Empörung über Abschuss zweier Höckerschwäne

„Absolute Sauerei“

Wut und Unverständnis herrschen zurzeit bei den Bürgern in Frielentrop. Der Grund: Zwei Jägerinnen haben das Höckerschwan-Paar, das jahrelang auf dem Obergraben des Lenhauser Laufwasserkraftwerkes und der Lenne schwamm, erschossen. Angeblich, weil man Schwäne essen kann. Gleichzeitig verweisen die Frauen auf die bestehenden Gesetze.

Denn tatsächlich sind Höckerschwäne nach den geltenden Gesetzen und Verordnungen vom 1. November bis zum 20. Februar zur Jagd freigegeben. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) setzt sich jedoch schon seit vielen Jahren dafür ein, dass die Tiere ganzjährig geschont werden, da „kein konsumtives Interesse bzw. eine sinnvolle nachhaltige Nutzung erkennbar“ sei.

Jägerin schaltet Anwalt ein

Der Abschuss zieht für die beiden Jägerinnen offenbar Konsequenzen nach sich: Wilfried Kutzner, der Jagdpächter, in dessen Revier die Frauen die Schwäne erlegt haben, hat der Jägerin, die einen Begehungsschein für das Gebiet besaß, diesen noch am gleichen Tag entzogen. Schließlich habe er ja die Verantwortung für die Jagd in diesem Gebiet, wie er selbst ausführt. Bereits vor ein paar Jahren hatte Kutzner einen Baustopp für die neue Lennebrücke erwirkt, weil die Schwäne im Bereich der Baustelle brüteten.

Kutzner selbst erklärt: „Der Abschuss ist eine sehr traurige Sache und eine absolute Sauerei. Ich habe jedem, der einen Begehungsschein für das Revier besitzt, ausdrücklich gesagt, dass die Schwäne nicht bejagt werden dürfen.“ Beide Frauen hätten sich an diesem Tag im Vorfeld nur für eine Entenjagd angemeldet.

Am nächsten Tag hat er sich persönlich bei den Anwohnern für den Vorfall entschuldigt, schließlich waren die beiden Höckerschwäne so etwas wie eine Attraktion: „Das waren die einzigen Schwäne in der gesamten Gegend.“ Im kommenden Jahr gibt Kutzner das Revier ab. Er macht deutlich: „Ich möchte das Revier gesund an den neuen Pächter übergeben. Es darf auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass ich zum Ende hin auf alles schieße und schießen lasse, was sich noch dort befindet.“

Das letzte Wort in der ganzen Angelegenheit scheint aber noch nicht gesprochen zu sein, schließlich hat ihm die Jägerin, der er den Begehungsschein entzogen hat, erklärt, dass sie ihren Anwalt einschaltet.

Übrigens: Im antiken Griechenland gab es einen Mythos, der besagte, dass Schwäne kurz vor ihrem Tod noch einmal mit besonders schöner Stimme singen. Die beiden getöteten Höckerschwäne werden aufgrund ihres schnellen und unerwarteten Ablebens jedoch wohl kaum die Zeit und Möglichkeit dazu gehabt haben. (Von Michael Sauer)

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