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Festhalle soll im Frühjahr 2021 neu eröffnet werden

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Von: Hartmut Poggel

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Der Blick auf das Foyer lässt bereits sein Aussehen erahnen. Zu ihm hinauf soll eine Freitreppe führen. © Hartmut Poggel

Finnentrop – Sebastian Hatzfeld und Dirk Atteln schauen sich zufrieden auf der Großbaustelle um: Der Vorsitzende des Bürgerschützenvereins Finnentrop und sein Stellvertreter stellen bei einer Begehung mit Medienvertretern den Sachstand des 2,8-Millionen-Euro-Projekts „Um- und Neubau Festhalle“ vor (der SauerlandKurier berichtete mehrfach).

Bis zum Jahresende, so Hatzfeld, werden die Arbeiten abgeschlossen sein: „Das können wir jetzt sagen.“ Damit, ergänzt Vorstandskollege Atteln, werde die veranschlagte Bauzeit von eineinhalb Jahren eingehalten. „Es geht zurzeit schnell voran, die Arbeiten haben sich in die Halle verlagert, man kann den Baufortschritt sehen.“ Beide Vorstandsmitglieder dämpfen aber zugleich mögliche Euphorie: „Am Jahresende werden die Bauarbeiten beendet sein, danach müssen wir die Halle aber erst einmal neu beziehen, das heißt, das gesamte Inventar einbauen. Ob beispielsweise schon Karneval gefeiert werden kann, hängt bei uns nicht nur von Corona ab. Wir hoffen aber, die Festhalle im Frühjahr mit einer wie auch immer gearteten Feier eröffnen zu können.“ 

2,25 Millionen Euro kommen vom Land NRW

Das wäre dann das glückliche Ende eines 2016 gestarteten Um- und Neubauprojekts, das der BSV sehr umsichtig „durchgezogen“ hat. „Damals hat der Architekt die Kosten geschätzt, seinen Rahmen haben wir eingehalten.“ Der Bürgerschützenverein war im November 2018 der landesweit erste Verein, der Geld aus dem NRW-Förderprogramm „Heimatzeugnis“ erhalten hat. Mit rund 2,25 Millionen Euro fördert das Land das Projekt, 120.000 Euro steuert die Gemeinde zur Modernisierung ihrer „Stadthalle“ bei, die verbleibende Restsumme muss der Verein aufbringen. „Bisher wurden von den Mitgliedern bereits 3000 Arbeitsstunden geleistet. Vorwiegend im Rückbau, denn schon aus Gründen der Gewährleistung müssen die meisten Arbeiten natürlich an Handwerksbetriebe vergeben werden“, sagt Sebastian Hatzfeld. 

Modern aufgestellt - vielseitig nutzbar

Besuchern, die den Hallenvorplatz betreten, bietet sich schon jetzt ein Blickfang: das gläserne, barrierefreie Foyer – in Zukunft mit Freitreppe. „Der Begriff ,Foyer` ist eigentlich zu eng gefasst“, erläutert Dirk Atteln beim Rundgang. „Der Eingang ist ein in sich geschlossener Bereich, der für kleinere – auch kulturelle – Veranstaltungen genutzt werden kann. Unter anderem bekommt er eine mobile Theke.“ Moderne sanitäre Anlagen, Garderobe und Kassenbereich ergänzen die Ausstattung. In der eigentlichen Festhalle „sind nur noch die Wände geblieben“, schmunzeln „Chef“ und Stellvertreter.

„In Sachen Brandschutz sind wir beispielsweise komplett aus dem Bestandsschutz herausgefallen. Das Konzept und seine technische Umsetzung sind komplett neu. Ebenso Heizung mit Be- und Entlüftung. Das stammte alles aus Gründerzeiten. Geheizt wird jetzt mit einer Gas-Brennwert-Therme. Einer der Vorzüge dieser Anlage ist, dass sie sich bedarfsgerecht steuern lässt. Wie bisher schon werden wir die Halle trennen können, und die Heizungsleistung kann der benötigten Raumgröße angepasst werden.“ Neue Fenster ergänzen die energetische Modernisierung. 

Ebenfalls in die Jahre gekommen war die Bühnentechnik: Licht und Ton werden den Erfordernissen angepasst, und Veranstaltungen der Kulturgemeinde können in zeitgemäßem Mobiliar genossen werden. Und nicht zuletzt können sich die Tourneetheater über zeitgemäße sanitäre Einrichtungen freuen. 

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Dirk Atteln (l.) und Sebastian Hatzfeld sind sehr zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten an der Festhalle. Unter dem Hallendach ist die aufwändige Be- und Entlüftung zu sehen. © Hartmut Poggel

Zurück zum Jahr 2016. Sebastian Hatzfeld: „Wir haben vom ersten Augenblick an alle, die die Halle benutzen, mit ins Boot geholt und sie um ihre Bedürfnisse und Wünsche gebeten. Wir sind zwar Eigentümer, aber eigentlich nur ein ,kleiner` Nutzer. Wir feiern im Sommer Schützenfest. Dafür brauchen wir keine teure Heizung.“ „Und für die Blasmusik und Sebastians Festansprache auch keine aufwändige Beschallungstechnik“, ergänzt Dirk Atteln schmunzelnd. Das sieht bei der Kulturgemeinde naturgemäß völlig anders aus. 

Dass der BSV auf Wünsche eingegangen ist, verdeutlicht ein kleines Beispiel: „Einige Tourneetheater führen eigene Waschmaschinen mit und haben um den nötigen Stromanschluss gebeten. Den Wunsch haben wir gern erfüllt.“ Ebenso kann der Verein Unternehmen in Zukunft den Wunsch nach Räumen für Workshops oder Präsentationen erfüllen. Im – abteilbaren – Bereich unter der Empore werden die Voraussetzungen für entsprechende Veranstaltungstechnik geschaffen. 

Sebastian Hatzfeld und Dirk Atteln: „Wir schaffen hier ein in die Zukunft gerichtetes ,Interkulturelles Begegnungszentrum`, das allen Nutzern bestmögliche Voraussetzungen bietet. Die Halle wird schick, aber nichts ist übertrieben oder gar Luxus. Unser Gesamtkonzept ist stimmig und wird für die nächsten 20-30 Jahre in den Grundsätzen halten.“ Trotz aller Baufortschritte bleibt noch viel zu tun. Eigenleistung ist nach wie vor gefragt. „Wir stemmen den Eigenanteil über Arbeit, über einen Kredit und Spenden“, erklärt Dirk Atteln. Letzteres steht in Form eines Aufrufs an die Mitglieder, Freunde und Förderer sowie alle Finnentroper kurz bevor. Die Modalitäten der Spendenaktion will der BSV zeitnah bekanntgeben.

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