine Neuhaus konnte ihren Coachees bereits helfen, sich beruflich neu zu finden und „toxische und energieraubende Beziehungen“ hinter sich zu lassen. So wie bei Stephanie Orlik. „Die Coaching-Einheiten haben mir Mut gemacht, neue Wege zu gehen, zu denen ich mich alleine wahrscheinlich nicht getraut hätte. Madeleine hat mir genau die Unterstützung und Sicherheit gegeben, die ich gebraucht habe, um den nächsten Schritt zu wagen. Ich bin jetzt schon unglaublich stolz auf die Entwicklung, die ich bisher hingelegt habe“, erklärt die 26-Jährige.

Für die Leser des SauerlandKuriers hat Madeleine Neuhaus auch ein paar Tipps, wie gut in dieses neue Jahr gestartet werden kann. „Bewegung: Rausgehen, spazieren, zum Sport gehen. Bewegung schüttet Glücksgefühle aus, das ist nachgewiesen - und besonders in der aktuellen Zeit ist es das, was wir alle am meisten brauchen“, erklärt der Mental Coach. Außerdem sollten nicht zu hohe Ziele gesetzt werden. „Die meisten Menschen setzen sich Anfang des Jahres viel zu große Ziele. So groß, dass es unrealistisch ist, diese zu erreichen.“

Es sei zwar nicht falsch, aber frustrierend, wenn die gesteckten Ziele nicht erreicht werden. Neuhaus empfiehlt: „Lieber kleine, realistische Ziele setzen und die kleinen Erfolge feiern. Das macht Spaß und man bleibt am Ball, um das nächstgrößere Ziel auch erreichen zu wollen.“

Zudem sollte man mehr an sich selbst denken, öfters auch mal ,nein’ sagen und auf sein Herz hören. „Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Oder willst du mit 90 irgendwann zurückdenken und sagen ,Ich habe nur für andere gelebt und mich selbst dabei vergessen’?“

„Auch die traditionellen Neujahrsvorsätze können durchaus durchgehalten werden und mehr als nur ein paar Wochen realisiert werden. Dafür nicht direkt am Anfang des Jahres Vollgas geben und die Lust verlieren. Lieber klein und langsam beginnen,“ sagt Madeleine Neuhaus. „Was auch immer du dir vorgenommen hast, es sollte dir Spaß machen und kein Druck auslösen. Also lieber klein anfangen, damit sich eine Art Routine erst einstellen kann und du langfristig auch etwas davon hast.“

Mehr Informationen zu Madeleine Neuhaus und ihrer Arbeit als Mental Coach gibt es auf ihrer Homepage gedankenkreation.de.

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