1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Finnentrop

Strahlenmadonna schwebt in der Himmelfahrtskirche

Erstellt:

Von: Friedhelm Tomba

Kommentare

Die neue Strahlenmadonna in der Pfarrkirche Schönholthausen.
Die neue Strahlenmadonna in der Pfarrkirche Schönholthausen. © Friedhelm Tomba

Eine neue Madonna ziert seit kurzem die Himmelfahrtskirche in Schönholthausen. Am 4. Advent wird sie eingeweiht.

Schönholthausen - Die Zeit des Barocks wird allgemein zwischen 1600 und 1750 datiert. Prachtvolle Kirchen und prunkvolle Schlösser sind auch heute noch stumme Zeugen einer Kunstepoche. Wer in einer Mitteilung der Firma Uta Scholand blättert, die sich in Marsberg in Restaurierungen und Vergoldungen einen Namen gemacht hat, wird sich wohl bald nach Schönholthausen aufmachen. „Das ist schon eine Besonderheit, denn vermutlich wurde seit der Barockzeit hier im Erzbistum Paderborn keine Strahlenmadonna mehr angeschafft.“

Das, was da jetzt „angeschafft“ wurde, wuchs im Grödnertal in Südtirol heran. Aus Zirbelkiefer schuf der Bildhauer Samuel Moroder ein 1,80 Meter hohes und 1,70 Meter breites Kunstwerk, das nach einjähriger Arbeit über den Brenner ins Sauerland bugsiert wurde. In der Marsberger Werkstatt bekam die Mutter Gottes dann durch Vergoldung und künstlerische Farbfassung noch den nötigen Feinschliff nach bewährter Barockzeitmanier. Aber wie kommt es, dass „Maria aus Tirol“, deren Holz im Hochgebirge der Dolomiten „heranreifte“, nun in der Mitte einer alten Pfarrkirche im Sauerland schwebt?

Die Spur führt zu Pastor Franz Rinschen. Als 1968 in Schönholthausen eine Pfarrerstelle frei wurde, zog der Geistliche mit seiner Schwester Josefine in das Pfarrhaus „Maria Himmelfahrt.“ Dort, aber auch in der Fialgemeinde St. Luzia Ostentrop und anderen Ortschaften der Gemeinde Finnentrop, hat der Gottesmann bleibende Spuren hinterlassen.

Pfarrer Rinschen hat sich nie verbiegen lassen. Bis zu seinem Tod hat er stets weltliches, aber auch kirchliches Geschehen kritisch hinterfragt. Sein Tun und Handeln spiegelt sich in einem Satz wieder, den er anlässlich seines Priesterjubiläums im Interview mit dem Sauerlandkurier äußerte: „Den Bischöfen muss man auch mal klar sagen was Sache ist, ich habe das immer getan. Nicht nur beten, sondern auch handeln.“

Logisch, dass Franz Rinschen schon zu Lebzeiten sein Vermächtnis durchdacht hatte. Das Vermögen der Geschwister Rinschen wurde Nachlassverwalter Franz-Josef Huss aus Eslohe übertragen, der als Rendant mehrerer Kirchengemeinden reichliche Erfahrungen in Sachen Kirchenfinanzen aufweisen kann. „Pfarrer Rinschen hat bestimmt, dass sein Nachlass nur für kirchliche, soziale oder caritative Zwecke verwendet werden darf.“

Huss, der sich als Träger des päpstlichen Ehrenkreuzes viel mit der Geschichte heimischer Kirchen befasst, erinnerte sich an die alte Strahlenmadonna der Maria Himmelfahrtskirche in Schönholthausen. „Die wurde 1907 wegen Holzwurmbefall aus der Kirche entfernt. Nun macht die neue Strahlenmadonna der Himmelfahrtskirche wieder alle Ehre. Und, was wir nicht vergessen dürfen: Die Madonna ist ein bleibendes Gedenken an Franz und Josefine Rinschen.“

Im örtlichen Kirchenvorstand gab es nach Diskussionen grünes Licht und das Vorhaben wurde der unteren Denkmalbehörde zur Genehmigung vorgelegt. Die Himmelkönigin hängt im Mitteljoch des Kirchenraums, wo auch schon das originale Stück gehangen hat. Die Darstellung vor dem Strahlenkranz („Strahlenmadonna“) wird von 12 schwebenden Putten flankiert, die vom Bildhauer alle unterschiedlich gefertigt wurden.

Die feierliche Einweihung, an der auch Weihbischof Matthias König aus Paderborn und Bildhauer Moroder aus Südtirol teilnehmen werden, findet am Sonntag, 18. Dezember (4. Advent), um 11 Uhr in der Maria Himmelfahrtskirche Schönholthausen statt.

(Von Friedhelm Tomba)

Auch interessant

Kommentare