Bilanz des Hochwassers

2,4 Millionen Euro Schaden - Viele Hilfsaktionen initiiert

Hochwasser Lennestadt Oberelspe Collage
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Oberelspe, während des Hochwassers und danach.

Der Kreis Olpe ist noch einmal mit einem dunkelblauen Auge davongekommen. Das Hochwasser nach den unwetterartigen Regenfällen der vergangenen Woche hat keine Verletzten, geschweige denn Todesopfer gefordert.

Finnentrop/Lennestadt - Aber auch im Kreis – vor allem in den östlichen Kommunen Finnentrop und Lennestadt – sind immense Schäden zu beklagen. „Grob geschätzt kommen wir auf eine Summe von rund 2,4 Millionen Euro“, erklärte Kreissprecher Hans-Werner Voss gegenüber dem SauerlandKurier. Neben den beiden genannten Kommunen traf es auch das Rückhaltebecken an der Kreismülldeponie. In Oberveischede mussten deshalb Menschen aus Angst vor einem Dammbruch vorsorglich evakuiert werden. „Drolshagen, Olpe und Wenden waren gar nicht betroffen“, so Voss weiter.

Finnentrop

Zerstörte Straßen und vollgelaufene Keller sind das Ergebnis des Unwetters in der Gemeinde Finnentrop. Die Gemeinde hat den an meisten Betroffenen unbürokratisch Container bereitgestellt. Insgesamt haben die Einsatzkräfte an den beiden Einsatztagen bis zu 15.000 Sandsäcke „verbaut“. Diese sammelt der Bauhof nun nach und nach wieder ein.

Auf der Internetseite der Gemeinde hat Bürgermeister Achim Henkel ein Dankschreiben an alle Einsatzkräfte eingestellt. „Über 100 Einsatzstellen, bis zu 250 Kräfte von Feuerwehr, DLRG, THW und Bauhof zeitgleich im Einsatz – das gab es selten in der Gemeinde Finnentrop und wäre nur von einer Kommune oder einer Feuerwehr nicht zu stemmen gewesen.“ Henkel richtet seinen Dank daher auch an die Feuerwehren aus Attendorn, Drolshagen, Hilchenbach, Kirchhundem, Netphen, Siegen und Wenden, an das DLRG aus Attendorn, Drolshagen, Lennestadt, Lüdenscheid, Oberhundem, Olpe, Welschen-Ennest und Wenden, an das DRK der Gemeinde Finnentrop und das THW aus Attendorn, Bad Berleburg, Lennestadt, Olpe und Siegen sowie die Mitarbeiter des Bauhofs und den „fleißigen Helfern“, unter anderem Anwohnern, Unternehmen und Landwirten.

In einer ersten Übersicht berichtet Achim Henkel über die Schäden und die geschätzten Schadensummen:

Glingestraße vom Unterbecken bis zur K29: Hier sind an diversen Stellen die vorhandenen Bachdurchlässe unterspült worden. Diese müssen erneuert werden. Dazwischen ist der Bankettbereich der STraße zum Teil bis zu 1,50 Meter tief ausgespült bzw. weggebrochen. An einer Stelle ist die Straße bis zur Mitte der Fahrbahn unterstpült und eingebrochen. Die straße muss in mehreren Abschnitten auf einer Gesamtlänge von ca. 800 Metern neu aufgebaut werden. Geschätzte Kosten: 500.000 Euro.

Das Unwetter hat enorme Schäden an den Straßen verursacht, hier die Glingestraße in der Gemeinde Finnentrop.

Ermeckebach, Glinge: Der Bach ist durch Geschiebeeintrag von höheren Lagen komplett verschüttet. Dadurch sind massive Schäden am parallel verlaufenden Weg entstanden, zum Teil sind Ufer eingebrochen. Geschätzte Kosten: 30.000 Euro.

Brücke St.-Anna-Straße – Unterer Hammer, Lenhausen: Hier wurde die Fahrbahndecke vom überströmenden Wasser unterspült und angehoben. Der Fahrbahnbelag der Brücke muss komplett erneuert werden. Geschätzte Kosten: 25.000 Euro.

Dazu kommen ausgespülte Bankette an diversen Gemeindestraßen, Radwegen und öffentlichen Anlagen. Ebenso das Spülen der Kanäle, Reinigen der Geröllfänge und Instandsetzungen der Uferbereiche, was zusammen geschätzte Kosten von mindestens 100.000 Euro verursacht.

Lennestadt

Nach einer ersten Schätzung der Stadt Lennestadt sind Schäden in Höhe einer siebenstelligen Summe zu erwarten. „Insbesondere im Ortsteil Oedingen sind Straßen unterspült worden, die saniert werden müssen. Auch das Feuerwehrgerätehaus in Oedingen wurde von den Wassermassen überflutet und beschädigt.

„Die Schadenssumme ist noch nicht absehbar“, erklärt Peter Quinke, Betriebsleiter der Stadtwerke. „Vor allem die Folgemaßnahmen, wie beispielsweise der Gewässerausbau zum Schutz vor weiteren Hochwassersituationen werden enorme Summen kosten.“

Seit Freitag vergangener Woche wird im Stadtgebiet aufgeräumt und die Infrastruktur wieder in Betrieb genommen. Ausnahme ist die Brenscheder Straße in Oedingen, die auf ganzer Strecke erneuert werden muss. Zurzeit werden im Stadtgebiet alle Brücken auf Schäden untersucht. Eine Brücke in Burbecke und eine Brücke in Langenei sind vorerst gesperrt, diese wurden komplett unterspült.

Die B55 wurde zwischen Elspe und Oberelspe an einer Stelle unterspült und ist hier halbseitig gesperrt, die Arbeiten haben bereits begonnen.

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