Finnentroper Bürgerbusverein mit neuem Bus unterwegs

Ende der Leidensgeschichte

Die Fahrerinnen und Fahrer freuen sich auf ihr neues Dienstfahrzeug. Foto: Friedhelm Tomba

Der Bürgerbusverein hat am Samstag einen neuen Bus offiziell in Betrieb genommen. Die zahlreichen Werkstattbesuche, die beim Vorgängermodell angefallen waren und immense Kosten verursacht hatten, sollen damit der Vergangenheit angehören.

Während die mehr als 80.000 Fahrgäste des Bürgerbusses seit 2008 durch Finnentrop, Bamenohl und Weringhausen gefahren wurden, führte der Erfolgsweg die Verantwortlichen im Hintergrund durch äußerst unwegsames Gelände. Dr. Heidi Zimmermann nahm am Samstag als Vorsitzende und Geschäftsführerin des Vereins kein Blatt vor dem Mund. „Bei der Bestellung des Busses hatten wir uns aus finanziellen und ökologischen Gründen für einen Iveco mit Rußpartikelfilter entschieden. Damit begann die Leidensgeschichte. Das Fahrzeug hat uns sehr viel Nervenkraft und Zeit gekostet“, so Zimmermann. Das Kernproblem sei der Rußpartikelfilter gewesen.

„Wir konnten nicht wissen, dass der Stop-and-Go-Betrieb des Busses damit gar nicht zu vereinbaren war. Die Folge waren ständige Werkstattbesuche. Fast genauso schlimm waren die Anrufe von Bürgern, weil der Bus mit einer stinkenden, schwarzen Rauchwolke durch die Gemeinde fuhr. Das war genau das Gegenteil von unseren ökologischen Vorstellungen.“

Dass irgendwann die Reißleine gezogen werden musste, sei spätestens beim Blick auf die Reparaturkosten klargeworden: Die summierten sich auf 68.000 Euro. „Erfreulicherweise konnten wir das alleine finanzieren, das haben wir unseren Sponsoren und treuen Fahrgästen zu verdanken“, so Zimmermann.

Dank an Sponsoren

Der Anschaffungspreis des neuen Gefährts liegt mit 54.000 Euro deutlich unter den Reparaturkosten des alten Vehikels. „Finanziert wurde der Bus mit 35.000 Euro vom Land NRW sowie dem Verkauf des alten Busses. Besonders hervorheben möchten wir aber die 14.000 Euro, die uns der Gemeinderat von Finnentrop einstimmig zugebilligt hat. Darin erkennen wir auch die Wertschätzung des Bürgerbusvereins innerhalb der Gemeinde Finnentrop“, sagte Zimmermann.

Der „Neue“ ist mit einem Rußpartikelfilter nach Euro-6-Norm ausgestattet, der eine bessere Verbrennung gewährleiste und dadurch die Verstopfung des Filters verhindere. Ein Sieben-Gang-Automatikgetriebe und eine Schiebe- statt einer Schwingtür komplettieren den Bus der Firma Evo aus Dortmund.

Pfarrerin Rosemarie Warns und Vikar Mariusz Marziarka stellten Fahrzeug, Fahrer und Fahrgäste bei der Übergabe unter den Schutz Gottes. Gratulationen gab es von den Bürgerbusvereinen Kirchhundem, Schmallenberg, Wenden und Plettenberg, die mit ihren Fahrzeugen zur Feierstunde nach Finnentrop gekommen waren.

Bürgermeister Dietmar Heß lobte in seiner Ansprache den Einsatz der Fahrinnen und Fahrer. „Sie fahren nicht nur Menschen von A nach B, sondern leisten echte Sozialarbeit. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zeichnen die Frauen und Männer hinter dem Steuer besonders aus“, so Heß. Das obligatorische Mitbringsel fiel diesmal aus. „Die 14.000 Euro aus der Gemeindekasse reichen sicher aus.“ Als der Bürgermeister jedoch von den mit eigenem Bürgerbus-Logo bestickten Socken der Fahrer aus Schmallenberg erfuhr, versprach er spontan, die Finnentroper Gilde im Sommer ebenfalls mit Logosocken auszustatten.

Bares gab es von der FÜR-Fraktion: Christian Vollmert überreichte Zimmermann zum „Neustart“ einen Scheck. (Von Friedhelm Tomba)

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