Ein Zeichen des Zusammenhalts

Mehr als 200 Gläubige bei Solidaritätskundgebung „Gemeinsam gegen Moscheeangriffe“

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Bekundeten dem Moscheeverein ihre Solidarität (v.l.): Bürgermeister Dietmar Heß, MdB Nezahat Baradari, Landrat Frank Beckehoff, Vorstandsvorsitzender Ramazan Olmaz, Imam Mustafa Aydin, Pfarrer Jochen Andreas, Ibrahim Yazici vom Dachverband „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ und Sprecherin des Austauschs der Religionen Trudi Säck.

Finnentrop - Zur Solidaritätskundgebung „Gemeinsam gegen Moscheeangriffe“ kamen gestern mehr als 200 Gläubige verschiedener Religionen zum Moschee- und Kulturzentrum nach Finnentrop und setzten so ein Zeichen für die kulturelle Vielfalt sowie die Religionsfreiheit.

Grund für die Solidaritätskundgebung war ein Angriff von unbekannten Personen auf das Finnentroper Moschee- und Kulturzentrum in der Nacht zu Samstag, 11. Januar. Die Überwachungskamera zeigt vier Täter, die Steine auf das Gebäude werfen und anschließend weglaufen. Drei zweifach verglaste Fenster der Einrichtung wurden eingeschlagen und die Fassade beschädigt. 

Imam Mustafa Aydin eröffnete die Solidaritätskundgebung, indem er sich für die bisherige Unterstützung bedankte und sich für die Beantwortung jeglicher islamischer Fragen zur Verfügung stellte: „Die Tür der Moschee steht für alle Mitbürger offen.“ 

Als „starkes Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts“ betitelte Ramazan Olmaz, Vorstandsvorsitzender des Moscheevereins, die Veranstaltung und erklärte: „Wir lassen uns von unserem Weg der Offenheit, Transparenz und des gesellschaftlichen Miteinanders nicht abbringen.“ 

Politik und Gesellschaft stehen zusammen

Bundestagsabgeordnete Nezahat Baradari erläuterte, „dass wir aus der Politik, aus Rat und Verwaltung und aus der Zivilgesellschaft zusammenstehen und hiermit zeigen, dass wir uns nicht teilen lassen“. 

Frank Beckehoff bekundete dem Finnentroper Moscheeverein als Landrat des Kreises Olpe seine Solidarität und sein Mitgefühl. „Diese schändliche Tat ist in jeder Form zu missbilligen, unabhängig davon, ob hier eine politisch motivierte Tat vorliegt oder nicht. Christen, Muslime, Juden und alle Menschen guten Willens müssen vereint zusammenstehen, hier in Finnentrop, im Kreis Olpe und überall in der Welt. Zeigen wir den Steinewerfern, dass sie sich mit ihrem Handeln außerhalb unserer Gesellschaft gestellt haben.“ 

Bürgermeister Dietmar Heß versicherte dem Moscheeverein, „dass die Einwohner der Gemeinde diese Tat verurteilen“. Er stellte klar: „Solch ein Angriff soll Angst und Hass verbreiten. Das können und werden wir nicht zulassen. Wir werden uns nicht aufhetzen und gegeneinander ausspielen lassen“, und betonte das friedliche Neben- und Miteinander. 

Betroffen von dieser hasserfüllten Attacke

Pfarrer Jochen Andreas brachte die große Betroffenheit der katholischen Kirche über diesen Angriff zum Ausdruck und fand deutliche Worte: „Die Täter haben sich auf üble Weise als Nazis gezeigt. Wir sind als Christen und Bürger schockiert und betroffen von dieser hasserfüllten Attacke.“ 

Ibrahim Yazici vom Dachverband „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ rückte weniger den Sachschaden in den Vordergrund seiner Rede als vielmehr „den Zusammenhalt und die Zeichen, die mit einer solchen Solidaritätsversammlung bewusst gesetzt werden“. Sie beweise, dass die muslimische Gemeinde wie jede andere Religionsgemeinschaft und jeder andere Verein zu Finnentrop gehört. 

Zuletzt betonte Trudi Säck als Sprecherin des Austauschs der Religionen, dass auch in Finnentrop, das Recht auf freie Wahl der Religion zu verteidigen sei. „Wir werden nicht nachlassen in den Bemühungen, um mehr Verständigung, friedliches Miteinander und gemeinsame Aktivitäten.“

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