Gemeinsames Frühstück der DaZ-Kurse in Finnentrop

Lernvoraussetzung ist Frieden untereinander

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Hauptschule und Gesamtschule Finnentrop boten ein Frühstück für ihre DaZ-Schüler, deren Eltern und Paten.

Finnentrop. Für immer mehr Schüler ist Deutsch eine Zweitsprache. Im Schulbetrieb gibt es spezielle DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Kurse für Schüler mit Migrationshintergrund, die in den normalen Unterricht eingebunden sind. Im Schulzentrum Finnentrop wird DaZ schulübergreifend in der Gemeinschaftshauptschule (GHS) und der Gesamtschule unterrichtet. Kürzlich veranstalteten die Schulen in der Mena ein gemeinsames Frühstück mit Schülern, Eltern und Paten.

Koordinatoren für DaZ mit spezieller Ausbildung sind Mariele Sieler und Christoph Gunter. Unterstützt werden sie von Sozialarbeiterin Astrid Wortberg sowie ehrenamtlichen Paten, ohne die das Ganze gar nicht möglich wäre. Leider gibt es zur Zeit nur noch sechs Paten und die Verantwortlichen würden sich über Unterstützung freuen. 

Elf Sprachen waren bei dem Frühstück vertreten und Mariele Sieler begrüßte mit Unterstützung von Schülern zunächst einmal alle in den jeweiligen Sprachen. In beiden Schulen gibt es zur Zeit mehr als 60 DaZ-Schüler. „Das ist generell ein schweres Brot“, erklärte Gunter. Die Schüler werden in vier Kursen, entsprechend ihren Fähigkeiten unterrichtet, Förderunterricht wird nach den Weihnachtsferien ebenfalls angeboten. 

Anfänglich funktioniert die Verständigung häufig nur über Bilder und durch Gesten. Aber die Schüler machen in der Regel schnell große Fortschritte. Das beste Beispiel dafür sind Sherin (14) und Aziza (15) Mohammad. Sie kamen 2014 aus Syrien und sprachen kein Wort Deutsch. An der Gesamtschule Finnentrop lernten sie im Rahmen von DaZ und mit Hilfe der Lehrer und Mitschüler so gut Deutsch, dass sie heute den Lehrern und Schülern an den Schulen häufig als Übersetzer zur Seite stehen. Sie sprechen Kurdisch, Arabisch, Englisch, mittlerweile fließend Deutsch und ein bisschen Türkisch. 

Den Mädchen macht es große Freude, dass sie helfen können und sie möchten beide auch gerne beruflich etwas mit Sprachen machen. Die beiden DaZ-Koordinatoren sind froh, den Schülern diese Möglichkeit zum Erlernen der Sprache geben zu können. Doch dafür müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. 

Neben Konzentration und der Bereitschaft deutsch zu lernen, gehört dazu auch unbedingt der Frieden untereinander: Viele der Schüler kommen aus Kriegsländern. „Wir können Deutsch unterrichten, aber wir müssen auch den Frieden untereinander herstellen“, gab Mariele Sieler zu bedenken. Deshalb hat sie Friedensschlüssel mit der Aufschrift „Be sisters – be brothers“ gebastelt und überreichte sie an jede Gruppe. „Der Friedensschlüssel passt bei jedem ins Herz“, versicherte sie.

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