"Regeln werden sichtbar eingehalten"

Unterstützung trotz Corona: Flüchtlinge sind informiert

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Maske tragen, Hände waschen und Abstand halten: Sämtliche Maßnahmen hat die Flüchtlingshilfe Drolshagen übersetzt.

Sprachkurse, Begegnungsfeste, Ausflüge und die persönliche Betreuung: Die Aufgaben der Flüchtlingshilfe Drolshagen sind allgemein schon vielfältig. Die aktuelle Situation stellt auch das Team um Angelika Schlicht vor besondere Herausforderungen.

Drolshagen – „Wir haben im Drolshagener Rathaus zu Beginn der Krise alle Flüchtlinge, von denen wir eine Mobilnummer haben – und das sind fast alle – sämtliche Maßnahmen, zum großen Teil in ihrer Muttersprache, übersetzen lassen: Hygieneregeln, Abstand halten, Umgangsregeln. Das ging ziemlich einfach, da inzwischen viele Flüchtlinge sehr gut Deutsch können und mich dabei unterstützt haben Texte zu übersetzen. So können wir auch die ständigen Aktualisierungen mitteilen und alle auf dem Laufenden halten“, erklärt Angelika Schlicht, Demografie- und Gleichstellungsbeauftragte, auf Nachfrage des SauerlandKurier. 

Dieser „Service“ sei zwar aufwändig, funktioniere aber gut. „Die Neubürger haben das verstanden, denn die Regeln werden sichtbar eingehalten. Termine mit dem Rathaus werden telefonisch oder per Mail abgestimmt. Die Kollegen im Rathaus vermitteln Termine zum Beispiel mit dem Ausländeramt oder der Jobbörse. Genau so gut funktioniert die Unterstützung zwischen den ehrenamtlichen Bürgern, die in der Flüchtlingshilfe Drolshagen aktiv sind. Sie halten den Kontakt per Telefon oder Mail zu ihren ,Paten’ und natürlich auch zu uns im Rathaus“, sagt sie weiter. 

Ständiger Kontakt untereinander

Untergebracht sind die Männer, Frauen und Kinder in Gemeinschaftsunterkünften, oft in Mehrbettzimmern. „Wir haben besonders Ende März noch versucht die Personen, die in den Unterkünften in der Wünne und in Bleche wohnen, möglichst in Einzelzimmern unterzubringen.“ 

Natürlich wurden auch die Hygienemaßnahmen in den Unterkünften verstärkt: „Insgesamt ist das jedoch besonders für die Menschen, die in diesen Unterkünften auf sehr engem Raum leben, eine schwierige Zeit gewesen.“ Die Fahrradwerkstatt habe alle, die es wünschten, mit Rädern versorgt, „sodass zumindest an den schönen Tagen kleine Ausflüge gemacht werden konnten.“ 

Trotz Corona-Krise sieht Angelika Schlicht auch positive Veränderungen: „Viele Flüchtlinge freuen sich über den ständigen Kontakt, den wir halten und senden uns Nachrichten. Ein positiver Effekt ist, dass diese Situation manche Flüchtlinge zu noch mehr selbstständigem Handeln gebracht hat“, freut sich die Demografie- und Gleichstellungsbeauftragte.

 „Aber wir haben auch eine große Unsicherheit und Angst wahrgenommen. Besonders die Menschen, die aus Ländern des afrikanischen Kontinents nach Deutschland gekommen sind, haben vor einer Pandemie große Sorgen. Sie haben bereits Erfahrungen im Umgang mit Aids, Ebola und anderen Seuchen – für sie hat Covid-19 eine noch erschreckendere Bedeutung, als es für uns schon der Fall ist.“

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe gibt es im Internet.

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