Fusion ohne Alternative

Rat stimmt Sparkasse "Mitten im Sauerland" zu 

Dietmar Heß versicherte während der Ratssitzung, dass es keine fusionsbedingte Schließungen geben wird.

Finnentrop - Die Niedrigzinsphase, die Digitalisierung und der Wettbewerbsdruck zwingen die Sparkassen in Finnentrop, Schmallenberg und Meschede/Eslohe als eigenständige Kreditinstitute in die Knie. Mit der geplanten Fusion geht ein Stück Geschichte verloren.

Der Rat der Gemeinde Finnentrop stimmte jetzt mehrheitlich für den Zusammenschluss der drei Institute zum Zweckverband Sparkasse „Mitten im Sauerland“. Der Hauptsitz ist in Meschede.

Die Entscheidung war rein rational, Emotionen schwangen trotzdem mit, wie der Bürgermeister Dietmar Heß während der Ratssitzung erkennen ließ: „Wir sind dabei, eine 120-jährige Selbstständigkeit dranzugeben.“ Der Status Quo lässt jedoch keine anderen Schlüsse mehr zu: „Wir sind am Ende der Rangliste der 400 Sparkassen die es in Deutschland noch gibt“, konstatierte Heß. Die Maxime, dass der Erfolg eines Kreditinstitutes nicht in Abhängigkeit der Größe steht, gelte lange nicht mehr. Das habe sich durch die deutsche Kreditwirtschaft geändert. „Kleine Einheiten können sich nicht mehr behaupten“, betont Heß. Der demografische Wandel und die Digitalisierung täten zudem ihr Übriges.

Zuspruch gab es aus den Reihen der Christ- und Sozialdemokraten: „Wir sind in einer Lage, in der der uns nichts anderes übrig bleibt“, so Ralf Helmig (CDU). Für Daniel Gerk (SPD) war es nichts mehr „als eine Frage der Zeit“ bis zur Zusammenlegung.

Der widrigen Umstände zum Trotz sei die Fusion unter Beteiligung aller Gremien fair ausgehandelt worden. Mit dem Ergebnis hätten sich die Verantwortlichen an der Notwendigkeit orientiert. Zudem sei der Zusammenschluss zukunftsfähig für die Gemeinde Finnentrop. Die technische Fusion erfolge allerdings erst im April 2020. Kunden in Finnentrop und Schmallenberg wird eine neue IBAN zugewiesen, die Haupt- und Geschäftsstellen in den einzelnen Ortschaften hätten weiterhin Bestand. „Für die Kunden ändert sich sonst nichts und es gibt keine fusionsbedingte Schließungen“, garantiert Finnentrops erster Bürger.

Das Bilanzvolumen der Sparkasse „Mitten im Sauerland“ liegt jetzt bei 1,4 Milliarden Euro bei insgesamt 81.000 Einwohnern, davon 50.000 Kunden und 300 Mitarbeiter. 

Für die erste Verbandsversammlung wurden während der Ratssitzung folgende Mitglieder – und Stellvertreter – gewählt: 

  • CDU-Fraktion – Dietmar Heß, (Stellvertreter Ludwig Rasche) - Achim Henkel (Stellvertreterin Christiane Höveler) - Manfred Schlossmacher (Stellvertreter Andreas Hasenau) - Ralf Helmig (Stellvertreter Heinz Müller) 
  • SPD-Fraktion – Daniel Gerk, (Stellvertreter Jens Nagel)
  • Freie Wähler – Christian Vollmert (Stellvertreter Markus Baumhoff)
  • UWG – Die Verwaltungsdelegierten Josef Bausmann, (Stellvertreterin Dr. Elke Drepper-Cramer)

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