Nicht nur für Hobbydetektive

Auf den Spuren von Sherlock Holmes: Escape-Room der Gesamtschule Finnentrop neu gestaltet

Neun Schüler aus der 9. Jahrgangsstufe der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop arbeiten gemeinsam mit ihrem Lehrer an einem neuen Escape-Room. Foto: Christine Kluge

Finnentrop - „Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist“, sagt Sherlock Holmes nicht nur einmal gerne zu seinem Assistent Watson, wenn es sich um einen scheinbar unlösbaren Fall handelt. Doch was ist, wenn man nicht einmal diesen Punkt erreicht?

Auch in diesem Jahr heißt es an der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop auf den Spuren von Sherlock Holmes zu wandeln und Codes zu knacken, Schlösser zu öffnen, Geheimnisse zu lüften und dem Escape-Room zu entkommen.

In den vergangenen zwei Jahren standen aktuelle Unterrichtsthemen im Fokus des Escape-Room. Dieses Mal jedoch ist es ganz anders. „Das Thema dreht sich dieses Jahr nur um Spaß“, erklärt Lehrer Christoph Gunter, der Gründer dieses außergewöhnlichen Schülerprojektes. „Es geht um Entführung.“ Das Szenario handelt von drei Schülern, die von der Schule entführt wurden und nun einen Weg aus ihrer misslichen Lage finden müssen.

Probleme gemeinsam lösen

Dazu erarbeiten gerade neun Schüler der 9. Jahrgangsstufe die Rätsel des Escape-Rooms. Als Hilfsmittel stehen ihnen nicht nur ihre Smartphones, ein Laptop sowie ein iPad zur Verfügung, sondern auch eine Stimmenverzerrer-App. Sichtlich Spaß bereitet den Schülern das Einsprechen der unterschiedlichen Dialoge und das Austesten der zahlreichen Möglichkeiten der App. Soll der Entführer lieber wie ein gruseliges Gespenst klingen oder doch mehr wie ein Alien? Gemeinsam werden Probleme erschlossen und Schwierigkeiten erläutert. Wie soll beispielsweise das nächste Rätsel aussehen und welche Hilfsmittel können dabei angewendet werden? Soll eine Nachricht entschlüsselt oder eine Zahlenfolge entziffert werden? Können dabei Kisten oder ein Stück Pappe zum Einsatz kommen? Hilfestellung für die Schüler geben verschiedenen Zettel, auf denen unterschiedliche Ideen erläutert werden. Unter anderem auch Daten der Schule, die die Schüler in ihrem Rätsel mit einfließen lassen sollen.

Dennoch ist es knifflig ein Rätsel zu erstellen, dass am Ende in einem sinnvollen Zusammenhang mit dem Rest des Falles steht. Welcher Hinweis führt zu was? Welcher Code öffnet welche Kiste? Was befindet sich wo? Wann soll was gefunden werden? All diese Fragen werden von den Schülern in lebhaften Diskussionen erschlossen. Dabei steht ihnen Christoph Gunter immer beratend zur Seite oder gibt seinen Schülern Anregungen, wenn sie sich uneinig sind oder die Situation festgefahren scheint.

Enger Zeitplan und neue Perspektiven

Hilfreich ist es dabei nicht, dass die Gruppe unter ein wenig Zeitdruck steht. Der Escape-Room soll bis Freitag, 29. November, fertig gestellt sein. „Die Dauer des Rätsels beträgt 15 Minuten. Nach dem „Tag der offenen Tür“ werden wir weiter daran arbeiten und es ein wenig ausbauen“, sagt Christoph Gunter zur weiteren Planung. Eigentlich haben die Schüler dieses Projekt bislang in einem zweitägigen Workshop entworfen, doch durch den engen Zeitplan in diesem Jahr hat die Gruppe nur einmal in der Woche für eine Stunde in der Mittagspause Gelegenheit ihre Rätsel zu entwickeln. Lehrer Christoph Gunter sieht jedoch keine Zukunft für weitere Escape-Rooms an der Gesamtschule. Nächstes Jahr soll es auf jeden Fall noch eine Neugestaltung des Raumes geben, doch danach möchte er sich mit den Schülern zu Drama-Games hinwenden. Dies sind Rollenspiele, in denen Schüler verschiedene Szenarien selbst durchspielen können wie zum Beispiel eine Flucht aus Syrien oder etwas „banales“ wie ein Tag im Krankenhaus.

Tag der offenen Tür für Interessierte

Außerdem möchte Christoph Gunter das Projekt Escape-Room für den Kreis Olpe eröffnen. Er sieht jedoch ein Problem in der Finanzierung und der Umsetzung der Projektidee. Wer einmal selbst sein Glück versuchen möchte aus dem selbstgestalteten Escape-Room zu entkommen, kann dies am Freitag, 29. November, von 15 bis 18 Uhr beim Tag der offenen Tür der Bigge-Lenne-Gesamtschule in Finnentrop. Nicht nur Hobbydetektive sind eingeladen, ihr Können unter Beweis zu stellen.

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