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Weiterer Baustein im Konzept: Josefshaus stellt neue Lernküche „Op’m Stupper“ vor

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Von: Michael Sauer

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Stellten die neue Küche vor (v.l.): Juline, mit 14 Jahren jüngste Stupperhof-Bewohnerin, Wohngruppenleiter Jörg Höfer, Lydia (21), älteste Bewohnerin der Wohngruppe und Josefshaus-Leiter Reinhard Geuecke.
Stellten die neue Küche vor (v.l.): Juline, mit 14 Jahren jüngste Stupperhof-Bewohnerin, Wohngruppenleiter Jörg Höfer, Lydia (21), älteste Bewohnerin der Wohngruppe und Josefshaus-Leiter Reinhard Geuecke. © Michael Sauer

Stupperhof – Manchmal erwachsen aus Niederlagen positive Dinge. Und im Falle der Scheunenwirtschaft „Op'm Stupper“ ist das durchaus wörtlich zu nehmen. Josefshaus-Leiter Reinhard Geuecke und Jörg Höfer, Leiter der Wohngruppe Stupperhof, haben jetzt die neue Lernküche im kleinen Örtchen nahe Drolshagen vorgestellt. Angefangen hat das Projekt aber mit einer Niederlage.

„Wir haben uns vor etwa zwei Jahren bei der Fanta-Spielplatz-Initiative um eine Förderung beworben. Das hat überhaupt nicht funktioniert“, lacht Geuecke zurückblickend. Doch statt einem resignierendem „dann halt nicht“ habe es viele positive Rückmeldungen auf die mit den Fördergeldern geplante Attraktivierung des Stupperhof-Geländes gegeben. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf.

„Zunächst haben wir als Regionale-Projekt den Rätselpfad realisiert und im vergangenen Jahr eingeweiht“, berichtet Jörg Höfer. Ein Knackpunkt beim der Scheunenwirtschaft war aber die Küche. Lydia, mit 21 Jahren die älteste Bewohnerin der Josefshaus-Außenwohngruppe Stupperhof erinnert sich: „Gerade bei Veranstaltungen wie dem Kartoffelmarkt und dem Weihnachtsmarkt reichte der Platz in der Küche nicht aus, um alles vorzubereiten. Wir mussten regelmäßig auf die Küche im Wohnbereich ausweichen.“ Und auch im Regelbetrieb – die Jause am Stupperhof ist ein beliebtes Ausflugsziel – gab es massive Einschränkungen: „Wenn zwei Leute in der Küche standen, war sie voll.“

Alle zwei Wochen „Jausendienst“

Also reifte der Plan, die zehn Jahre alte Küche zu erneuern. Zur Hilfe kam dabei die Postcode-Lotterie, die das 20.000 Euro zur Verfügung stellte. Damit wurde aber nicht die alte Küche erneuert, es wurde direkt eine neue, deutlich größere, eingerichtet. Mit Backofen, Konvektomat, zwei Kochfeldern und Industrie-Spülmaschine.

„Die Küche werden wir für die Bewirtung der Gäste in der Scheunenwirtschaft und als Lernküche verwenden. Das ist ein weiterer Baustein zur Verselbstständigung der Bewohner. Sie lernen in der Scheunenwirtschaft grundlegende Dinge wie Freundlichkeit, Sozialkompetenz und Hygiene“, so Geuecke. Schließlich haben die Bewohner alle zwei Wochen an Wochenenden „Jausendienst“ und helfen dabei in Küche und Service der Scheunenwirtschaft. Das Josefshaus – und damit die GFO – als Träger arbeitet gemeinnützig: „Das Ganze ist finanziell ein Nullsummenspiel“, so Geuecke.

„Die grundsätzliche Idee der Wohngruppe ist voll aufgegangen“, freut sich der Josefshaus-Leiter. Denn die Bewirtschaftung der Scheune ist Teil des pädagogischen Konzepts. Und auch die Ausflügler im Drolshagener Land können sich freuen. Das Josefshaus hat den Mietvertrag für den Stupperhof gerade um zwölf Jahre verlängert, sodass es dort auch weiter an Wochenenden und Feiertagen selbstgemachte Kuchen und Torten sowie Kaffee und andere Getränke gibt.

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