Anlaufpunkt für Arme und Kranke

50 Jahre Caritas-Konferenz Heggen

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Wilfriede Tilke, 2016 von Bürgermeister Dietmar Heß mit dem Bürgerpreis der Gemeinde Finnentrop ausgezeichnet, feiert mit dem gesamten Caritas-Team das 50-jährige Jubiläum.

Heggen - Eigentlich waren sie schon immer da. Wenn es darum ging Notleidenden zu helfen, wurden die Frauen aus Heggen aktiv. Gerade in der Nachkriegszeit wurde die Caritasgruppe zum Anlaufpunkt für Arme, Kranke und Obdachlose.

„Der Dienst wurde auf das Fundament des christlichen Glaubens gestellt, wobei es zunächst galt, Beziehungen aufzubauen, Hilfen und Dienste zu planen, organisieren und umzusetzen.“ Was damals praktiziert wurde, hat auch heute noch in vielfältiger Form Bestand. „Daran hat sich nichts geändert.“ Wilfriede Tilke führt die Caritas seit 2004 durch das Hilfsangebot. Am Sonntag, 10. November, feiert die Caritas-Konferenz „St. Antonius Heggen“ ihr 50-jähriges Bestehen. 

Struktur 1969 angepasst

Dass es „nur“ 50 Jahre sind, liegt am eigentlichen Gründungsdatum der Caritas-Konferenz. Der Blick ins Archiv klärt auf. „Wenn aus bisherigen Improvisationen eine funktionierende, gemeinnützige und erfolgreiche Organisation werden soll, muss die Struktur angepasst werden.“ Genau das wurde im Oktober 1969 in die Tat umgesetzt, erste Vorsitzende der jungen Caritas-Konferenz wurde Maria Gante. Nur drei weitere Namen reihen sich auf die Nachfolgeposition ein: Gertrud Ackerschott, Renate Richter und die aktuelle Vorsitzende Wilfriede Tilke. Die baut auf ein engagiertes Quintett: Hiltrud Schieder, Ulla Sondermann, Doris Korte, Martina Rüsche und Christel Gante stehen mit der 80-jährigen Chefin in echter Teamarbeit für gelebte Nächstenliebe im Ort. Die gesamte Caritas-Konferenz besteht aus 21 Helferinnen. Als geistlicher Berater gehört der jeweils ortsansässige Pastor mit zur „Task-Force.“ 

Beginn des Jubiläums mit Gottesdienst

Pastor Jochen Andreas wird am Sonntag, 10 November, um 9.30 Uhr den Gottesdienst zum 50-jährigen Jubiläum zelebrieren. Nach der Messfeier findet im Pfarrheim die offizielle Feierstunde statt, der sich ein geselliger Nachmittag anschließt. „Es ist eine alte christliche Einstellung, gutes im Verborgenen zu tun und nicht damit zu prahlen.“ 

Wilfriede Tilke und das Team halten sich an das Vermächtnis ihrer Vorfahren. Trotzdem hat man die Zeichen der Zeiten erkannt. „Die Menschen können heute nur mental erreicht werden, wenn ihnen die Not in ihrem Umfeld und der Welt vor Augen geführt wird. Daraus folgt, dass Gutes zu tun und nicht darüber zu reden, heute nicht mehr der erfolgsversprechende Weg ist.“ Da man in Heggen – wie überall in den Caritaskonferenzen – auf Nachwuchssuche ist, gilt heute eher die Formel „Stelle dein Licht nicht unter den Scheffel, sondern tue Gutes, rede darüber und motiviere dadurch andere, gleiches zu tun.“ 

Unauffällig und bescheiden

Wilfriede Tilke ist neben ihrer Caritastätigkeit auch stets unauffällig und bescheiden in der Dorfhilfe aktiv. „Ohne öffentliche Aufmerksamkeit und völlig anonym führt Frau Tilke Besuche durch und übergibt den von der Dorfhilfe unterstützen Personen einen Geldbetrag.“ Diese lobenden Worte von Bürgermeister Dietmar Heß und langanhaltenden Beifall gab es 2016, als die Frau mit dem Blick für die Not ihrer Mitmenschen mit dem Bürgerpreis der Gemeinde Finnentrop ausgezeichnet wurde.

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