Denkmal in Schönholthausen

Missbrauch einer Gedenkstätte: Haufenweise Erwachsenenwindeln illegal entsorgt

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Rita Schulte (90) am Ort des Geschehens: Das Denkmal, das Ehemann Fritz erbaute, wird als Ablageort für Windeln missbraucht.

Fretter/Schönholthausen – Vor 19 Jahren wurde Rita Schulte aus Fretter Witwe. Wenn die 90-jährige Dame ihrem Mann nahe sein will, lässt sie sich nach Schönholthausen bringen. Obwohl sich das Grab von Ehemann Fritz, der als Fahrlehrer nicht nur den Menschen im Frettertal gut bekannt war, in ihrem Heimatort befindet, zieht es sie oft und gerne ins Nachbardorf. Denn dort hat Fritz Schulte einst ein Denkmal zu Ehren der Gottesmutter Maria errichtet. „Wenn ich dort bin, fühle ich, dass Fritz in der Nähe ist. Ein Besuch beim Grab sagt mir dagegen kaum etwas.“ 

Die Gedenkstätte ist aktuell zum Dorfübergreifenden Gesprächsthema geworden: Hinter dem Bildnis der Madonna stapeln sich in „schöner“ Regelmäßigkeit gebrauchte Windeln. Die Spur führt alles andere als hin zu Familien mit kleinen Kindern. „Es sind große Windeln für Erwachsene.“ 

Rita Schulte kann nicht glauben, was da heimlich abgelegt wird. „Wir haben vor vielen Jahren oberhalb vom Sportplatz in Schönholthausen ein kleines Grundstück gekauft und angepflanzt. Seit dem Tod meines Mannes kümmert sich eine Familie vor Ort um die Pflege. Die sorgt auch dafür, dass die Windeln entsorgt werden.“ In der Tat bestätigen mehrere Zeugen, dass immer wieder ganze Säcke – Spuren sichtbarer Harn- und Inkontinenz – am Denkmal abgelegt werden. 

Denkmal nach Herz-OP gebaut

1985 stand Fritz Schulte voller Angst vor einer schweren Herzoperation. „Fritz hat mir damals gesagt: ,Wenn ich da raus komme, baue ich zur Ehren der Gottesmutter ein Denkmal.’ Er hat abends im Bett erste Pläne gezeichnet. Viele Freunde haben ihm später beim Bau geholfen und das Kreuz stammt noch vom Grab seines Vaters. Weil das Ganze so groß wurde, hat auch ein Bild vom Heiligen Matthias, dem Dorfpatron von Fretter, einen Platz gefunden.“ 

Der zum kleinen Wallfahrtsort gewordene Blickfang zwischen Schützenhalle und Sportplatz wird für viele Spaziergänger zur Möglichkeit des stillen Gebets genutzt. Rita Schulte steht fassungslos am Ort des Geschehens. „Was haben die sich früher hier für eine Mühe gegeben. Wie kann man diese Stätte so entweihen?“

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