Gegen eine Pauschalisierung

Lenscheid: Motorradfahrer gehen gegen Sperrung vor - Klage eingereicht

Trotz Sperrung befahren noch zahlreiche Motorradfahrer die Zufahrt zur "Hohen Lenscheid" an Wochenenden und Feiertagen.
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Trotz Sperrung befahren noch zahlreiche Motorradfahrer die Zufahrt zur "Hohen Lenscheid" an Wochenenden und Feiertagen.

Zwei Monate nach der Sperrung der Zufahrt zur „Hohen Lenscheid“ (L 687) zwischen Rönkhausen und Wildewiese für Motorradfahrer an Wochenenden und Feiertagen hat der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) angekündigt, gegen die Sperrung der Strecke offiziell vorzugehen.

Rönkhausen – „Es ist einfach nicht zielführend, die Strecke zu sperren“, so Michael Wilczynski, 2. Vorsitzender und Referent Streckensperrung, im Gespräch mit dem SauerlandKurier. „Dann fahren die Leute halt woanders, wo dann ebenfalls das Unfallrisiko steigt. Gleiches gilt für die Lärmbelästigung: diese wird lediglich umverlagert.“ Zudem müsse man die Unfallzahlen genauer prüfen. „Nur weil ein Motorradfahrer an einem Unfall beteiligt ist, heißt das nicht, dass dieser auch Schuld dran war.“ 

Wilczynski erklärt: „Es sollte keine Pauschalisierung geben. Fast wöchentlich liefern sich Autofahrer am Dortmunder Wall Rennen. Der Wall wird jedoch auch nicht für Autofahrer gesperrt. Es wird lediglich gegen die einzelnen Fahrer vorgegangen. Warum also wird die Zufahrt zur ,Hohen Lenscheid' für alle Motorradfahrer gesperrt?“ Aus diesem Grund habe der Verband nun Klage gegen die Sperrung des Lenscheid beim Amtsgericht Arnsberg eingereicht.

Lenscheid: Heß versteht Ärger - aber verteidigt Sperrung

Immer wieder würde der BVDM den Behörden anbieten, gemeinsam mit Motorradfahrern in Dialog zu treten. Dies würde aber nur selten in Anspruch genommen. „Mit der Aktion ,Kaffee statt Knöllchen' wird das Gespräch im Rahmen einer von der Polizei durchgeführten allgemeinen Verkehrskontrolle gesucht. Dabei kontrolliert die Polizei die Fahrzeuge, schreitet aber nur bei massiven Verstößen sanktionierend ein. Anschließend werden die Motorradfahrer vom BVDM vor Ort zu einem Kaffee eingeladen und es wird versucht, im Gespräch auf die drohende Sperrung und ihre Ursachen hinzuweisen. Die Idee ist, über die eigene Einsicht auf das Verhalten der Fahrer einzuwirken – und nicht über durch die Polizei ausgesprochene Strafen.“ 

Dietmar Heß, Bürgermeister der Gemeinde Finnentrop, versteht den Ärger des Durchschnittsmotorradfahrers über die Sperrung des Lenscheid. Er versichert: „Wir veranstalten hier keine Hatz auf Motorradfahrer. Wir versuchen lediglich, die Zahl der Unfälle auf diesem Streckenabschnitt zu mindern.“ Gemeinsam mit Straßen.NRW, Polizei, Straßenverkehrsamt und den Nachbarkommunen Sundern und Plettenberg habe man sich für diese Maßnahme ausgesprochen. „Dass die Sperrung nicht widerspruchslos vonstatten geht, damit haben wir gerechnet. Wir denken aber, dass die Sperrung gerichtsfest ist, da wir das mindeste Mittel mit der einseitigen Sperrung gewählt haben“, so Heß.

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