Fenster und Fassade beschädigt / Bürgermeister spricht von "feigem Angriff"

Unbekannte werfen Steine auf Moschee - Gemeinde setzt Belohnung aus

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Mehrere Personen haben Steine auf die Moschee in Finnentrop geworfen (für Vollbild oben rechts klicken).

[Update 16. Januar] Finnentrop - Unbekannte haben in der Nacht zu Samstag die Moschee in Finnentrop angegriffen: Mehrere Personen haben Steine auf das muslimische Gotteshaus geworfen und dabei Fenster und die Fassade beschädigt. Ein zunächst aufgegriffener Verdächtiger ist wieder auf freiem Fuß. Gemeinde Finnentrop hat jetzt eine Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

„Der Angriff auf das Moschee- und Kulturzentrums des Moscheevereins Finnentrop wirkt noch immer nach. Was hinter dem Angriff steckt scheint immer noch unklar“, schreibt die Auch die Gemeinde Finnentrop in einer Pressemitteilung. Sie habe „ein erhebliches Interesse daran, dass die Täter ermittelt und die Hintergründe geklärt werden.“ 

Deshalb lobt sie in Absprache mit dem Moscheeverein Finnentrop einen Betrag in Höhe von 500 Euro als Belohnung für denjenigen aus, dessen sachdienliche Hinweise zur Ergreifung der Täter führen. Hinweise nimmt  jede Dienststelle der Polizei entgegen, können aber auch an das Rathaus in Finnentrop adressiert werden. Von dort wird vertrauliche Behandlung zugesichert.

Angriff auf Moschee in Finnentrop: Staatsschutz ermittelt

In einer gemeinsamen Presseerklärung haben sich die Staatsanwaltschaft Siegen und die Polizei Hagen bereits am späten Montagnachmittag zu den Vorkommnissen aus Finnentrop geäußert.

So heißt es wörtlich:  „In der Nacht von Freitag auf Samstag warfen Unbekannte gegen 0.10 Uhr Steine auf eine Moschee in der Bamenohler Straße in Finnentrop. Dabei wurde niemand verletzt. Es gingen jedoch mehrere Scheiben zu Bruch. Auch der Putz an der Fassade wurde stellenweise beschädigt. 

Ein in der Nähe des Gotteshauses abgestellter Pkw wurde vermutlich durch die wieder herabfallenden Wurfgeschosse in Mitleidenschaft gezogen. Die Täter flüchteten nach wenigen Augenblicken. Ein durch sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen zunächst aufgegriffener Mann wurde wenig später wieder entlassen. Ein Tatverdacht gegen ihn konnte nicht erhärtet werden. 

Die Steine stellten die eingesetzten Beamten vor Ort sicher, um sie von der KTU auf Spuren untersuchen zu lassen. Der Hagener Staatsschutz erschien vor Ort und hat die Ermittlungen aufgenommen.“

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„Das hatte ich in Finnentrop bislang nicht für möglich gehalten“, erklärte Bürgermeister Dietmar Heß mit Blick auf den Angriff auf die Moschee in Finnentrop. Mehrere Personen seien offenbar gezielt vor das Gebäude gelaufen, haben Steine auf das Gebäude geworfen und dabei drei zweifachverglaste Fenster der Einrichtung eingeschlagen und die Fassade beschädigt. 

„Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen“, aber immerhin sei nicht unerheblicher Sachschaden zu beklagen, teilte der Bürgermeister in einer ersten Reaktion mit. „Die Religionsfreiheit ist ein ausdrücklich im Grundgesetz niedergelegtes Grundrecht, es ist unsere Pflicht, dieses zu verteidigen.“ 

Mehrere Fensterscheiben und die Fassade der Moschee in Finnentrop weisen Beschädigungen durch die Wurfgeschosse auf (für Vollbild oben rechts klicken).

Angriff auf Moschee in Finnentrop: Überwachungsvideo zeigt bis zu vier Personen

Die Gemeinde Finnentrop stehe in voller Solidarität zum Moscheeverein Finnentrop und bedauere diesen „offenbar gezielten feigen Angriff“ sehr.

Etwas irritiert zeigte sich der Bürgermeister nach eigenen Angaben darüber, dass die zuständige Polizeiwache Attendorn, die nach Information des Moscheevereins die Ermittlungen aufgenommen habe, die Gemeinde Finnentrop als Eigentümer des Gebäudes bislang nicht informiert habe. 

Immerhin seien in der Nacht von Freitag auf Samstag nach Informationen des Moscheevereins acht Streifenwagen vor Ort gewesen.

Das Überwachungsvideo zeige demnach bis zu vier Personen, die nach der Tat über einen Fußweg in Richtung Kirchstraße flüchten.

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