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Katrin Menschel genießt ihr Leben in Fehrenbracht

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Von: Friedhelm Tomba

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Fehrenbracht Einsiedlerhof
Fernab der Welt, jedoch nicht aus dieser Welt: Der Hof der Familie Schneider in Fehrenbracht. © Friedhelm Tomba

„Fehrenbracht“ – schon mal gehört? Das Mini-Dorf der Gemeinde Finnentrop mit gerade mal einer Handvoll Wohnhäusern genießt seinen Dornröschenschlaf ganz am nordöstlichsten Ende des Kreises Olpe. Nur wenige Meter trennen die Ortschaft, in der die Vierbeiner eindeutig in der Mehrzahl sind, vom benachbarten Hochsauerlandkreis. 

Fehrenbracht - Wo Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, wohnt Katrin Menschel (37). Fernab der Welt – jedoch nicht aus dieser Welt. Und wie lebt es sich dort? „Hier zu leben ist wahrer Luxus“, sagt sie.

Die vierfache Mutter kann – verglichen mit ihrem jetzigen Domizil – mit Großstadterfahrungen aufwarten. Aufgewachsen in der Stadt Lennestadt und durch frühere Wohnsitze in Attendorn und Finnentrop mit „quirligem Leben“ gut vertraut, zog es sie 2015 nach Fehrenbracht. Natürlich zog der Regisseur des Lebens dabei seinen besten Joker: die Liebe. „Ich habe meinen Mann Andreas Schneider kennen und lieben gelernt. Als er mir beim ersten Treffen erzählte, dass er in Fehrenbracht wohnt, konnte ich damit rein gar nichts anfangen.“ Der designierte Lebensgefährte lud seine Angebetete ins Auto und kurvte mit ihr hoch ins obere Frettertal. „Da war es schon stockdunkel, ich konnte gar nichts sehen. Ich merkte aber, dass ich irgendwo in der Pampa gelandet bin.“

Fehrenbracht Einsiedlerhof
Aus dem Holz eigener Wälder entstehen schmucke Dekorationen. © Friedhelm Tomba

Katrin Menschel erinnert sich lachend an die erste Begegnung mit der kleinen Ortschaft. „Einige Tage später waren wir dann bei seinen Eltern auf dem Hof eingeladen. Bei Tageslicht sah alles schon anders aus. Hof, Natur, Tiere und Ruhe: Ich war Feuer und Flamme und konnte mir sofort vorstellen, hier hinzuziehen.“

Mittlerweile toben vier Kinder nach Herzenslust auf dem alten Bauernhof herum. „Hier stört nichts und niemand. Ein wahrer Luxus, hier oben in Fehrenbracht zu leben. Man fühlt sich herrlich frei.“ Eine ganze Palette von Tieren sowie ein schmucker Garten runden das Wohlfühl-angebot ab.

Natürlich zieht es die junge Frau auch mal in die große, weite Shoppingwelt. „Es ist schön, ab und zu mal in einer großen Stadt zu sein. Aber nach einiger Zeit habe ich ein Rauschen im Kopf, dann möchte ich nur zurück nach Hause. Hier wird man wieder geerdet.“

Als gelernte Heilerzieherpflegerin hat sie nie aufgehört, lebenspraktische und kreative Ideen mit in den Alltag zu bringen. Seit Donnerstag, 4. November, ist das Dorf um eine Attraktion reicher: Katrin Menschel eröffnet im alten „Holzschoppen“ einen kleinen Hofladen mit selbst angefertigter, saisonaler Dekoration. Wer mit „Mann und Maus“ in Fehrenbracht lebt, kann eben auch mit der Stichsäge umgehen.

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