Die Planungen haben begonnen

Straßen.NRW informiert über A45-Ausbau zwischen Drolshagen und Meinerzhagen

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Judith Strehlow, Projektleiterin Planung bei Straßen.NRW, gab eine kurze Einführung in die Infomesse im Dorfgemeinschaftshaus Germinghausen.

Drolshagen – Die Planungen stehen noch ganz am Anfang, dennoch hat der Landesbetrieb Straßen.NRW jetzt zu einer Infomesse zum sechsstreifigen Ausbau der A45 zwischen Drolshagen und Meinerzhagen eingeladen. Und die Resonanz im Dorfgemeinschaftshaus Germinghausen zeigt: Die Anwohner in diesem Bereich haben hohen Informationsbedarf.

„Wir wissen selbst noch gar nicht, wie überhaupt gebaut wird“, erklärt Karl-Josef Fischer, Pressereferent der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen angesichts des frühen Planungsstandes. Denn aktuell steht das Bauvorhaben noch vor der Vorentwurf: Derzeit wird – in Abstimmung mit den Ministerien – eine zuvor ausgewählt Bau-Variante konkretisiert. Das soll laut Fischer etwa zwei Jahre dauern. Daran schließt sich das Planfeststellungsverfahren an: „Wenn es keine Klagen gegen den Planentwurf gibt, ist das nach etwa drei Jahren abgeschlossen“, sagt Fischer. Nach der Planung, wie der Bau tatsächlich ausgeführt wird (rund 1,5 Jahre), rollen dann die Bagger an. „Das kann also durchaus noch sechs bis acht Jahre dauern“, erklärt Fischer. Geplanter Baubeginn ist 2027, der Bauabschnitt soll 2031 fertig sein.

Der Ausbau soll nach ersten Schätzungen rund 208 Millionen Euro kosten, dabei werden alle vier Talbrücken zwischen den A45-Anschlussstellen Drolshagen und Meinerzhagen neu gebaut, außerdem werden neun Über- oder Unterführungen angepasst. Auch die Rastanlagen „Brachtsiepen“ und „Neuenschmiede“ sind Bestandteil der Planungen.

„Es macht Sinn, die Bauarbeiten an den Brücken – wenn möglich – vorzuziehen. Das wäre ein enormer Zeitgewinn“, sagt Karl-Hermann Metz, Projektgruppenleiter des A45-Ausbaus bei Straßen.NRW. Aber er betont: „Weder der aktuelle bauliche Zustand noch die Restnutzungsdauer der Brücken würde ein Vorziehen der Arbeiten erforderlich machen.“ Ob irgendwelche der den vier Talbrücken – Bleche, Germinghausen, Lüdespert und Beustenbach – gesprengt werden müssen, steht laut Metz zwar „noch nicht ganz fest“ – allerdings sind alle vier Brücken zweiteilig, das heißt, beide Seiten der Brücke könnten separat abgerissen werden.

Rund 10.000 Fahrzeuge mehr im Jahr 2030

Wie der Rest der A45 wird auch der fragliche Abschnitt durchgehend sechsstreifig ausgebaut, die Autobahn wird dabei von 34 Meter auf 36 Meter verbreitert. Bislang gibt es auf der Autobahn insgesamt fünf Fahrspuren, mit drei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Dortmund und zwei in Richtung Frankfurt. „Während der Bauarbeiten wird der Verkehr auf vier Streifen aufrechterhalten“, verspricht Metz. Der Abschnitt ist 9,3 Kilometer lang und ist damit einer der längsten Teilabschnitte der gesamten Baumaßnahme. Bei einer Verkehrszählung im Jahr 2017 wurden durchschnittlich 55.600 Autos pro Tag zwischen Drolshagen und Meinerzhagen gezählt, davon 10.170 Fahrzeuge im Schwerverkehr (Lkw ab 3,5 Tonnen, Busse, Lastzüge). „Für 2030 gehen wir von einem durchschnittlichen täglichen Verkehr von 65.200 Fahrzeugen, davon 11.220 im Schwerverkehr, aus“, erläutert Judith Strehlow, Projektleiterin Planung bei Straßen.NRW, die Notwendigkeit des sechsstreifigen Ausbaus der Sauerlandlinie.

Ein großes Thema beim „Masterplan A45“ ist der Lärmschutz. „Wir müssen den Neubau betrachten, als würden wir die Autobahn komplett neu bauen.“ Denn: Die Bürger haben durch den neuen durchgehenden Fahrstreifen einen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutz. „Unser Ziel ist, in Wohngebieten eine nächtliche Lärmbelastung von 49 Dezibel und 59 Dezibel am Tag zu erreichen“, sagt Metz. Zum Vergleich: Ein Radio oder Fernsehgerät in Zimmerlautstärke hat rund 55 Dezibel, ein normales Gespräch 60 Dezibel. Laut Karl-Josef Fischer hat der Neubau der A45, neben den Vorteilen für den fließenden Verkehr, einen weiteren positiven Nebeneffekt: „Wir bauen insgesamt etwa 80 neue Regenwasserbehandlungsanlagen, jede davon kostet zwei bis drei Millionen Euro. Dadurch haben wir die Möglichkeit, sowohl Gefahrstoffe als auch Reifenabrieb von den Autobahnen abzufangen, bevor davon irgendetwas in die Talsperren gelangt.“ Ein Beitrag zum Umweltschutz also. Und der Artenschutz? „Wir haben in jeder Böschung der Autobahn Haselmäuse“, erklärt Metz. Und fügt scherzhaft hinzu: „Wir haben mit der Haselmaus mittlerweile ein so vertrautes Verhältnis, dass wir genau wissen, wie wir miteinander umgehen müssen.“ 

Dritte Infomesse im Kreis Olpe

Die Veranstaltung in Germinghausen war bereits die dritte Infomesse zum A45-Ausbau von Straßen.NRW im Kreis Olpe. Ähnliche Infoveranstaltungen gab es bereits in Wenden und Rüblinghausen zum Bauabschnitt zwischen der Anschlussstelle Olpe und dem Autobahnkreuz Olpe-Süd. Bei den Infomessen können sich die Interessierten anhand von Themeninseln selbst informieren und den Mitarbeitern von Straßen.NRW Fragen stellen. In Germinghausen führte Judith Strehlow zu jeder halben Stunde kurz ins Thema ein. Eine weitere Bürgerbeteiligung ist insbesondere während des Planfeststellungsverfahrens geplant: Dabei wird der komplette Plan der Baumaßnahme offengelegt und Bürger können Einwendungen erheben. In der Regel kommt es in diesem Zuge auch zu Bürgerversammlungen.

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