Von elf auf sechs Windräder

Projektgemeinschaft präsentiert Pläne: So ist der Stand beim Windpark A4

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Stephan Dohe (r.).und Oliver Thomas (2.v.r.) informierten zum geplanten Windpark A4 und beantworteten die Fragen der Ratsmitglieder.

Drolshagen. Rund 50 Ratsmitglieder aus Drolshagen, Olpe und Wenden informierten sich am Donnerstag im St. Clemens-Haus in Drolshagen in einer zweistündigen Informations- und Diskussionsveranstaltung über das geplante Windparkprojekt entlang der Autobahn 4.

Rückblick: Bereits im Dezember 2016 hatten Wald und Holz NRW sowie die Waldgenossenschaften Hillmicke, Huppen und Saßmicke eine 480 Hektar große Waldfläche entlang der A4 an die Projektgemeinschaft – bestehend aus dem Versorgungsunternehmen Gelsenwasser AG und VSB Neue Energien Deutschland GmbH – vergeben. 

„In vielen Gesprächen hier vor Ort mit kommunalen Vertretern, den Waldbesitzern und regionalen Energieunternehmen konnten wir das Vorhaben seitdem gut voranbringen und konkretisieren. Einige Voruntersuchungen sind bereits abgeschlossen, wesentliche Gutachten sind in der Bearbeitung, so dass wir im Sommer einen Genehmigungsantrag stellen möchten“, erläutert Projektleiter Stephan Dohe von Gelsenwasser. „Deshalb ist es nun an der Zeit, umfassend über den jetzigen Planungsstand zu informieren und mit allen kommunalen Vertretern und den Bürgern in einen intensiven Austausch zu kommen“, so Oliver Thomas, Projektverantwortlicher bei VSB.

Jeweils zwei auf den Gebieten von Drolshagen, Olpe und Wenden

Zu Beginn des Projekts waren bis zu elf Windenergieanlagen auf der gepachteten Fläche in den Kommunen Drolshagen, Olpe, Reichshof und Wenden in Betracht gezogen worden. „Es gab eine Vielzahl von Kriterien zu beachten“, betont Oliver Thomas. Unter Berücksichtigung der „Vorsorgeabstände“ zur Wohnbebauung – die Standorte müssen 800 Meter im Außenbereich und 1000 Meter von geschlossenen Ortslagen entfernt sein – und den Tabuflächen wie Naturschutzgebiete, geschützte Biotope, Laubwald und Wasserschutzgebiete sowie verschiedener Werte des Natur- und Artenschutzes steht nach aktuellem Stand eine Fläche für sechs Windenergieanlagen zur Verfügung – jeweils zwei auf den Gebieten von Drolshagen, Olpe und Wenden. 

Von März bis Oktober 2017 wurden außerdem Vögel und Fledermäuse faunistisch erfasst. Weiterhin muss ein Abstand von 100 Meter plus Rotor (181 Meter) von der Autobahn A4 sowie Abstand vom Richtfunk eingehalten werden. Die zwölfmonatige Windmessung ist bereits abgeschlossen und zeigte eine sehr gute Windhöffigkeit: Die sechs geplanten Windenergieanlagen haben insgesamt eine Leistung von 33,6 Megawatt. Mit der erzeugten Strommenge können rechnerisch rund 28.000 Drei-Personen-Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Das bedeutet, dass der gesamte Strombedarf für die drei Kommunen über diese Windkraftanlagen abgedeckt werden könnte. 

Gelsenwasser und VSB haben den örtlichen Energieversorgern eine Kooperation am Projekt angeboten. Gemeinsam würde dann als Betreiberin die „Windpark A4 GmbH & Co. KG“ mit Sitz vor Ort gegründet. Im Sommer soll der Genehmigungsantrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gestellt werden.

Nächster Schritt: Bürgerbeteiligung

Geplant wird mit dem modernsten Windkraftanlagentyp für Binnenlandstandorte der dänischen Firma Vestas V162-5.6 MW: Jedes Rotorblatt misst 81 Meter und die gesamte Anlage ist 247 Meter hoch. Der nächste Schritt ist die Bürgerbeteiligung: Möglich sind die Mitgliedschaft in der Energiegenossenschaft als Teil der Projektgesellschaft Windpark A4, das Zeichnen eines Sparbriefs bei einer örtlichen Bank und die Teilnahme an einer Schwarmfinanzierung über eine Gelsenwasser-eigene Bürgerbeteiligungsplattform. Konkrete Infos gibt es frühestens 2020. 

Für alle interessierten Bürger gibt es in der zweiten Aprilwoche Bürgerdialoge: 

  • 9. April: von 18 bis 21 Uhr, Gesamtschule Wenden 
  • 10. April: von 18 bis 21 Uhr, St. Clemens-Haus Drolshagen 
  • 11. April: von 18 bis 21 Uhr, Kolpinghaus in Olpe

Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Projektgemeinschaft. 

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