Verein „Nagina“ im Fokus

Unterstützung für Kenia: Katharina Stritzke und Father Marcellus halten Vortrag in Bamenohl

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Freuen sich auf viele interessierte Zuhörer im Pfarrheim Bamenohl: Katharina Stritzke und Father Marcellus.

Bamenohl/Kenia – Dass es uns hier im Kreis Olpe verhältnismäßig gut geht, ist unbestritten. Um Menschen, die weniger Glück haben, an unserem Wohlstand teilhaben zu lassen, unterstützen viele Bürger aus dem Kreisgebiet unterschiedliche ehrenamtliche Vereine. Einer dieser Vereine ist „Nangina“ aus Witten. Dieser realisiert verschiedene Projekte – unter anderem in Kenia. Um den zahlreichen Helfern zu zeigen, wo ihre Spenden hinfließen und welche Projekte aktuell umgesetzt werden, laden die aus Bamenohl kommende Katharina Stritzke und Father Marcellus aus der Diözese Bungoma in Kenia alle Interessierten am Mittwoch, 16. Oktober, ab 18.30 Uhr zu einem Vortrag ins Bamenohler Pfarrheim ein.

Katharina Stritzke selbst wurde 2006 auf den Verein aufmerksam. „Damals haben Kinder und Jugendliche aus Witten und Umgebung in Bamenohl ein Sprechspiel, also eine Art Theaterstück aufgeführt, das auf die Verhältnisse in Kenia und die Not, die dort herrscht, aufmerksam machen sollte“, erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Von so viel Engagement der Jugendlichen begeistert, meldete sie sich ebenfalls im Verein an und trat mit verschiedenen Gruppen bei ihren Sprechspielen auf. 

2011 lernte sie dann den Kenianischen Bischof Norman kennen. Dieser organisierte für sie einen einjährigen Aufenthalt an einer Förderschule in Kenia, während die heimische Diözese ihren Aufenthalt finanzierte und sie auf ihr Engagement als „Missionarin auf Zeit“ vorbereitete. 

Während ihres Aufenthalts in Kenia lernte sie Father Marcellus kennen. Dieser vertritt nun gemeinsam mit zwei weiteren Geistlichen die „Nangina“-Projekte. „Einer der Priester kümmert sich um den finanziellen Teil der Projekte, ein anderer um die ganzen schulischen Prozesse. Father Marcellus dagegen ist für die medizinischen Aktivitäten zuständig. Die drei stehen aber im regen Austausch, sodass Father Marcellus im Vortrag auch auf die schulischen Projekte eingehen kann“, versichert Stritzke. 

Verschiedene Projekte 

Im Mittelpunkt des Vortrags am kommenden Mittwoch stehen der Ausbau des Krankenhauses „Heilige Familie“ im Ort Nangina sowie der Ausbau und die Erweiterung des Mädcheninternats in Kibuk um einen Kindergarten. „Das Nangina-Krankenhaus ist das Ursprungsprojekt des Vereins. Es liegt in der Nähe des Viktoriasees. In der ländlichen Umgebung leben vor allem Bauern und viele sind von Armut betroffen. In einem Umkreis von 40 Kilometern ist das Nangina-Krankenhaus das Einzige seiner Art. Im Durchschnitt kommen 100 Patienten pro Tag in die Ambulanz. Es werden vor allem schwangere Frauen und Mütter, HIV-positive Patienten und zahlreiche Fälle von Malaria behandelt“, erklärt die in Deutschland als Lehrerin tätige Stritzke. Sie fügt an: „Um die starke Abhängigkeit von der staatlichen, oftmals korrupten, Krankenversicherung zu verringern und die pünktliche Zahlung der Gehälter sicher gewährleisten zu können, benötigt das Nangina-Krankenhaus dringend Möglichkeiten, Einkommen zu generieren.“ 

Beschneidung und Zwangsehe mit 10 Jahren

Auf das Internat angesprochen, berichtet sie: „Die Mädchenschule in Kibuk am Berg Elgon ist im Mai 2015 gestartet und umfasst die in Kenia übliche Grundschulzeit von Klasse 1 bis 8. Eine Besonderheit der Region am Berg Elgon ist, dass die meisten Mädchen mit circa 8 bis 10 Jahren beschnitten werden, um dann direkt verheiratet zu werden.“ Einen Zugang zu Bildung hätten sie daher kaum. Das solle mit der neuen Schule geändert werden. 

Projekt "Nangina" in Kenia

Mittlerweile wurden in der Schule acht Klassenräume, Büros und Lehrerzimmer sowie eine große Küche mit Essenshalle errichtet. Letztere wurde im Jahr 2017 fertiggestellt. Auch ein kleinerer Essensraum mit Küche für den Bereich der Vorschule wurde eingerichtet. 

Vertag zum Schutz 

Zudem wird aktuell der Bau eines Kindergartens unterstützt. Im Rahmen einer Co-Finanzierung mit zwei anderen Organisationen sorgt „Nangina“ dafür, dass derzeit ein Gebäude mit drei Klassenräumen errichtet werden kann. „Durch den Kindergarten kann gewährleistet werden, dass die Mädchen nicht beschnitten und frühzeitig zwangsverheiratet werden. Die Eltern müssen dafür einen Vertrag unterschreiben“, freut sich Katharina Stritzke, den Mädchen Kindergarten und Internat, falls es sich deren Eltern doch wieder anders überlegen, als eine Art Schutzraum anbieten zu können.

Der Verein „Nangina“

„Nangina“ ist ein gemeinnütziger Verein, der ausgehend vom christlichen Menschenbild medizinischsoziale und schulische projekte in Armutsregionen in Ostafrika und Mittelamerika unterstützt. „Nangina“ hat sich folgende Ziele für seine Projekte gesetzt: 

  • Auf- und Ausbau einer medizinischen Basisversorgung 
  • Verbesserung der hygienischen Bedingungen 
  • Gesundheitliche Aufklärung und Bildung der Bevölkerung 
  • Unterstützung von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen sowie Finanzierung von Schulneubauten 
  • Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser, zum Beispiel durch Brunnenbau

Weitere Infos erhalten Interessierte aus erster Hand beim Vortrag am kommenden Mittwoch, 16. Oktober, um 18.30 Uhr im Bamenohler Pfarrheim oder auf der Vereinshomepage.

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