Elf Windräder erst der Anfang?

Informationsveranstaltung über Änderungen des Flächennutzungsplans wirft Fragen auf

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Kinder- und Jugendliche zeigten auf Plakaten, was sie von den Windrädern im Waldgebiet halten.

Serkenrode - Für ein Aufflackern des lodernden Feuers fehlte der Veranstaltung der nötige Wind. Obwohl es genau darum ging, hielten sich die Diskussionen um das Thema „Windkraft“ in Grenzen. Finnentrops Bürgermeister und Moderator Dietmar Heß stellte sich dem Gegenwind.

Gleich zu Beginn des Abends wies Dietmar Heß darauf hin, dass die Änderungen des Flächennutzungsplans zwar vorgestellt, nicht aber diskutiert werden. „Es wird ernst. Wir sind in das Verfahren eingestiegen. Wer sich politisch einbringen will, muss in Berlin vorsprechen. Hier geht es jetzt um rechtlich relevante Eingaben, die bis zum 8. November eingereicht werden müssen.“ 

Mysterium Unterschriftenliste

Trotzdem gab es auf der Info-Veranstaltung der Gemeinde Finnentrop für das Frettertal einige Fragen aus der Besucherschar. Stutzig wurden die rund 250 Teilnehmer, als Klaus Bölker aus der Versammlung die Unterschriftenlisten der IG Gegenwind Fretteral ansprach. „Da haben 1500 Leute unterschrieben, das ist doch eine ganz eindeutige Art der Bürgerbeteiligung.“ 

Heß sah das ganz anders. „Ich kenne die Unterschriftenlisten nicht. Ich habe nur in der Zeitung davon gelesen. Außerdem nützt das auch nichts.“ Die IG Gegenwind hatte die Listen im April an Daniel Gerk, dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion Finnentrop überreicht, der das Anliegen an Rat und Bürgermeister weitergeben wollte. 

Die Bewohner des Frettertals wurden in der Schützenhalle Serkenrode von den geplanten Änderungen des Flächennutzungsplans zwecks Windenenergie informiert.

Heß teilte weiter mit, dass insgesamt elf Windkraftanlagen geplant sind. „Sieben nordwestlich zwischen Serkenrode und Weuspert und vier nördlich von Schöndelt.“ Die Planer der Firmen STAWAG Energie, SL Naturenergie und Ostwind waren wie die Gegner der Windkraft mit eigenen Ständen in der Schützenhalle vertreten. 

„Die Abstände sind teilweise weit unter 1000 Meter von den Häusern entfernt, wir werden ja regelrecht von den Dingern umzingelt“, lautete ein Einwurf. Heß ging da nicht näher drauf ein und verwies nochmals eindringlich auf die Informationsstände der Firmen. 

"Wer aus den Planungen aussteigt, hat keinen Einfluss mehr, die Windkraft kommt dann ungesteuert."

Dieter Bitter betonte, dass man die Windräder auch gut in seinem Wohnort Finnentrop sehen wird. „Warum müssen wir in der Gemeinde Finnentrop einen Weltrekord aufstellen? Die Räder werden auf rund 500 Meter Höhe gebaut und haben eine Größe von 240 Metern. Das ist das Höchste, was es derzeit auf dem Markt gibt. Und warum kommt die STAWAG aus Aachen in das Sauerland, obwohl da direkt vor der Haustür eine höhere Windhöffigkeit herrscht?“ 

Heß blieb seiner Linie treu, verwies auf die anwesenden Fachleute an den Infoständen und unterstrich die Bedeutung der Änderungen im Flächennutzungsplan: „Wer aus den Planungen aussteigt, hat keinen Einfluss mehr, die Windkraft kommt dann ungesteuert.“ 

Konkrete Planung für Ostentrop

Des Weiteren kam die Frage auf, ob im Gemeindegebiet weitere Windkraftanlagen geplant seien. Heß machte keinen Hehl daraus, dass in der Gemeinde durchaus noch mehr Wind genutzt werden kann. „Hier sind heute Abend auch Interessenten für das Gebiet bei Ostentrop unter uns. Auch da liegen schon konkrete Planungen vor.“ Auch zum Thema „Windkraft am Oberbecken“ gab es Wortmeldungen. „Da müssen Sie schon die Ratsmitglieder Fragen, die haben mit ,Nein’ votiert. Ich garantiere da oben für nichts.“ Nach gut einer Stunde endete das Frage/Antwortspiel mit dem Verweis auf die Infostände.

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