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Reisende weigern sich, Zug zu verlassen - Schaffnerin widerspricht Polizei

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Von: Inge Schleining

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Zu einem Polizeieinsatz kam es am Dienstagvormittag im Bahnhof Finnentrop. Eine Gruppe von Bahnreisenden weigerte sich, den Zug zu verlassen.

Finnentrop - Der IC 2324 fährt auf der Strecke Frankfurt - Münster – erfahrene Bahnfahrer wissen: Zwischen Dillenburg und Letmathe darf man den IC 2324 auch mit dem Nahverkehrsticket, bzw. dem 9-Euro-Ticket nutzen, denn hier fährt er gleichzeitig als RE 34.

Im IC befanden sich dann auch mehrere Reisende mit dem 9-Euro-Ticket. Bei der Fahrkartenkontrolle fiel dies der Schaffnerin auf und sie forderte die Reisenden auf, den Zug zu verlassen. Die weigerten sich, erklärten der Schaffnerin, dass sie sehr wohl berechtigt sind, auf diesem Streckenabschnitt den IC zu nutzen. Doch die Schaffnerin ließ sich nicht beirren, forderte im weiteren Verlauf die Reisenden immer wieder auf, den Zug zu verlassen. In Finnentrop dann sinngemäß die Durchsage: „Der Zug fährt erst weiter, wenn die Reisenden mit dem 9-Euro-Ticket den Zug verlassen haben“. Doch die weigerten sich teilweise.

Reisende weigern sich, Zug zu verlassen - Schaffnerin widerspricht Polizei

Ebenfalls mit im Zug war Kathrin Anja Klein aus Wenden. Sie war auf dem Weg zu einer Tagung in Münster. Es war eine „harte Nummer und sie hat ein tragisches Element“, so Kathrin Anja Klein. Denn die Reisenden, die den Zug verlassen mussten, hatten überwiegend bereits das Rentenalter erreicht, schätzt die Mitfahrerin. Sie hätten sich speziell diese Züge erschlossen, sich informiert um Rundfahrten zu unternehmen und dem Alltag zu entfliehen. „Es sind genau die, die nicht vom Energiegeld profitieren“, so Kathrin Anja Klein, genau die, die sowieso schon sparen müssen.

Bahnhof Finnentrop
Am Bahnhof Finnentrop kam es zu einem kuriosen Polizeieinsatz. © Poggel, Hartmut

Im Bahnhof Finnentrop gibt es einen Aushang, der darüber informiert, dass der IC bis Letmathe auch mit dem Nahverkehrsticket genutzt werden kann, doch auch dies habe die Schaffnerin nicht beeindruckt. Sie rief die Polizei, um das Hausrecht der Deutschen Bahn durchzusetzen und die Reisenden aus dem Zug zu entfernen. Die Polizei kam mit etwa zehn Fahrzeugen, so die Augenzeugen - auch die Beamten haben die Schaffnerin auf die Regelungen aufmerksam gemacht, doch die bestand darauf, dass die Reisenden den Zug verlassen, dies sei eine Entscheidung der Leitung in Duisburg.

„Die Polizei hat einen Top-Job gemacht, ruhig und besonnen“, so Kathrin Anja Klein. Davon berichtet auch Helmut Schrey aus Siegen, auch er hatte sich vorher über die Gültigkeit des 9-Euro-Tickets informiert. „Ich bin bereits zehnmal mit diesem Zug gefahren und bin dabei dreimal liegengeblieben“, so Schrey. Er ist schockiert und findet den Vorfall „unbegreiflich“. „Wir hätten in Finnentrop aussteigen können und etwas später mit dem Regionalexpress weiterfahren können“, so Schrey, aber es habe keine Durchsage oder Information dazu gegeben, der Regionalexpress sei ohne weitere Information auf einem anderen Gleis abgefahren. Helmut Schrey war auf dem Weg zur Messe in Düsseldorf, wegen der massiven Verspätung, die der Vorfall ausgelöst hat, ist er zurück nach Hause gefahren.

Die Deutsche Bahn war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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