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Eigener Windpark für Schöndelt?

Bürgermeister Dietmar Heß und Aloys Weber (erster Beigeordneter) stellten in Schöndelt die Pläne zur Dorferneuerung vor. Foto: Friedhelm Tomba

Windstärken, Politik und Polemik prägten die Bürgerversammlung in Schöndelt.

Dietmar Heß und Beigeordneter Aloys Weber hatten es bei ihrer „Roadshow“, die bei den von Nina Klauke organisierten Bürgerversammlungen in den Finnentroper Ortsteilen für Präsens und Transparenz der Gemeindeverwaltung steht, zunächst mit einem „lauen Lüftchen“ zu tun. „Junge Leute verlassen die Gemeinde, wir haben 2035 auf Gemeindeebene rund 3000 Einwohner weniger. Durch Dorferneuerungsmaßnahmen möchten wir dem Trend entgegentreten.“ Aloys Weber stellte erste Gestaltungsmöglichkeiten vor. Die Ortsdurchfahrt soll „Grüner“ werden, Bäume und Grasflächen, die an den Asphalt heranreichen, waren auf den Zeichnungen gut zu erkennen. Aus den Reihen der Besucherschar kam allerdings dazu kein Echo. Erst am Ende der Veranstaltung, als Bürgermeister Dietmar Heß Matthias Schelle vom Förderverein des Bürgerhaus die Zusage „abluchste“, sich bei einer der nächsten Versammlung für die Aufnahme von Gesprächen für die Dorferneuerung einzusetzen, fiel das gestreute Samenkorn auf fruchtbaren Boden. „Starke Brise“ kam beim Thema „Anschlussbeitrag“ auf. Schöndelt wurde nach Auflösung des eigenen Wasserbeschaffungsverbands, der schlichtweg an steigender Bürokratie und hohen Auflagen kapitulierte, an die Wasserversorgungsanlange der Gemeinde Finnentrop angeschlossen. Oliver Pohl machte seinen Unmut Luft. „Wir haben ein funktionierendes, dichtes Wassernetz abgegeben und müssen jetzt dafür bezahlen. Hinzu kommt, das uns demnächst noch der Sickersoli aufs Auge gedrückt wird.“ Härtere Worte kamen von Leonard Arens: „Das was da in Berlin und Brüssel abläuft, ist Schizophrenie Hoch Drei. Aber da kann die Gemeinde nichts dran ändern.“ 1,45 Euro pro Quadratmeter müssen die Grundstückseigentümer berappen. Heß: „Da kommen Sie hier nicht drum rum, das haben Einwohner in anderen Ortschaften auch hinnehmen müssen. Wir werden in Schöndelt rund 100.000 Euro an Anschlussbeiträgen einsammeln.“ „Stürmischer Wind bis schwerer Sturm“ zeigte die Skala beim Thema „Windenenergie“ an. Seit 2004 drehen sich in Schöndelt private Windräder. Aloys Webers Feststellung „Sie wohnen im einzigen Ortsteil, der die Windenergie bereits kennt“ führte zu einer Reihe von Wortbeiträgen. „Ich höre ständig das monotone Geräusch der Windräder. Man sollte die Betreiber auf Schadenersatz verklagen. Wer will denn hier noch hinziehen?“, warf Herrmann-Josef Alz in die Runde. Helmut Schröder merkte an, das bei einem weiteren Ausbau in Schöndelt kein Haus mehr zu verkaufen sei. Burkhard Hachen (Wiebelhausen) fügte an, das Jagden nicht mehr zu verpachten sein. Bürgermeister Heß übernahm den Part des Diplomaten. „Durch den Ausbau von Windenenergie sollen nicht nur Millionäre kassieren. Die Gemeinde Finnentrop vertritt auch die Interessen der Bürger, die nicht so viel Geld haben. Es ist und bleibt unser Bestreben, den Bürger an der Windenergie zu beteiligen.“ Das war eine Vorlage für Windkraftbetreiber Werner Bille, der einen überraschenden Vorschlag machte. „Ist es nicht möglich, dass wir in Schöndelt oben auf dem Buchhagen gemeinsam unseren eigenen Windpark errichten? Wenn das Dorf eine einvernehmliche Lösung findet, wäre der Platz doch ideal dafür geeignet.“ Auf dem „Buchhagen“ befindet sich das Gelände, das früher von der Bundeswehr genutzt wurde. Bürgermeister Heß zeigte sich von dem Vorschlag durchaus positiv angetan. „Das wäre durchaus eine Möglichkeit.“ Zuvor muss allerdings aufgrund der Dorfdisharmonie in Sachen „Windenergie“ noch viel Wind aus den Segeln genommen werden. Den Vorbehalt, von Josef Schelle, das gerade zu nachtschlafender Zeit kein störendes Geräusch aufkommen dürfte, konterte Bille wie folgt: „ Jupp, wenn du erst mal daran beteiligt bist, und dann das Tacken der Räder hörst, kannst du auch bei offenen Fenster wunderbar schlafen.“ (Von Friedhelm Tomba)

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