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Bürgermeisterkandidat für Finnentrop: CDU nominiert Achim Henkel

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Gemeindeunionsvorsitzender Dirk Leibe (l.) und CDU-Kreisvorsitzender Jochen Ritter (r.) gratulierten Achim Henkel zur Nominierung als CDU-Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Finnentrop.
Gemeindeunionsvorsitzender Dirk Leibe (l.) und CDU-Kreisvorsitzender Jochen Ritter (r.) gratulierten Achim Henkel zur Nominierung als CDU-Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Finnentrop. © Mario Wurm

Finnentrop/Ostentrop – Der CDU-Gemeindeverband Finnentrop hat Achim Henkel am vergangenen Dienstag in einer Versammlung im Dorfhaus Ostentrop mit großer Mehrheit zum Bürgermeisterkandidaten gewählt.

87 von 99 Mitgliedern stimmten für ihn, vier stimmten gegen ihn, sechs enthielten sich und zwei Stimmen waren ungültig. Gemeindeunionsvorsitzender Dirk Leibe und CDU-Kreisvorsitzender Jochen Ritter gratulierten. Auch Bürgermeister Dietmar Heß – ebenfalls CDU-Mitglied –, der einen Tag zuvor seine Kandidatur aus dem Amt heraus verkündet hatte, sprach seine Gratulation aus und den Wunsch auf einen fairen Wahlkampf. 

In seiner Bewerbungsrede unterstrich Henkel, dass Politik in seinen Augen ein Mannschaftssport sei und er gemeinsam mit den Verantwortlichen in allen Dörfern und Orten Themen und Projekte angehen wolle. „Es wäre komplett falsch, wenn ich Ihnen eine Liste vorgäbe und sage, das ist es jetzt, das sind unsere Themen“, so Henkel. 

Finnentrop: Henkel will Aktionsprogramm vereinfachen

Er stellte heraus: „Für uns zählen die Menschen in den Orten, auch den kleinen Orten, genauso viel wie im Zentralort“, und hob hervor, dass er, gemeinsam mit dem Gemeindeverband, eine laute Stimme für den ländlichen Raum und die hier gerne lebenden und arbeitenden Menschen sein wolle. 

Er machte darauf aufmerksam, dass es auf dem Dorf andere Ansätze geben müsse wie in der Großstadt. So seien Ehrenamtspreise, Projekte wie „Unser Dorf hat Zukunft“ oder Förderprogramme wie „Leben im Herzen unserer Dörfer“ in der Stadt weniger bedeutsam wie auf dem Land. Gerade dieses Aktionsprogramm wolle er vereinfachen und für viele Projekte öffnen. So sollten junge Familien, die beispielsweise ein 25 Jahre altes Haus kaufen, je nach vorhandenen Kindern einen Zuschuss bekommen.

Finnentrop: Kritik an Internet-Blog von Bürgremeister Dietmar Heß

 Auch könne man die einzelnen Müllsammlungen in den Orten unter dem Motto „Finnentrop putz(t) munter“ bündeln oder ehrenamtlich Aktive bei der Vergabe von Stellen bevorzugen. Natürliche wolle der 53-Jährige bestehende und funktionierende Projekte wie unter anderem den Ausbau des schnellen Internets und des Mobilfunks oder Investitionen in den Orten zur weiteren Stärkung der Aufenthaltsqualität fortführen. Mit großem Beifall bestätigten die Gemeindeverbandsmitglieder ihre Zustimmung. 

Zu Beginn der Aufstellungsversammlung des Kommunalkandidaten nahm der Vorsitzende Dirk Leibe Bezug auf den „unsäglichen Blog des Bürgermeisters Dietmar Heß“, der inzwischen aus dem Internet entfernt wurde. Er widersprach der Behauptung eines intransparenten Verfahrens und erklärte, dass es das „gleiche wie in den letzten Jahrzehnten bei der Nominierung von Dietmar Heß zum Kandidaten und das gleiche Verfahren wie in vielen Städten und Gemeinden in NRW“ gewesen sei. 

Finnentrop: „Hinterzimmer-Politik“-Behauptung zurückgewiesen

Zudem erläuterte Leibe, dass sowohl er als auch Ralf Helmig als CDU-Fraktionsvorsitzender in vielen persönlichen Gesprächen mit Dietmar Heß über einen Wechsel an der Spitze der Gemeinde gesprochen hätten. „Tenor war immer, dass viele CDU-Mitglieder in der Gemeinde Finnentrop einen Wechsel wünschen.“ 

Letztlich sei Achim Henkel auch nicht in einer „Klüngelrunde“, sondern in einer gemeinsamen Sitzung aller Mitglieder des Vorstandes des CDU-Gemeindeverbandes, aller Vorsitzenden der CDU-Ortsverbände im Gemeindeverband und aller Mitglieder der CDU-Fraktion, „also aller wichtigen Funktions- und Mandatsträger der CDU in der Gemeinde Finnetrop, mit Einstimmigkeit zum Bürgermeisterkandidaten vorgeschlagen worden“. Somit wies er die Behauptung der „Hinterzimmer-Politik“ entschieden zurück. 

Dietmar Heß bekam während der Sitzung keine Möglichkeit, auf diese Stellungnahme wiederum einzugehen, da die Versammlung ihm das Rederecht per Abstimmung verweigerte. Auf Nachfrage der Redaktion erklärte Heß, dass er im Vorfeld der Vorstandssitzung vom 3. Dezember eine Tagesordnung bekommen habe, die erst einen Tag vor dem Termin ausdifferenziert worden sei. „Der meinem Verständnis nach unauffälligen Tagesordnung wurden die Punkte ,Vorstellung der bisher bekannten Kandidaten zur Bürgermeisterwahl' und ,Aussprache ohne Kandidaten' hinzugefügt“, so Heß. 

Auch unterscheide sich, dass das Nominierungsverfahren nicht das gleiche sei wie in den Vorjahren: „Der Amtsinhaber war als Kandidat zuvor immer gesetzt.“ Enttäuscht war er auch darüber, dass ihm das Rederecht verweigert wurde: Obwohl in der Stellungnahme von Versöhnung gesprochen werde, wäre ihm als „Angegriffenen“ das Rederecht entzogen worden. „Das geht gegen die Grundsätze der CDU." Dennoch versicherte er, keinen „Krawall" machen zu wollen. „Ich habe genügend Aufgaben, um die ich mich kümmern muss.“

Der CDU-Kreisvorsitzende Jochen Ritter erklärte hierzu in der Versammlung, dass er nichts von Theater in der Politik halte und er jedem dankbar sei, der wenig zu diesem Theater beitrage. Er empfahl den Beteiligten „cool zu bleiben und ihren Job zu machen“.

Achim Henkel wurde als CDU-Bürgermeisterkandidat nominiert.
Achim Henkel wurde als CDU-Bürgermeisterkandidat nominiert. © Mario Wurm

Finnentrop: Zur Person von Achim Henkel

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