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Heimatkundliche Beiträge berichten über historischen „Lustmord“

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Die Titelseite von „An Bigge, Lenne und Fretter“ zeigt die in den 1960er-Jahren gefundenen Tierreste der eiszeitlichen Mammutsteppenfauna
Die Titelseite von „An Bigge, Lenne und Fretter“ zeigt die in den 1960er-Jahren gefundenen Tierreste der eiszeitlichen Mammutsteppenfauna. © LWL-AfW Olpe/Michael Baales

Die 116-seitige Dezember-Ausgabe der vom Heimatbund Gemeinde Finnentrop herausgegebenen Heimatkundlichen Beiträge aus der Gemeinde Finnentrop liegt vor.

Finnentrop - Am 1. April 1909 wurde der 42-jährige Waldarbeiter Franz Hesse aus Falbecke bei Weuspert in Hagen auf dem Gelände des dortigen Landgerichts mit dem Beil hingerichtet. Im vorangegangenen Prozess war er des Lustmordes an der 15-jährigen Hedwig Hartmann schuldig gesprochen worden. Matthias Baumeister berichtet im zweiten Teil seines Beitrages anhand von zeitgenössischen Zeitungsberichten und Aktenunterlagen über die Fahndung nach Franz Hesse und seine Festnahme am 7. Dezember 1907.

Eingeleitet wird dieses Heft 55 der Reihe „An Bigge, Lenne und Fretter“ mit neuen heimatkundlichen und aktuellen Beiträgen aus der Gemeinde Finnentrop durch einen Bericht von Hannah Rausch. Sie referiert die Ergebnisse ihrer archäologischen und paläontologischen Bestimmung der aus der eiszeitlichen Mammutsteppenfauna stammenden Tierknochen, die in den 1960er-Jahren bei Steinbrucharbeiten des Dolomitkalkwerks Linneborn in der Höhle am Otterstein bei Fretter gefunden wurden.

An das Wirken des Heggener Zimmermeisters Bernhard Witte in der Mitte des 18. Jahrhunderts erinnert Volker Kennemann. Von den durch Witte geplanten und errichteten zahlreichen Fachwerkhäusern sind nur wenige bis heute erhalten geblieben. Der Autor hat nach Unterlagen aus den Archiven Fürstenberg Herdringen und Plettenberg Bamenohl eine Zusammenstellung der von Witte erbauten Häuser angefertigt und die Umstände ihrer Errichtung beschrieben.

Im vierten Teil des Tagebuches des Gefreiten Alfred Breuer aus Schönholthausen über seine Kriegsgefangenschaft in der UdSSR vom Februar 1945 bis Dezember 1949 schildert der Autor sein Leben als deutscher Kriegsgefangener in den Lagern Grosny (Kaukasus) und Bjelgorod (Weißrussland). Von hier aus wurde er im November 1949 in die Heimat entlassen und kam am 4. Dezember 1949 in Lenhausen an. Dieses Tagebuch entstand 1950 aus heimlichen Aufzeichnungen, die der Autor in der Gefangenschaft anfertigte.

Seit August 2021 ist die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Schönholthausen wieder mit einer Skulptur des hl. Antonius von Padua ausgestattet. Franz-Josef Huß berichtet über deren Herkunft und die Verbindung Schönholthausens zur Wallfahrtskirche in Kloster Brunnen.

Die Schützenhalle Lenhausen mit ihrer ungewöhnlichen unter Denkmalschutz stehenden Holzkonstruktion hat sogar bis nach Japan Aufsehen erregt. Drei japanische Architekten besuchten auf einer zweiwöchigen Rundreise durch Deutschland im Herbst 2018, um insgesamt 19 aus Holz errichtete Gebäude zu besichtigen und zu dokumentieren, auch die Lenhauser Schützenhalle. Die Ergebnisse ihrer Forschungsreise veröffentlichten sie in einem wissenschaftlichen Werk unter dem deutschen Titel „Holz Bau“, das von Matthias Baumeister vorgestellt wird.

Ein Bericht von Yannick Brücher über die von Schülern der Bigge-Lenne-Gesamtschule erarbeitete Ausstellung über den Ersten Weltkrieg in Finnentrop sowie das Kalendarium aus der Gemeinde Finnentrop vom 1. April bis 30. September 2021 und die Plattdeutsche Seite vervollständigen die aktuelle Ausgabe.

Die Zeitschrift des Heimatbundes Gemeinde Finnentrop ist für 4 Euro erhältlich bei den Finnentroper Geschäftstellen der Sparkasse Mitten im Sauerland, Getränke Wilmesmeier Fretter, Alte Apotheke Finnentrop, Buchhandlung am Rathaus Finnentrop, Buchhandlung Kramer Heggen, Schreibwaren Tolle Fretter, Bäckerei Lennemann Lenhausen, Rewemarkt Schulte Serkenrode, Bamenohler Lädchen und im Geschäft Peggy Beiersdorf in Rönkhausen. Interessenten außerhalb der Gemeinde können das Heft bei der Redaktion unter Tel.-Nr. 02721/7527, vkennemann@t-online.de, bestellen.

Beitrittsformulare und weitere Infos auch auf www.heimatbund-finnentrop.de im Internet. Die Redaktion nimmt gern Beiträge aus der Heimatgeschichte und –forschung zur Veröffentlichung entgegen.

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