Gemeinschaftsschule kann starten

Das Schulzentrum Finnentrop wird im kommenden Jahr zur Gemeinschaftsschule. Foto: Michaela Kleinsorge

Jetzt ist es amtlich: Am Freitag gab das Landesministerium für Schule und Weiterbildung die 17 Schulen bekannt, die im kommenden Schuljahr als Gemeinschaftsschulen starten können. Und mit dabei ist auch Finnentrop.

Für Bürgermeister Dietmar Heß kam diese Entscheidung nicht ganz überraschend, wie er in einem Gespräch mit dem SauerlandKurier am Freitagmittag mitteilte.

Das Finnentroper Schulzentrum habe optimale Voraussetzungen für eine Gemeinschaftschule. Da seien unter anderem zu erwähnen die Sporthallen und Sportplätze sowie das nahegelegene Schwimmbad.

Besonders erfreut zeigte sich Heß darüber, dass die künftige Gemeinschaftsschule Finnentrop eine von vier Gemeinschaftsschulen ist, die eine eigene gymnasiale Oberstufe einrichten können.

Heß bezeichnet diese Schulform als für eine Chance für die Schüler, da es für die Haupt- und Realschüler, die sich qualifiziert hätten, dann einfacher sei, das Abitur zu erreichen. Denn, wenn Schüler der Haupt- und Realschulen zu den Gymnasien wechselten, würden sie bei dem G8-System (Abitur in zwölf Jahren) in den Gymnasien erst einmal in Klasse 10 zurückgestuft.

"Das Interesse an den Gemeinschaftsschulen ist und bleibt weiterhin sehr groß", ließ Schulministerin Sylvia Löhmann am Freitag aus Düsseldorf verlautbaren. Immer mehr Kommunen und Eltern wollten die Gemeinschaftsschule.

Wechsel zwischen den Zweigen möglich

Inzwischen lägen schriftliche Interessenbekundungen von 40 Schulträgern vor, die zum Schuljahr 2012/13 eine Gemeinschaftsschule einführen wollten. Deshalb strebe sie eine schulgesetzliche Regelung für die Gemeinschaftsschule an. "Ich setzte dabei auf konstruktive Gespräche in der Bildungskonferenz und mit allen im Landtag vertretenen Fraktionen," so die Ministerin. Das Modellvorhaben Gemeinschaftsschule ist auf sechs Jahre angelegt und soll wissenschaftlich begleitet werden.

Die Gemeinschaftsschule Finnentrop soll mit dem kommenden Schuljahr und dem fünften Jahrgang gegründet werden und dann Jahr für Jahr wachsen. Im Jahre 2017 sollen die ersten Schüler diese Schule mit den Abschlüssen der Sekundarstufe I verlassen, gleichzeitig beginnt dann der Betrieb der gymnasialen Oberstufe, an der nach insgesamt 13 Schuljahren das Abitur abgelegt werden kann. Zuvor werden an der Gemeinschaftsschule die Kinder in den Jahrgängen fünf und sechs gemeinsam unterrichtet, dann teilt sich die Schule in einen Zweig Haupt-/Realschule und einen gymnasialen Zweig auf. Der Wechsel zwischen den Zweigen bleibt möglich. Unterrichtet werden sollen die Kinder von bisher an Haupt- oder Realschule tätigen Lehrern, ergänzt um Gymnasiallehrer. Beantragt hat die Gemeinde Finnentrop eine vierzügige Gemeinschaftsschule, das heißt, die Aufnahme von bis zu 100 Schülern ist möglich.

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