Historisches Bildmaterial

Viele Besucher bei Vortrag über Eisenbahn in Drolshagen

Referent Sascha Koch (r.) informierte die Eisenbahnfreunde und interessierten Bürger über die Geschichte der Eisenbahn in Drolshagen.

Drolshagen – Wenn über 90 Personen den Vortragsraum des Heimathauses in Drolshagen füllen und auch die noch herbeigebrachten Stühle nicht reichen, sodass etliche Besucher stehen mussten, ist dies ein besonderer Zuspruch, den eine Veranstaltung erfährt. Dies war bei dem Vortrag zur „Geschichte der Eisenbahn in Drolshagen“ von Sascha Koch, engagiertes Mitglied in Heimatgeschichte und Dorfgestaltung in Hützemert, der Fall. Gekommen waren wie immer Mitglieder des Heimatvereins, aber dieses Mal auch ganz viele Eisenbahnfreunde „beiderseits des Tunnels“ in Hützemert aus den Räumen Olpe und Bergneustadt.

Der Vortrag von Sascha Koch wurde durch historisches Bildmaterial begleitet. Dazu konnte er auf eigene, von vielen historisch Interessierten und Eisenbahnfreunden zur Verfügung gestellten, sowie auf Fotos des Bergneustädter Fotografen Otto Alterauge zurückgreifen, der die Entwicklung der Bahnlinie bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs dokumentiert hatte. 

Erste Ideen zum Bau einer Bahnlinie, die über das Vollmetal verlaufen sollte, datieren auf das Jahr 1844. Koch erläuterte äußerst kurzweilig und immer in den historischen Kontext eingebettet die weitere Entwicklung anhand seines reichhaltigen Fotomaterials. Von den ersten Zügen mit einer kleinen Dampflok auf dem Wenkhauser Viadukt, verglichen mit einem der letzten Güterzüge mit einer für den Betrieb überdimensionierten Diesellok an derselben Stelle, über die Abreise der 1918 zum Kriegsdienst einberufenen Drolshagener bis zum letzten Schienenbus ging die fotografische Reise. 

Dass die Bahnhofsgebäude an der Strecke baugleich waren, belegte der Referent ebenfalls an reichhaltigem Fotomaterial. Günter Schröder, Sohn des ehemaligen Bahnhofsvorstehers aus Eichen, erkannte sich auf einem der Fotos aus den 40er Jahren wieder mit, wie er sagte, „Hosen bis unter die Arme“. Sein Bruder, so berichtete Günter Schröder, habe im Hützemerter Bahnhof einmal gesagt: „Das ist ja wie bei uns zu Hause.“ 

„Stupperbähnchen“  als Besonderheit

Das Ende der Staatsstrecke Olpe – Bergneustadt über Drolshagen wurde abrupt herbeigeführt, als bekannt wurde, dass die Strecke Mitte der 70er Jahre für die NATO keine strategische Bedeutung mehr hatte und diese damit auch die Zuschüsse zum Betrieb einstellte. Vom Personenverkehr, der zudem in Konkurrenz zum Busverkehr stand, und dem immer stärker zurückgehenden Güterverkehr ließ sich die Strecke nicht finanzieren. 

Eine Drolshagener Besonderheit war das „Stupperbähnchen“ eine Schmalspurbahn, die den im Steinbruch „Im Stupper“ gewonnenen Schotter zum Verladen an den Bahnhof Drolshagen verbrachte und die noch vielen bekannte Werksbahn von M&T im Stadtgebiet. Während des Vortrags gab es immer wieder lebendige Ergänzungen und Korrekturen, vor allem von den anwesenden Eisenbahnfreunden, die der Referent gerne aufnahm und weiterführte. Zum Schluss bedankte sich Sascha Koch namentlich bei 21 Personen, die ihn bei seiner Recherche und mit Dokumenten und Fotomaterial versorgt hatten. 

Sozusagen als Zugabe zeigte er einen 1975 aus dem Führerstand eines Schienenbusses gedrehten Schmalfilm, des im Zuhörerraum sitzenden Olper Lokführers und Eisenbahnfreunds Walter Becher, der noch einmal die Strecke Bergneustadt nach Olpe, vorbei an Drolshagen mit Freude und Wehmut erleben ließ.

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