85 Obstbäume mit alten heimischen Sorten gepflanzt

Dorfgemeinschaft Illeschlade betreut seit 25 Jahren Obstbaumreihe

Bürgermeister Achim Henkel (3.v.l.) und Brigitte Kümhof (hinten, rechts) mit einigen Illeschladern, die die Obstbaumreihe pflegen
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Bürgermeister Achim Henkel (3.v.l.) und Brigitte Kümhof (hinten, rechts) mit einigen Illeschladern, die die Obstbaumreihe pflegen.

Vor rund 25 Jahren fing alles an. Anlässlich eines Förderprogrammes hatte die Gemeinde Finnentrop am Verbindungsweg zwischen Heggen und Illeschlade 85 hochstämmige Obstbäume gepflanzt – und die Illeschlader übernahmen die Pflege. Dabei ist es bis heute geblieben.

Illeschlade - Ausschießlich alte heimische Obstsorten wie Kaiser Wilhelm, Ingrid Marie und Berlepsch wurden seinerzeit gepflanzt. Die Bäume bereichern seitdem nicht nur die Landschaft, sondern bieten zahlreichen Tieren Unterschlupf und Nahrung. Etliche Vögel nutzen die Obstbäume als Nistplatz. Die Bäume sind ein Paradies für Bienen, Hummeln und andere Insekten.
Die Dorfgemeinschaft Illeschlade war von Anfang an begeistert. Aus Eigeninitiative heraus hat sich zunächst eine Rentnertruppe um die Obstbäume gekümmert. Denn es gilt: Wer viel schmackhaftes Obst ernten will, muss die Obstbäume regelmäßig fachgerecht schneiden. Obwohl dies nicht so einfach ist, wie man meinen könnte, haben die Illeschlader die Herausforderung angenommen. So werden regelmäßig Pflegemaßnahmen durchgeführt. 

Seit einigen Jahren wird die Obstbaumpflege offiziell im Rahmen einer Grünflächenpatenschaft der Gemeinde Finnentrop vorgenommen. Gleichzeitig hat die Dorfgemeinschaft offiziell die Erlaubnis erhalten, das Obst zu ernten .Zuvor gab es immer wieder Verärgerung darüber, dass irgendwelche, den Illeschladern nicht bekannte Personen, einfach die Bäume abernteten. Die Autos kamen sogar aus den Nachbarkreisen. „Außerdem wurde beim Ernten oft ziemlich radikal vorgegangen. Um an die Früchte zu kommen, wurden ganze Äste abgerissen“, schimpft Josef Canarius. Die Patenschaft sollte den Illeschladern die Möglichkeit geben, die betreffenden Personen vor Ort anzusprechen.

„Dem Abernten im großen Stil würden wir gerne entgegenwirken“, so Heike Schürmann. Dies auch deshalb, weil das Obst nicht nur für eigene Zwecke genutzt wird, sondern beispielsweise auch der Warenkorb Finnentrop mit Früchten beliefert wird. Hier wird das Obst an bedürftige Personen weitergegeben. 
Aber in erster Linie werden die Früchte im Dorf an diejenigen verteilt, die nicht mehr selbst auf die Leiter steigen können. Ein großer Teil der Ernte wird auch zu Illeschlader Spezialitäten verarbeitet. „Illeschlader Rotweinpflaumen“, „Rotweinkirschen“, „Kirschsirup“ und „Apfelsenf“ werden bei Dorfveranstaltungen zum Kauf angeboten – natürlich zugunsten der Dorfkasse. „Die Illeschlader verbinden den Einsatz für Natur und Landschaft mit sozialem Engagement. Besser geht es nicht“, lobt Bürgermeister Achim Henkel die Initiative. Ab sofort weisen deshalb Schilder an den beiden Anfängen der Obstbaumreihe auf die Patenschaft der Illeschlader hin.

Insgesamt gibt es in der Gemeinde Finnentrop über 80 Grünflächenpatenschaften. Spielplätze, Dorfplätze, Straßenbeete, Gedenkstätten, Böschungen und viele weitere Flächen werden durch Paten gepflegt. Wer Interesse hat, sich im Rahmen einer Patenschaft um eine öffentliche Grünfläche zu kümmern, kann sich im Rathaus bei der Umweltbeauftragten Brigitte Kümhof, Tel. 02721/ 512154, melden.

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