Turbulenzen reichten bis in Schulministerium in Düsseldorf

Gesamtschule Bigge-Lenne vor ruhigem Schuljahr

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Baustelle am Schulzentrum Finnentrop: Bis Mittwoch sollen die wichtigsten Arbeiten beendet sein, sodass der Schulbusverkehr reibungslos laufen kann.

Finnnetrop - Die Gesamtschule Bigge-Lenne in Finnentrop ist eine Baustelle. Außen wie innen. Außen wird asphaltiert und gepflastert, innen mit Hochdruck am Schulstart gearbeitet.

„Die Firma hat zugesagt, bis Mittwoch fertig zu werden, damit die Schulbusse halten können“, sagt der kommissarische Schulleiter Thorsten Vietor. „Auch das Schild ,Gesamtschule‘ wird rechtzeitig wieder an der Einfahrt aufgestellt.“ In der Schule herrschen knapp eine Woche vor dem Start ins Schuljahr 2019/2020 Ruhe und Gelassenheit. Das war nicht immer so: Lehrer, Eltern und Schüler haben ein stürmisches Schuljahr 2018/2019 hinter sich. Die Turbulenzen reichten bis ins Schulministerium in Düsseldorf. Nahezu wöchentlich gab es neue – teils widersprüchliche – Angaben über die Zukunft der Gesamtschule an der Kopernikus-Straße. 

„Wir haben bis Sommer 2020 die Garantie als Gesamtschule“, so Vietor. „Die Schüler, die 2020 gehen, werden auch als Gesamtschüler entlassen.“ Thorsten Vietor wird im Übrigen nicht „automatisch“ zum Schulleiter. „Die Stelle wird ganz normal ausgeschrieben, und ich muss mich wie andere auch darum bewerben.“ Doch dies liegt noch in der Zukunft. 

500 Schüler in 19 Klassen - 50 Lehrer

Naheliegend ist die Vorbereitung auf das Schuljahr. „Es gibt drei Eingangsklassen in der 5 mit je 22 Schülern. Wir hätten uns natürlich lieber 5 à 22 gewünscht. Aber wir verstehen auch, dass Eltern ihre Kinder nach den vergangenen beiden Jahren auf weiterführende Schulen der Nachbarkommunen schicken. Die Zahlen sind bei uns aber stabil“, erklärt er. 

Stand heute hat die Schule rund 500 Schüler in 19 Klassen, unterrichtet von 50 Lehrern, „inklusive der von den Förderschulen abgeordneten Pädagogen“. Thorsten Vietor macht dem Kollegium seiner Schule ein großes Kompliment: „Wir haben zwei Jahre lang erfolglos versucht, eine Oberstufe einzurichten. Wir haben von unserer Seite sehr viel Vorarbeit leisten müssen für die – nicht zustande gekommene – Kooperation mit Werdohl. Dennoch ist kein Lehrer abgesprungen. Und wir haben es gemeinsam geschafft, dass sehr viele der Entlassschüler in eine Ausbildung gekommen sind. Es ist kaum einer gestrauchelt. So schlecht kann unsere Arbeit demnach nicht gewesen sein. Obwohl es auch für uns eine Stresssituation war, nicht genau zu wissen, wie es weitergeht. Aber nun kehrt Ruhe ein.“ 

Kollege Christoph Gunter ergänzt: „Dieser Hickhack hat uns nicht den Spaß an der pädagogischen Arbeit genommen. Wir haben erst einmal die nötige Ruhe, um uns auf die Schüler zu konzentrieren. Wir sind Lehrer – was später passiert, wird in Arnsberg entschieden. Unser Einfluss ist da nur gering.“ Das sagt auch Thorsten Vietor: „Was aus der Schule später werden wird, ist Sache der Politik, wir unterrichten und wollen den Schülern den bestmöglichen Abschluss ermöglichen.“

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